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10 September, 2012 - 16:27
 

Vaterfreuden als Teenager

Als ich das erste Mal Vater wurde, war ich gerade 18 Jahre jung und konnte die Gefühle, die über mich herein brachen so gar nicht richtig einordnen. Angst und Freude, von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt, alles gleichzeitig und in einem ständigem Auf und Ab. 

Die langen Stunden, die ich vor dem Kreissaal saß und nicht wirklich wußte was hinter der geschlossenen Tür geschah, ohne meine Freundin schützen oder ihr gar helfen können, war ein sehr hilfloses Gefühl. Ich fühlte mich allein und machtlos. Ich wollte ihr so gern zur Seite stehen, doch ich konnte nicht. Nicht weil mir der Weg versperrt war, sondern weil meine Angst, was mich in diesem Raum erwarten würde, viel zu groß war. 

 

Also harrte ich aus vor dem Kreissaal, ganz allein, bis nach endlos scheinenden Stunden die Tür auf ging und eine strahlende Hebamme mit einem kleinem Bündel im Arm auf mich zu kam. 

 

Sie legte mir das Bündel in den Arm und gratulierte mir zu meiner hübschen und gesunden Tochter. 

 

Gleichzeitig bat sie mich , ihr zu folgen um das Baby zu waschen. 

 

Ganz perplex und völlig fasziniert von diesem kleinem zarten Wesen, das mich mit seinen strahlend blauen Augen an himmelte . DAS war meine meine Tochter, das Kind das sich in dem großen Bauch meiner Freundin versteckt hatte – Wahnsinn! 

 

Ich folgte der Schwester und fühlte mich völlig unbeholfen als ich diese kleine Prinzessin ins Wasser gleiten lies. Ich wußte so recht nicht was ich tun sollte, doch die Hebamme hatte alles im Griff und leitete mich an. Ich wusch meine Tochter sanft und konnte die Augen nicht von ihr lassen, so strahlend schön war sie, nur diese verdammte Käseschmiere war so hartnäckig....

 

Nach dem Bad trocknete ich meinen Engel und zog sie an. So kleine Armchen und Fingerchen wollten sicher und unverletzt in diese noch winziger scheinende Kleidung gesteckt werden. Alles was vorher theoretisch an Puppen immer so simpel und einfach erschienen war, war nun in etwasso wie die Erklimmung des Mount Everest. Bei jeder Bewegung hatte ich Angst, dieses kleine Wesen zu verletzen so zerbrechlich sah sie aus. Und noch immer beobachtete meine Tochter mich mit großem Interesse und fesselte mich mit ihrem Blick. 

 

Das frisch gewaschene Baby lag selig in meinen Armen, als ich zu ihrer Mutter zurück brachte. Auch sie sah selig und glücklich aus, nichts mehr zu sehen von dem stundenlangem Kampf, den sie hier in diesem Raum ausgefochten hatte. 

 

Nun waren wir eine richtige kleine (Teenager) Familie, die von nun an nicht mehr für sich alleine zu sorgen hatte, sondern nun vollkommen für dieses kleine Wunder verantwortlich waren.

 

Nichts würde mehr sein wie es einmal war und das war auch gut so. 

 

Dieses Wunder der Geburt und der Vaterfreuden habe ich mittlerweile schon 5 mal erleben dürfen und jedes Mal wieder bin ich fasziniert und erstaunt zugleich, das ein solches Wunder möglich ist. Und wenn mich meine Töchter anschauen, dann weiß ich, ich bin im Himmel und das nicht nur für den Moment, sonder auf alle Zeiten ! 

 

 

 

Autor:  derburner

 

 

 

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Redaktion Vaterfreuden.de
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