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13 September, 2017 - 22:26
 

Babyhaut – Was ihr guttut und was ihr schadet

Die Haut eines Babys unterscheidet sich anatomisch wie auch physiologisch von der eines Erwachsenen. Allem voran ist sie deutlich weniger widerstandsfähig, Schadstoffe können leicht eindringen. Auch die Pflegebedürfnisse sind anders. Babyhaut braucht Schutz, muss aber ebenso die Gelegenheit haben, sich zu stärken.

© Alena Ozerova - Fotolia.com

Die Haut eines Babys und auch die Haut kleiner Kinder hat noch nicht ihren vollständigen Funktionsgrad erreicht. So ist der Wassergehalt höher, die Schweißdrüsen sind noch nicht vollständig ausgereift und der Melaningehalt, der für den Sonnenschutz zuständig ist, ist noch gering.

 

Der Aufbau der Babyhaut

Forschungen haben drei wichtige Faktoren ergeben, welche die Baby- und Kleinkindhaut von der Haut eines Erwachsenen unterscheidet. So ist die oberste Hautschicht um 30Prozent dünner als beim Erwachsenen; die Wasseraufnahme, aber auch die –abgabe über die Haut ist vor allem im ersten Lebensjahr sehr hoch. Die Hautschutzbarriere wird erst nach einem längeren Zeitraum vollständig ausgebildet. 

Besonders dünn ist die Hornschicht des Babys, deshalb wirkt seine Haut so seidig und weich. Die Hornschichtzellen, die später eine wichtige Schutzschicht gegen äußere Einflüsse bilden, sind wasserhaltiger und nicht so dicht wie bei einem Erwachsenen.  Dadurch und auch durch die unvollständige Entwicklung von Talg- und Schweißdrüsen können Krankheitserreger leicht über die Haut eindringen. Hygiene ist deshalb im Umgang mit dem Neugeborenen besonders wichtig. Viele Babys leiden unter trockener Haut. Grund dafür ist der geringe Anteil an Feuchtigkeitsbindern in der Haut. Durch häufigen Kontakt mit Wasser und Seife kann die Feuchtigkeit noch leichter entzogen werden. Die Folge davon können Hautirritationen und Entzündungen sein. 

Besonders empfindlich sind Achseln, Leiste, Hals und andere Bereiche mit Hautfalten. Diese müssen regelmäßig gereinigt und gepflegt werden, damit es dort nicht zu Entzündungen kommt.

 

Die richtige Pflege für die Babyhaut

Ein wichtiger Bestandteil der Hauptpflege ist das Baden und Waschen. Wie oft ein Neugeborenes oder ein Säugling gebadet werden muss oder kann, ruft nach wie vor Diskussionen hervor. Einig sind sich Forscher wie Eltern jedoch über verschiedene Rahmenbedingungen und Grundvoraussetzungen:

  • Das erste Bad sollte ein Baby erst dann nehmen, wenn der letzte Nabelschnurrest abgefallen ist.
  • Die Wassertemperatur sollte zwischen 37 und 38 Grad liegen, die Raumtemperatur mindestens 22 Grad betragen.
  • Die Badedauer sollte anfangs 5 bis 10 Minuten nicht überschreiten, mit steigendem Alter des Babys kann die Dauer langsam erhöht werden.
  • Ein Badezusatz ist nicht unbedingt erforderlich – gerade bei den ersten Bädern nicht. Muttermilch ist übrigens ein hervorragender Badezusatz.
  • Wird ein Badezusatz verwendet, muss dieser auf Babyhaut abgestimmt sein.
  • Bei sehr trockener Haut empfiehlt sich ein Schuss Öl (zum Beispiel Olivenöl) als Badezusatz.
  • Nach dem Bad kann das Baby mit einer Babypflegecreme eingecremt werden.
  • Wird für die Pflege Öl verwendet, dann muss die Haut beim Einölen noch feucht sein, sonst trocknet die Haut aus.

Badezusatz oder nicht, Eincremen oder nicht – alles ist erlaubt, was Babys Haut nicht mit Schadstoffen in Kontakt bringt oder übermäßig manipuliert. Gehen Sie danach, was Ihnen und Ihrem Baby Spaß macht. Nur zu häufig baden sollten Sie Ihr Kind dann doch nicht, denn das kann die Haut austrocknen.

 

Zuviel Pflege kann schaden

Eltern, die es besonders gut meinen und die Haut ihres Babys überpflegen, können ihm damit sogar schaden. Vor allem Pflegeprodukte, die nicht für Babys entwickelt sind, können schädliche Stoffe enthalten. Die dringen durch die zarte Haut in den noch zarteren Organismus und schaden beidem. Folgende Stoffe und Pflegestoffe sind für Babys tabu, bzw. dürfen nicht ohne Rücksprache des Arztes angewandt werden:

  • Alkohol und alkoholhaltige Substanzen
  • Pflegeprodukten mit Harnstoff (Urea)
  • Silikonhaltige Pflegeprodukte (Siloxane)
  • Abschminktücher (alkohol- oder acetolhaltig)
  • Neomycin-Salben
  • Emulgatoren
  • Duftstoffe und Parfum
  • Konservierungsmittel
  • Allergieauslöser wie Cocamidopropylbetain und MIPA-Laureth Sulfate 

Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie nur für Baby ausgezeichnete Pflegeprodukte verwenden, am besten in kontrolliert-biologischer Qualität. Ebenso wichtig ist eine sparsame Anwendung, damit die Haut sich nach und nach entwickeln und gegen Umwelteinflüsse stark machen kann. 

 

Sonne, Schnee und Wind

Durch die geringe Dicke der Haut reagieren Babys empfindlich auf Witterungseinflüsse. Neugeborene sollten gar nicht in der prallen Sonne sein, Kleinkinder benötigen regelmäßig Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, damit es nicht zum Sonnenbrand kommt. Im Winter oder bei starkem Wind und kühlen Temperaturen helfen fetthaltige Cremes, die empfindliche Haut zu schützen. An die Luft sollten Babys jedoch auch bei ungemütlichen Temperaturen. Das stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern regt auch die Haut an, ihre Hautschutzbarriere zu verstärken. 

 

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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