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27 Februar, 2017 - 10:54
 

Babys – zum Lernen geboren

Vom ersten Atemzug an lernen Babys. Sie können nicht anders, denn es ist für sie lebenswichtig, das Leben so schnell wie möglich kennenzulernen. Ihr Lernpotential ist enorm. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, die Welt zu entdecken und alles zu lernen, was es braucht! 

© Oscar Brunet - Fotolia.com

Von Anfang an ist die Nachahmung eine der beliebtesten Lernmethoden eines Kindes. Schon wenige Stunden alte Babys ahmen die Mimik der Eltern nach: Sie lächeln, runzeln die Stirn oder spitzen die Lippen, je nachdem, was Mama oder Papa vormachen. Diese Kunst hilft Ihrem Kind in den ersten Lebensjahren immer wieder, zu lernen und neue Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln.

 

Lernen durch Nachahmung

Für Babys und Kleinstkinder sind Eltern die ganze Welt. Sie orientieren sich am Verhalten der Eltern, denn diese sind ihre engsten Bezugspersonen und sie vertrauen ihnen. Die Nachahmung ist am Anfang eines Lebens das wichtige Lernmittel. Später, wenn das Kind eigenständiger und beweglicher ist, kommen eigene Experimente hinzu. Wie vor etwas mehr als 15 Jahren entdeckt wurde, sind bestimmte Nervenzellen im Gehirn dafür verantwortlich, dass Babys nicht nur die Bewegungen oder Tätigkeiten ihrer Eltern nachahmen, sondern gleichzeitig auch die entsprechenden Gefühle, Überzeugungen und Grundeinstellungen dazu übernehmen. Diese Zellen heißen Spiegelneuronen. Sie programmieren das Unterbewusstsein in der Kindheit und prägen den Charakter eines Menschen ein Leben lang.

 

Lernen durch Wiederholung

Wiederholungen sorgen dafür, dass sich Verhaltensweisen, Tätigkeiten oder Fakten in unserem Gehirn verankern. Auch für Babys ist die Wiederholung wichtig. Das wissen Eltern instinktiv: Wollen Sie Ihrem Baby zeigen, wie es mit einer Stoffrassel spielen will, werden Sie ihm diese immer wieder zeigen. Das Baby wird die Stoffrassel erkennen und bald auch wissen, was es damit machen kann. Langweilt es sich, werden Sie – wieder ganz instinktiv – wahrscheinlich eine Variation einfließen lassen. Sie lassen die Rassel vielleicht aus dem Blickfeld des Kindes verschwinden lassen, so dass es das Spielzeug nicht mehr sieht, sondern nur noch hört. Dadurch erlangen Sie die Aufmerksamkeit zurück.

Etwas ältere Babys starten dann ihre eigenen endlosen Wiederholungsreihen. Alle Eltern kennen dieses klassische Beispiel: Ihr Baby sitzt im Kinderwagen oder im Hochstuhl, ihm fällt zufällig der Löffel oder ein Spielzeug auf den Boden. Natürlich heben Sie ihm das verlorene Teil auf und geben es ihm in die Hand. Schwupps – liegt es abermals am Boden. Sie heben es nochmals auf. So kann das endlos weitergehen, bis Sie am Rande eines Nervenzusammenbruchs sind. Ihr Baby will Sie nicht ärgern. Es lernt gerade: Durch die ständigen Wiederholungen findet es heraus, wie verlässlich der Zusammenhang zwischen Herunterfallen des Gegenstandes und dem Wiederaufheben durch Sie ist. Es lernt im Prinzip gleich über zwei Dinge etwas: Es erfährt das Gesetz der Schwerkraft und erforscht Ihre Geduld und Gutmütigkeit.

 

Lernen durch Experimentieren

Sobald ein Baby sich bewegen kann, beginnt es seine eigenen Versuche und probiert alles aus, was möglich ist. Dabei verwendet es bereits durch Nachahmung Erlerntes und verwandelt es. Die Methodik des Experimentierens vermischt sich mit der des Wiederholens. So verankert Ihr Baby nach und nach durch eigene Erfahrungen immer mehr Wissen. Die Neugier ist dabei die entscheidende Triebkraft des Kindes. Je freier ein Kind seine eigenen Erfahrungen machen kann, umso eigenständiger und vielfältiger sind die Erkenntnisse, die es daraus erzielt. Allerdings muss ihm dazu eine vielfältige und interessante Umgebung geboten werden. Nur durch viele Reize und Anregungen bilden sich die vielen Verbindungen zwischen den Nervenzellen, die später die Schnelligkeit im Denken ausmachen.

 

So helfen Sie Ihrem Baby beim Lernen

Die Entwicklung eines Babys und sein Lernverhalten werden von Neugier und Nachahmung bestimmt. Eine gezielte Förderung sorgt dafür, dass Ihr Kind die entsprechenden Reize erhält, die sein Gehirn auf Hochtouren bringen. Kinder haben ein riesiges Potential und durch die richtigen Anregungen wird dieses optimal genutzt. Neben gezielter Förderung wie dem PEKiP oder Babyschwimmen können Sie Ihr Kind auch beim täglichen Spiel oder im Alltag fördern:

  • Seien Sie verlässlich und schaffen Sie einen berechenbaren Rahmen für Ihr Kind, denn nur ein Kind, das sich sicher und geborgen fühlt, kann alle Energie aufs Lernen und Entdecken verwenden.
  • Körperkontakt fördert nachweislich die Gehirnentwicklung. Geben Sie Ihrem Säugling dabei die Gelegenheit, Ihren Geruch, aber auch Ihre Mimik kennenzulernen. Eine schöne Möglichkeit, mit Ihrem Baby in Körperkontakt zu gehen, ist die Babymassage. Es lernt dabei gleichzeitig seine Körperteile und auch Körpergrenzen kennen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Baby – von Anfang an. Auch wenn Sie denken, es versteht Sie nicht: Jedes Wort, das Sie an es richten, löst im Gehirn eine Reaktion aus und wird als Information abgespeichert und weiterverwertet.

 

Jungen lernen anders als Mädchen

Männliche Babys sind motorisch aktiver, während Mädchen meist von Anfang an bedachter und umsichtiger erscheinen. Wissenschaftler vermuten jetzt, dass diese Unterschiede im Verhalten und auch im Lernen ihren Grund in einer unterschiedlichen Ausprägung der Gehirnhälften haben. Verantwortlich für die Gehirnentwicklung ist das Testosteron, das männliche Geschlechtshormon. Je mehr Testosteron gebildet wird, umso mehr wird die Entwicklung der rechten Gehirnhälfte aktiviert. Die linke Gehirnhälfte dagegen entwickelt sich umso besser und schneller, je weniger Testosteron vorhanden ist. Nun wird die motorische Entwicklung, aber auch räumliche Vorstellung und Kreativität der rechten Gehirnhälfte zugeschrieben, das Sprachzentrum und der Intellekt dagegen sind in der linken Gehirnhälfte angeordnet.

Wie Kinder die Welt entdecken und welche Mengen an Informationen sie in relativ kurzer Zeit aufnehmen können, ist ein echtes Wunder, das wir immer wieder aufs Neue beachten und auch würdigen sollten.

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Autor

Redaktion
randomness