Skip to main content

Suche

2 Januar, 2016 - 10:36
 

Die ersten Tage mit Kind zu Hause

Wenn die frischgebackenen Eltern mit ihrem Neugeborenen Kind das Krankenhaus verlassen, beginnt das Familienleben mit Kind. Voller Stolz bringt man das Baby nach Hause, wo bereits sein neues Kinderzimmer wartet. Die Eltern freuen sich, endlich geht das Abenteuer los. Doch das startet direkt mit einem der anspruchsvollsten Kapitel für alle: Frau und Kind erholen sich von der Geburt, der Mann kümmert sich um den Rest.

© Anja Roesnick - Fotolia.com

Der Moment, den ich mir schon seit Monaten als einen der schönsten meines Lebens vorgestellt hatte: Ich brachte meine Familie aus dem Krankenhaus heim. Jetzt waren wir nicht mehr ein Ehepaar, jetzt waren wir eine Familie. Voller Stolz war ich, trug das kleine Menschlein im Kinderautositz Richtung Haus. Ja, ich war stolz und gespannt darauf was jetzt kommen würde. Es kam die erste Woche zu Hause mit Kind und sie rollte gnadenlos über uns hinweg.

 

In der ersten Woche haben alle so ihre Problemchen

Für das Baby ist die erste Woche geprägt davon, sich an das Leben außerhalb der Gebärmutter zu gewöhnen. Für einen solch kleinen, schwachen und hilflosen Körper ist eine Geburt eine unglaubliche Anstrengung. Direkt nach der Geburt, im Krankenhaus, schläft das Kind daher tagelang, mit kleineren Unterbrechungen. In der ersten Woche daheim hat das Baby einen großen Bedarf an Muttermilch. Daher muss es sehr oft gesäugt werden und schreit daher auch viel. Bei allem Stress darf man nicht vergessen: Die Geburt war auch für das Kind besonders anstrengend!

Ebenso für die Frau. Für sie beginnt mit der ersten Wehe eine stundenlange Leidenszeit, an deren Ende etwas so Wundervolles steht. Dafür lohnen sich all die Schmerzen und alle Leiden, die auf die Geburt noch folgen. Ebenso wie das Kind muss sich die Frau von den Strapazen der Geburt erholen. Ihr Körper muss sich regenerieren, die Brüste schwellen stark an, der Rücken schmerzt, ein möglicher Dammschnitt erschwert sitzen und laufen.
Doch zu Hause angekommen, muss das Milchbedürfnis des Babys überdurchschnittlich oft befriedigt werden. Das heißt viele schlaflose Nächte – wirklich viel Erholung bekommt die Frau in der Nacht jetzt nicht.

 

Der Zeitplan des Vaters

Jetzt ist die Zeit des Partners und frischgebackenen Vaters! Der weiße Ritter muss ausreiten und Besorgungen tätigen, den Haushalt schmeißen und sich (Sonder-)Urlaub nehmen. Wenn die Brüste der Frau zu empfindlich sind, muss eine Milchpumpe geliehen werden. Sonstige Dinge, die man rund um die Geburt kauft, sind zum Beispiel Muttermilchersatz im Reformhaus, Fläschchen, Windeln oder eine Wärmlampe für den Wickeltisch. Manche Dinge hat man bereits gekauft, manche kauft man erst nach der Geburt.

Während für Frau und Kind in der ersten Woche hauptsächlich Ruhen und Stillen auf dem Tagesplan stehen, muss der frischgebackene Vater die idealen Umstände für die Familie schaffen. Er muss das Nest bereiten. Auch, wenn das Nest dieser Tage nicht so schön und gepflegt aussieht, die neuen Umstände erfordern neue Prioritäten. Sowieso wird dem Mann jetzt bewusst, dass er jetzt ein Vater ist. Neue Verantwortung wartet auf ihn. Neue Erwartungen werden gestellt. Neue Probleme kommen auf ihn zu.

Am Ende der Woche wird er seinen Sonderurlaub, den er beim Arbeitgeber beantragen sollte, komplett damit verbracht haben, sich seiner neuen Verantwortung zu stellen und zu lernen. Er hat gelernt, wie man Windeln wechselt, das Baby an- und auszieht, eine Milchpumpe bedient oder Muttermilchersatz zubereitet und darreicht. Er hat einen langen Einkaufszettel abgearbeitet, er hat eine Hebamme organisiert, er hat Behördenstress über sich ergehen lassen und er hat sich das alles eigentlich ganz anders vorgestellt.

 

Für das Kind tut Mann das doch gern!

Ja, so war es auch bei mir und meiner ersten Woche als Familienoberhaupt. Alles fing ganz entspannt im Krankenhaus an, als mein winziger Sohn stundenlang auf meiner Brust lag und schlief. Ich war fassungslos, dass da tatsächlich mein Sohn lag, mein Erstgeborener und  Stammhalter, die Quintessenz aus meiner Frau und mir.

Als wir nach Hause kamen, wich die Romantik dann schnell der Realität, denn die Anstrengungen der Geburt fordern ihren Tribut, das Baby fordert Muttermilch und dann ist eben der Vater gefordert. Aber ich war dennoch nicht enttäuscht, denn Pflichten und Aufgaben gehören eben zum Vatersein dazu.

Ja, die erste Woche mit Kind zu Hause ist anstrengend und wahrlich ein besonderer Urlaub. Aber es gibt noch hunderte Wochen, die folgen und jede Woche als Vater ist wunderschön!
 

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion Vaterfreuden.de