Skip to main content

Suche

1 Mai, 2012 - 09:07
 

Work-Life-Balance - mehr Job oder mehr Familie?

Familie und Beruf? Karriere oder Familie? Irgendwann steht diese Frage im Raum, wenn man sich entscheidet, Kinder zu bekommen. Doch es sind längst nicht mehr nur die Frauen, denen eine Entscheidung abverlangt wird. Auch angehende Väter müssen sich oft mit der Frage auseinandersetzen, was sie eigentlich wollen. Dabei spielen die eigenen Wünsche und Bedürfnisse natürlich eine wichtige Rolle. Doch auch die Rahmenbedingungen entscheiden mit darüber, wie viel Vater sein neben dem Beruf „erlaubt“ ist.

© Jaren Wicklund - Fotolia.com

Das Bild des Mannes und seine Stellung im Beruf und in der Familie ist schon länger ein Thema, das kontrovers diskutiert wird. Schon im Jahr 1999 kam eine Studie heraus, die den Titel trug „Wie Deutschlands Männer sich selbst und wie die Frauen sie sehen“. Schon der Name der Studie macht klar, dass eine Betrachtung nur möglich ist, wenn beide Perspektiven berücksichtigt werden. Zehn Jahre nach der Studie haben Untersuchungen ergeben, dass das Bild des Mannes als Ernährer der Familie, der schuftet, um seine Lieben zu ernähren, so nicht mehr stimmt. Ebenso wenig wie das der Frau, die brav zuhause den Haushalt erledigt und nebenbei die Kinder erzieht. Aber sollten Sie deswegen die Karriere in den Hintergrund stellen, wenn der Nachwuchs unterwegs ist? Bleiben Sie zuhause, zumindest eine Weile lang, während Ihre Frau arbeitet und für das Einkommen sorgt? Diese Frage kann nur jeder für sich selbst beantworten. Aber es hilft, sich darauf vorzubereiten.

Heute schon die Windeln gewechselt?

Der moderne Mann engagiert sich nicht nur im Beruf, sondern auch in der Familie. Aber die Problemstellung ist die Gleiche wie auch bei Frauen. Beides miteinander zu verbinden, ist eine Herausforderung. Im Grunde muss man immer Vollgas geben und hat am Ende des Tages dennoch nicht das Gefühl, allem gerecht geworden zu sein. Entweder leidet die Karriere oder die Familie. Männer, die sich für die Elternzeit entscheiden, haben es auch nicht unbedingt leichter. In der Berufswelt ist es leider immer noch so, dass Männer in Elternzeit vielfach nicht anerkannt werden. Es ist kein alberner Treppenwitz, dass der Vater auf dem Spielplatz sich von zufällig erscheinenden Kollegen Sprüche anhören muss wie „Heute schon die Windeln gewechselt?“ oder „Dein Leben möchte ich haben!“.

Die Vorstellung, dass der Mann im Berufsleben stehen und zuhause „die Hosen anhaben“ muss, ist zwar nicht mehr unbedingt gesellschaftsfähig. Hinter vorgehaltener Hand ist sie aber dennoch weit verbreitet. Je klarer Sie dabei waren, als Sie Ihre Entscheidung getroffen haben, desto souveräner können Sie mit den Reaktionen des Umfeldes umgehen. Denn unterschätzen sollten Sie die Wirkung solcher verbalen Attacken keinesfalls. Wenn sie zum wiederholten Male kommen, kosten Sie eine ganze Menge Nerven.

Die Rolle der Frau

Gemeint ist hier nicht die gesellschaftliche Rolle der Frau, sondern die in der Entscheidungsphase. Schließlich sind Sie es nicht allein, der sich für die Familie oder die Karriere entscheiden oder einen Mittelweg finden muss. Ihre Partnerin spielt dabei eine ganz wesentliche Rolle. Das hat zwei Gründe:

  • Ihre Partnerin muss Ihre zukünftige Rolle auf ganzer Linie mittragen. Es ist egal, wer welche Rolle ausfüllt, wichtig ist die Unterstützung des Partners oder der Partnerin dabei.
  • Es kann sein, dass beide Partner so viel Zeit wie möglich mit der Familie verbringen. Es ist aber auch umgekehrt möglich. Wenn die Karriere für beide Partner einen hohen Stellenwert hat, sind Kompromisse gefragt. Die müssen so gestaltet sein, dass auch wirklich beide damit leben können. Und zwar gut leben können.

Es gibt einen weiteren Punkt, der Einfluss auf Ihre Entscheidung nimmt. Er ist nicht wegzudiskutieren, denn nach wie vor ist es in vielen Berufen so, dass Männer für die gleiche Arbeit mehr Geld verdienen als Frauen. Unter Umständen ist es also für Sie und Ihre Familie auch eine sehr pragmatische und wirtschaftliche Betrachtung, die mit in die Entscheidung einfließen muss. Wenn aufgrund Ihres Familiensinns jeden Monat 200 oder 300 Euro weniger zur Verfügung stehen, kann das nicht ignoriert werden.

Der Blick in die Zukunft

Wenn die partnerschaftlichen Fragen geklärt sind und Ihre gemeinsame Rechnung auch dann aufgeht, wenn Sie eine Weile zuhause bleiben oder weniger Zeit in Ihre Karriere investieren, steht eine weitere Frage auf der Agenda. Die nach Ihrer Zukunft. Heute nicht die Energie in den Beruf zu investieren, die Sie nach vorn bringt, kann zur Konsequenz haben, dass andere die Chancen erhalten, die Sie heute nicht wahrnehmen. Das kann auch bedeuten, dass Sie bestimmte Karriereschritte vielleicht überhaupt nicht mehr machen können.

All Ihre Kraft in die Karriere zu investieren, um immer die beste Ausgangssituation zu haben und auf der beruflichen Leiter nach oben zu steigen, hat andere Folgen. Irgendwann werden Sie vielleicht traurig feststellen müssen, dass Sie viel zu wenig Zeit für Ihren Nachwuchs gehabt haben. Zeit, die unwiederbringlich vorbei ist und nicht nachgeholt werden kann. Die Frage, ob Beruf oder Familie im Vordergrund steht, ist also nie leicht zu beantworten. Auch für Männer nicht. Treffen Sie Ihre Entscheidung daher mit Bedacht.

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

admin