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17 März, 2016 - 10:18
 

Babyausstattung: was sich bewährt hat und was weniger wichtig ist

Was brauchen wir alles, wenn das Baby da ist? Diese Frage stellen sich viele Paare, die erstmals Eltern werden. Ein junger Vater erzählt von seinen Erfahrungen mit seinen Anschaffungen – den Einkäufen, die sich gelohnt haben und auch den Fehlgriffen.

© Andreja Donko - Fotolia.com

Nach inzwischen vier Monaten mit Baby haben meine Frau und ich Bilanz gezogen. Wir hatten im Vorfeld eine ganze Menge für unser erstes Kind eingekauft und vieles wurde wenig oder gar nicht genutzt. „Aus Schaden wird man klug“, so sagt man. Mit unserem heutigen Wissen würden wir einige Dinge anders machen. Daher dachten wir, es wäre eine gute Idee, unsere Erfahrungen mit den Lesern von Vaterfreuden.de zu teilen, damit diese nicht die gleichen Fehler machen. Eine Anmerkung vorab: dies sind unsere ganz persönlichen Erfahrungen bezogen auf unser erstes Kind. Gut möglich, dass andere Eltern andere Erfahrungen gesammelt haben.


Babykleidung – nicht zu viel im Vorfeld kaufen

Voller Vorfreude haben meine Frau und ich vor der Geburt unserer Kleinen eine ganze Menge Kleidung eingekauft. Einen guten Teil davon konnten wir ungenutzt weitergeben. Warum? Unsere Kleine kam ein paar Wochen zu früh und war sehr klein. Nach der Geburt sind wir in den Babymarkt gefahren, um Strampler der Größe 44 zu kaufen. Die netten Sommersachen, die wir im Vorfeld gekauft hatten, würden nun erst im Herbst passen – und da ist es für Kleidchen einfach zu kalt.

Nachdem die Kleine da war gab es - natürlich - auch eine ganze Menge Geschenke von Freunden und Verwandten, so dass der Kleiderschrank unserer Tochter schnell überquoll. Unser Tipp daher: im Vorfeld ein paar Teile für die Grundausstattung kaufen und dann in den ersten Wochen nachkaufen. Wenn man eine Waschmaschine und einen Trockner hat, dann braucht man weniger Kleidung, als man im Vorfeld denkt.


Was sich an Babykleidung bewährt hat – und was weniger

Jedes Baby trägt als untere Schicht einen Body. Unsere Erfahrung ist, dass das An- und Ausziehen mit Wickelbodies ganz besonders gut geht (Babys mögen es meist nicht, wenn etwas über den Kopf gezogen wird). Darüber haben wir meist nur eine weitere Lage angezogen. Wenn es – wie diesen Sommer - sehr warm, war nur ein T-Shirt (das auch als „Spuckschutz“ hilfreich war), ansonsten einen Strampler. So war die Kleine immer gut eingepackt und der Kleidungs- und Windelwechsel war recht unproblematisch. Unsere Erfahrung: Söckchen für kleine Babys sind ja nett anzusehen, aber ziemlich unnötig und auch nicht praktisch. Wir fanden Strampler „mit Füßen“ wesentlich einfacher. Schuhe für kleine Babys? Unserer Meinung nach unnötig.

Leider auch ein Fehleinkauf waren individuell bedruckte Bodies, etwa mit dem Namen des Kindes. Warum? Das Kind trägt eigentlich immer etwas darüber. Ein bedrucktes T-Shirt mit dem Namen unseres Kindes dagegen wurde gesehen und von den Eltern auch gern angezogen.

Beim Kauf von Babykleidung sollte man darauf achten, dass man sie auch in den Trockner geben kann. Wir waschen inzwischen alle zwei oder drei Tage und sind froh, wenn wir keinen Wäscheständer brauchen.


Babykleidung kaufen – wo?

Wir haben sehr bald herausgefunden, dass es Sinn macht, Basisteile auf Babyflohmärkten zu kaufen. Die Preise dort sind unschlagbar (oft nur ein Euro pro Teil). Wenn wir spezielle Dinge wollen (etwa Strampler, bei denen sich die Fußteile umklappen lassen), dann kaufen wir oft auf Ebay. Nur ganz besondere Teile zur „Abrundung“ des Kleiderschranks kaufen wir im Laden oder über Online-Shops.


Rund um den Wickeltisch

Ein gut platzierter Wickeltisch, so dass sich die Eltern nicht immer bücken oder verrenken müssen, ist wichtig. Sie verbringen dort eine Menge Zeit in den ersten Wochen und Monaten.

Bewährt hat sich am Wickeltisch eine Heizlampe, eine Spieluhr und ein Mobile. Die Spieluhr hat unsere Kleine beruhigt und das Mobile wurde nach etwa 3 Monaten zum ganz großen Hit. Unser Mobile ist übrigens aus Holz und klappert – das findet unsere Kleine toll.

