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2 September, 2016 - 23:35
 

Richtig wandern mit Baby und Kleinkind

Wandern macht Spaß, ist gesund und lässt uns oft traumhafte Naturerlebnisse genießen. Das gilt auch für Wanderungen mit unseren Kindern. Allerdings sollte man sich darauf angemessen vorbereiten. Sonst wird aus dem Wandergenuss schnell „Stress in Schuhen“.

© ralf walter - Fotolia.com

Das Wandern ist des Müllers Lust! Was aber, wenn der Müller nicht nur eine Frau, sondern auch den Nachwuchs mit auf Wanderschaft nehmen will? Dann muss er sich anders vorbereiten, als ginge er alleine los. Deftige Hausmannskost und ein köstliches Bier, das die Ruhepause versüßt, mögen trotzdem noch Platz im Rucksack finden. Aber es gehört doch deutlich mehr dazu, wenn Kinder mit wandern sollen.



Wandern mit den Kleinsten

Auch Babys können mit auf Wanderungen genommen werden. Die Frage, was sie tatsächlich mitbekommen oder eben auch nicht, ist dabei nicht so wichtig. In jedem Fall spricht nichts dagegen, die Kleinsten der Familie mit auf die Wandertour zu nehmen. Sie sind oft sogar unkomplizierter als größere Kinder. Weil sie viel schlafen und dementsprechend ein geringer Stressfaktor sind. Genau der kann sich jedoch sehr schnell entwickeln, wenn man den falschen Kinderwagen mitnimmt.

 

Wandern mit Kinderwagen oder Babytrage

Autos werden im Winter mit entsprechenden Reifen an die Witterungsumstände angepasst. In der warmen Jahreszeit sind dann wieder die Sommerreifen dran. Für den Kinderwagen gilt bei einer Wanderung ähnliches. Er muss an die äußeren Umstände angepasst werden. Die Auswahl unterschiedlicher Kinderwagen ist so groß, dass man sich kaum entscheiden kann, ohne Beratung geht da meist nichts. Doch für die Wanderung hilft die Unterscheidung zwischen zwei Arten von Kinderwagen. Die erste Variante hat recht kleine Räder. Sie eignet sich für den Aufenthalt in der Stadt oder wenn man asphaltierte Wege befahren möchte. Auf Wegen, die wenig eben sind, stößt man damit aber schnell an seine Grenzen. Hier eignen sich besser Kinderwagen mit größeren Rädern. Mit ihnen kann man auch Wiesen und Feldwege erfolgreich meistern.

Gerade für kleine Kinder ist der Kinderwagen alleine aber nicht ausreichend. Ein Tragetuch oder eine Babytrage sollte in jedem Fall auch mit auf die Tour gehen. Wenn der kleine Nachwuchs einmal besonders viel Nähe braucht, ist er darin besser aufgehoben als im Kinderwagen oder auf dem Arm.
 

Wandern mit kleinen Kindern

Wenn die Kinder schon aus dem Kinderwagenalter heraus sind, können sie natürlich selbst mit Wanderschuhen los stiefeln. Allerdings gibt es auch hier einige Punkte, die unbedingt beachtet werden sollten. Es beginnt bei der Länge des Wanderausflugs. Je nach Alter und Temperament des Kindes sollten drei bis vier Stunden nicht überschritten werden. Große Distanzen sollten in diesem Zeitraum aber nicht angestrebt werden, denn Kinder nehmen ihre Umwelt anders – intensiver – wahr als die Erwachsenen. Sie erkunden alles mit neugierigen Blicken und legen keinen gesteigerten Wert darauf, zwischen A und B so schnell wie möglich die Distanz zu verringern. Vielmehr wollen sie alles, was sich ihnen bietet, genau anschauen. Das Wandern sollte also in die zweite Reihe der Prioritätenliste rücken, das Erlebnis an sich steht im Vordergrund.

 

Ruhepausen ohne Ruhe

Wer mit seinen Kinder wandern geht, muss sich darauf einstellen, dass sie viele Pausen brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie sich still unter einen Baum setzen, verträumt in den Himmel blicken und ihre Gedanken abschweifen lassen. Kinder wählen eine andere Methode: sie spielen. Man sollte daher die Plätze für die Wanderunterbrechungen so wählen, dass sie a) möglichst sicher sind und b) die Chance zum Spielen bieten. Wer sich gut vorbereitet hat, hat vielleicht schon kleine Spiele gedanklich vorbereitet oder sich überlegt, an welchen Stellen die Pausen besonders attraktiv sind (zum Beispiel auf Spielplätzen, an Bächen oder Tiergehegen).

 

Noch ein paar Tipps

Wandern mit Kindern ist nur dann anstrengend, wenn man mit den falschen Erwartungen an die Sache herangeht. Stimmt die innere Einstellung, wird man mächtig viel Spaß mit den Kleinen haben. Wenn man sich an ein paar Dinge hält bzw. diese in die Planungen mit einbezieht, wird es ein richtig gelungener Wanderausflug werden:

  • Das A & O ist natürlich die richtige Tour. Sie sollte nicht zu lang sein, sollte sowohl Kindern als auch Erwachsenen etwas bieten können und den Rahmenbedingungen entsprechen (eine Bergtour beispielsweise ist sicher nichts für einen Kinderwagen).
  • Die Jahreszeit und das Wetter spielen eine wichtige Rolle. Auch bei Regen kann man zwar viel Spaß haben, wenn man richtig gekleidet ist. Aber wenn es vier Stunden lang Bindfäden regnet, wird der Spaßfaktor auf eine harte Probe gestellt.
  • Auch die richtige Kleidung, das passende Schuhwerk und Wanderkarten sind wichtig (wobei es dafür natürlich inzwischen auch Apps gibt, doch die gute alte Papierfaltkarte hat einfach einen ganz besonderen Charme).
  • Sollte der Besuch von Hütten oder Restaurants eingeplant werden, ist es wichtig, sich vorher über die Öffnungszeiten zu informieren.
  • Zecken- und Sonnenschutz dürfen ebenfalls nicht fehlen.


Es kommt eher selten vor, dass auf Wandertouren etwas passiert. Vorbereitet sollte man dennoch sein. Ein Erste-Hilfe-Set sollte also keinesfalls fehlen. Das ist wie bei „Murphys Gesetz“ - man braucht es immer dann, wenn man es nicht dabei hat. Dann doch besser ein überflüssiges Set mit sich herumtragen.   


 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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