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27 September, 2017 - 07:50
 

Auch Babys brauchen mal 'ne Pause – warum Auszeiten so wichtig für Ihr Kind sind

Junge Eltern finden die ersten Monate mit dem Baby meist sehr anstrengend und wünschen sich sehnlichst auch mal eine Pause. Was weniger bekannt ist: Auch Babys brauchen manchmal eine Auszeit und wollen sich mit nichts anderem als sich selbst beschäftigen. Warum das so wichtig ist, erklären wir im folgenden Artikel.

© Oscar Brunet - Fotolia.com

Dass Babys ständig Beschäftigung brauchen, ist ein Irrglaube, dem viele Eltern verfallen. Sie torpedieren ihr Kind mit ständig neuen Reizen, halten ihm Rasseln und Greiflinge vors Gesicht, singen Lieder vor, machen Faxen und zeigen stolz ihre neu erlernten Fingerspiele. Eine Weile lang macht der Sprössling das begeistert mit, schließlich wird er quengelig und das Ende vom Lied: ein laut brüllendes Kind und oftmals ratlose Eltern. Was ist passiert? Man spricht hier von typischer Reizüberflutung. Um die zu vermeiden, brauchen Babys auch mal 'ne Pause und Zeit, sich mit sich selbst und im eigenen Tempo zu beschäftigen.


Die Extraportion Reize braucht es nicht

Ein Baby soll so gut wie möglich gefördert werden. Damit auch alle Synapsen des noch formbaren Babygehirns maximal entwickelt werden, wird es mit Reizen aller Art konfrontiert. Klar meinen wir Eltern es damit nur gut und wollen unserem Kind die Extraportion Intelligenz mit auf seinem Weg ins Leben gehen. Doch oft wird dabei vergessen, dass ein Gehirn – vor allem und auch das kindliche – nur eine bestimmte Anzahl an Reizen von außen aufnehmen kann. Drängen wir ihm mehr auf, als es brauchen oder verkraften kann, dann können Babys sehr deutlich ihr Missfallen zeigen: Sie drehen den Kopf weg, quengeln und greifen schließlich zum letzten Mittel: lautstarkem Gebrüll, das oft eine Weile anhält und auch dem Abbau von Reizüberflutung dient.


Lernen durch Sein

Ein Baby braucht gar nicht viel tun, um sich zu entwickeln. Denn was in unseren Augen eine eher profane Beschäftigung ist – wie zum Beispiel das Spielen mit den eigenen Händen oder das stille Beobachten des sich bauschenden Wiegenvorhangs – setzt beim Kind viele komplexe Entwicklungen im Gehirn und auch im Körper in Gang. Das eigene Tempo ist dabei von entscheidender Bedeutung. Denn so lernt ein Baby am effektivsten. Wenn es in der ihm eigenen Geschwindigkeit Dinge be-greifen und verstehen kann. Wenn es ganz für sich sein darf, lernt ein Baby auch, sich selbst zu vertrauen, es stellt fest, dass es aus eigener Kraft Dinge schafft: seinen Zeh in den Mund stecken, den Wiegenvorhang zu packen oder sich umzudrehen. Das ist Öl auf den Mühlen des kindlichen Selbstbewusstseins.


Wann Auszeiten besonders wichtig sind

Oft nimmt sich das Baby seine Auszeit einfach selbst. Es fängt an, sich mit etwas zu beschäftigen, gibt zufrieden glucksende Geräusche von sich und blendet uns Erwachsene vollständig aus. Dann können wir uns – vorausgesetzt, das Baby ist an einem sicheren Ort untergebracht – getrost um unsere eigenen Angelegenheiten kümmern, bis quengeln oder meckern das Ende der Auszeit ankündigt. Manchmal wissen unsere Jüngsten aber doch nicht so genau, was ihnen gut tut. Wenn Ihr Baby quengelig und maulig ist, mit nichts zufrieden scheint und alle Angebote ablehnt, kann es gut sein, dass ihm genau das fehlt: eine Pause, Zeit für sich selbst. Das heißt nun nicht, dass es das gleich einsieht. Wenn sie ein kleines Kind in dieser Verfassung in sein Bettchen oder in den Stubenwagen legen, wird es mit Sicherheit erst einmal lautstark protestieren. Gönnen Sie ihm das. Warten Sie ab. In vielen Fällen verwandelt sich das Protestgeschrei schnell in zufriedenes Glucksen. Dies ist nun natürlich keine Aufforderung, Ihr Baby brüllen zu lassen. Zeigt sich nicht schon nach wenigen Minuten, dass Ihr Kind die neue Situation mag, dann sollten Sie es hoch nehmen und herausfinden, welches Bedürfnis es hat.

Dass Babys ab und an Zeit für sich selbst brauchen, bedeutet nicht, dass sie uns Eltern nicht brauchen. Liebe und Zuwendung muss für unsere Kinder immer spürbar sein, sollen sie glücklich und unbeschwert aufwachsen. Unsere Liebe sollte sie umgeben, ob wir sie nun wickeln, mit ihnen spielen oder sie einfach in Ruhe lassen. Vor allem gilt: Seien Sie nicht beunruhigt, wenn Ihr Kind Sie gerade nicht braucht. Nehmen Sie sich in diesen kostbaren Minuten Zeit für sich und Ihre Partnerin, trinken Sie Kaffee, gehen Sie aufs Sofa kuscheln oder machen Sie, wonach auch immer Ihnen gerade ist.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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