Viel Sinn macht auch ein Windeleimer. Wir haben einen, der in der Anschaffung ein wenig teurer war, aber keine speziellen Tüten benötigt. Wir haben diesen Kauf nicht bereut.


Pflegeprodukte fürs Baby

Was Sie nicht brauchen sind viele Pflegeprodukte im Vorfeld. Die nächste Drogerie ist in der Regel nicht weit und sie können dort alles kaufen, was Ihnen Ihre Hebamme rät. Am Anfang sind nur Windeln in der Neugeborenengröße (nicht zu viele Kartons, Babys wachsen schnell), ein paar Feuchttücher, Waschlappen und eine Unterlage, die Wasser auffängt, wichtig.

Zum Baden haben wir uns einen Baby-Eimer gekauft. Wir finden ihn praktisch. Da wir auch nicht die kleinste Größe gekauft haben, wird er uns noch eine Weile begleiten. Darüber hinaus haben wir ein Babyhandtuch mit Kapuze, das sich ebenfalls bewährt hat.

Außerdem haben wir in der Verwandtschaft alte Handtücher und Waschlappen als Unterlagen (etwa für den Wickeltisch oder das Sofa) gesammelt, denn unsere Kleine spuckt.


Rund um die Ernährung des Babys

Meine Frau stillt. Hin und wieder pumpt sie aber auch Milch ab, zum Beispiel, wenn wir Termine haben und die Nachbarin auf unsere Kleine aufpasst. Aus diesem Grund haben wir ein paar Fläschchen. Eine gute Anschaffung zum Desinfizieren des gesamten Zubehörs ist ein Sterilisator für die Mikrowelle. Das kostet nicht viel Geld und in 5 Minuten sind die Sachen steril. Außerdem haben wir ein paar Muttermilchbeutel, in denen man die Milch auch einfrieren kann. So hat man immer etwas Nahrung fürs Baby in Reserve.

Gerade bei der Fütterung mit dem Fläschchen haben sich Lätzchen sehr bewährt, da viele Babys etwas mehr spucken als an der Brust.

Das Saugen beruhigt ein Baby. Aus diesem Grund haben wir uns auch bald nach der Geburt einen Schnuller gekauft – und haben es nicht bereut. Unsere Kleine bevorzugt Sauger aus Latex. Bewährt haben sich Ersatzschnuller, Schnullerband und auch ein Schnulleretui für unterwegs.

Meine Frau hat während der Schwangerschaft ein Stillkissen gekauft. Ihr persönlich hat es beim Schlafen während der Schwangerschaft nicht geholfen. In den ersten Wochen war es zum Stillen praktisch, gerade bei einem sehr kleinen Kind. Darüber hinaus lag unsere Kleine in den ersten Wochen gerne darin wie in einem Nest. Inzwischen wird es nicht mehr verwendet.


Erfahrungen rund ums Baby-Bett

Wir haben uns vor der Geburt ein Beistellbett gekauft und es nicht bereut. Unsere Tochter wacht nachts meist zweimal auf und verlangt nach Milch. Dadurch, dass meine Frau nicht aufstehen muss, wenn sie sie stillt, schläft sie wesentlich besser wieder ein. Schläft die Kleine unruhig hilft es meist, einmal kurz die Hand aufzulegen und sie beruhigt sich.

Unsere Kleine schläft in einem Schlafsack. Sowie sie den angezogen bekommt weiß sie inzwischen, dass es ins Bett geht. Darüber hinaus hält er sie stets warm und sie kann sich nicht freistrampeln.

Für den Winter haben wir uns ein Schaffell als Unterlage zum Ablegen gekauft. Wir denken, damit wird sie von unten gewärmt und wacht nicht so leicht auf, wie wenn wir sie auf eine kalte Ablage legen.

Ein echter Fehlkauf war die wasserdichte Unterlage fürs Bett, die wir gekauft haben. Die Windeln laufen heutzutage nicht so stark aus und da der Schutz auch nicht unter dem Kopf liegen sollte schützt er auch nicht bei starker Spuckerei.

Früh hatten wir uns eine Hängematte zur Beruhigung des Kindes angeschafft. Das Ganze war teuer und hat selten etwas gebracht. Allerdings lässt sich die Hängematte ja noch ein paar Jahre weiterverwenden.


Unterwegs mit Kind – Kinderwagen, Tragetuch, Autositz und Zubehör

Über den Kinderwagen haben wir uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht. Letztlich haben wir uns für ein hochpreisiges, aber gebrauchtes Modell entschieden. Anfangs wollte unsere Kleine nur getragen werden, nun liebt sie ihren Wagen, so dass wir sie auch zwischendurch dort ablegen können. Sie schläft darin schnell ein, sowie das Teil rollt. Auf kurzen Reisen und beim Babysitter hat sich der Wagen als Bett-Ersatz bewährt. Uns war wichtig, dass sich der Wagen gut zusammenklappen lässt und vergleichsweise leicht ist. Gut zu wissen ist, dass man viele der Zubehörteile für den Kinderwagen (Sonnenschutz, Mückengitter) nicht teuer als Original kaufen muss. Die gibt es in den Babyabteilungen größerer Drogeriemärkte auch zu einem Bruchteil des Preises.

Wir haben einen Babysitz fürs Auto, der sich in eine Vorrichtung einklicken lässt. Extrem praktisch, wenn man nicht mit Gurten herumhantieren muss! Bei Sonne ist ein Blendgitter, das an die Scheibe neben dem Baby angepfropft wird, nahezu unverzichtbar.

Da unsere Tochter sich am Anfang nicht ablegen lassen wollte (auch nicht in den Kinderwagen), haben wir uns ein Tragetuch gekauft. Anfangs haben wir es häufig genutzt und so ein Tuch macht auch jetzt noch viel Sinn, wenn der Wagen unpraktisch ist (Flohmarkt, Ausstellung). Aber auch, wenn unser Ringsling vergleichsweise schnell angelegt ist, so nutzen wir nun doch fast ausschließlich den Kinderwagen.

Absolut bewährt bei Ausflügen hat sich der Stillschal meiner Frau. Dieser dient als Sichtschutz, so dass sie keine Hemmungen hat, bei Freunden oder auch im Biergarten zu stillen.

Die klassische Wickeltasche, über die wir uns vorher einige Gedanken gemacht haben, wurde bisher weit weniger benötigt. Eine Windel und ein Ersatzbody passen auch in eine größere Damenhandtasche. Vielleicht kommt die Zeit der Wickeltasche ja noch mit der Beikost.

Eine Bekannte hat uns zur Geburt eine Babydecke aus Microfleece geschenkt. Diese ist ohne Frage das praktischste Geschenk, das wir bekommen haben. Eine solche Decke hält das Baby im Kinderwagen, im Auto oder auch zu Hause auf dem Sofa kuschelig warm. Wir haben inzwischen mehrere solcher Decken und verschenken sie gerne an werdende Eltern.


Weitere Tipps für Anschaffungen rund ums Baby

Vor der Geburt unserer Tochter haben wir uns einen guten Fotoapparat gekauft. Kompakt und handlich, einfach zu bedienen und mit großer Speicherkarte, so dass wir die Kleine auch damit filmen können. Diese Anschaffung haben wir nicht bereut.

An Elektronik haben wir uns auch Kopfhörer für unseren Fernseher gekauft, damit wir fernsehen können, während sie neben uns im Wohnzimmer schläft oder spielt.

Ein Babyfon macht Sinn. Hier war uns eine große Reichweite (für Reisen) und geringe Strahlung wichtig. Gebraucht haben wir es bisher jedoch selten. Unsere Wohnung ist klein genug, so dass wir unser Kind auch so hören.

Da unsere Kleine häufig am Abend aufgekratzt ist und von uns getragen werden möchte, wenn wir gerade beim Essen sind, haben wir uns eine elektronische Babywippe gekauft. Ab und zu beschäftigt diese die Kleine, so dass wir zumindest zu Ende essen können.

Das Spielzeug, was bisher bei uns wirklich gut angekommen und sinnvoll ist, ist Greifspielzeug am Kinder- bzw. Stubenwagen. Eine Art Holz-Mobile, das ein Baby in die Hand nehmen kann, an dem es lutschen kann und das klappert. Es hilft vor allem beim Training der Hände.

Wir haben von uns und unserer Kleinen Babyfotos machen lassen. Eine Investition, die wir nicht bereut haben. Die Fotos sollte man so früh wie möglich machen lassen, Neugeborenenbilder idealerweise in den ersten 5 Tagen. Häufig wird so etwas im Krankenhaus angeboten. Nutzen Sie die Gelegenheit, wenn Sie das Geld haben. Auch die Großeltern werden sich freuen.

Zum Abschluss noch eine private Erfahrung. Meine Frau und ich sind wegen des Berufs weggezogen und leben daher von unseren Eltern und Freunden entfernt. Daher haben wir schon früh beschlossen, nach dem Wochenbett einen Urlaub in „der Heimat“ zu machen. So hatten wir Zeit, die Familie zu treffen und Zeit mit den Menschen zu verbringen, die uns wichtig sind. Wir haben uns für diese Zeit eine Ferienwohnung gemietet, so dass wir einen Rückzugsort für uns hatten. Den Heimaturlaub wie auch eine Unterbringung abseits von Eltern oder Schwiegereltern können wir empfehlen.


Das waren unsere ganz persönlichen Erfahrungen in Bezug auf Anschaffungen nach vier Monaten Eltern-sein. Wir hoffen, damit werdenden Eltern, die noch unsicher sind, ein bisschen helfen zu können.

 


Haben wir etwas vergessen, das Ihnen geholfen hat oder haben Sie andere Erfahrungen gemacht? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de