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3 Juli, 2017 - 07:43
 

Die Phasen des Baby-seins: ankommen, orientieren und entdecken

Die Geburt ist nicht nur für die Mutter, sondern auch fürs Baby ein anstrengendes und vielleicht sogar traumatisches Erlebnis. Ist es einmal geboren, braucht es seine Zeit, um in der Welt anzukommen und sich zu orientieren. Sind diese Schritte vollbracht, entdeckt es seine Welt mit allen Sinnen.

© didesign - Fotolia.com

Das Leben außerhalb der Gebärmutter ist fürs Baby ein Abenteuer und eine unendliche Entdeckungsreise. Jedes Baby geht dabei seinen individuellen Weg und macht täglich neue Entwicklungsschritte. Von Anfang an sind Liebe, Fürsorge und Zuwendung wichtige Begleiter, um dem Kind zu ermöglichen, sich zurechtzufinden und neugierig die Welt um sich herum zu erkunden.


Erst einmal ankommen

Nach der Geburt ist für das Baby nichts mehr so, wie es einmal war. Viele Babys reagieren darauf mit viel Schlaf, andere sind von Anfang an neugierig und aufmerksam. Andere wieder verbringen die erste Zeit mit viel Schreien, um die neuen Eindrücke zu verarbeiten. Damit Ihr Baby gut in der Welt ankommt, ist es wichtig, eine enge Bindung aufzubauen und sein Urvertrauen zu entwickeln. Viel Körperkontakt und Nähe sind deshalb besonders wichtig. Durch das Urvertrauen werden wichtige Grundlagen fürs spätere Leben gebildet. Dazu gehören Selbstwertgefühl, Liebesfähigkeit und Vertrauen in sich selbst, ins Leben und in andere Menschen. Damit Ihr Kind in Ruhe ankommen kann, sollten Sie ihm auch viel Ruhe gönnen. In den ersten Lebenstagen sorgt es allerdings auch selbst dafür. Der Sehsinn ist noch schwach ausgeprägt und auch die Aufmerksamkeit reicht nur bis zur unmittelbaren Umgebung. Damit schützt sich das Baby vor zu vielen Eindrücken auf einmal und ist sehr auf sich selbst, seine Körperempfindungen und Bedürfnisse bezogen. Die Kleinen können allerdings durchaus Gegenstände oder Gesichter im näheren Umkreis von 20 cm wahrnehmen und auch fixieren. Allerdings nur kurz. Sie werden vielleicht bemerken, dass Ihr Kind schnell anfängt zu schielen, wenn es etwas für längere Zeit fixiert.


Orientierung in der Welt

Hat sich Ihr Baby an die neue Umgebung gewöhnt, beginnt es, sich zu orientieren. Sein Blick wird weiter, es schaut sich um, kann den Kopf heben und fängt an gezielt Kontakt aufzunehmen, das erste Lächeln ist zu sehen. Nach und nach ist deutlich zu erkennen, dass das Interesse für die Umgebung steigt, dass sich Ihr Kind orientiert und Neues entdeckt. Gleichzeitig macht es erste bleibende Erfahrungen. So lernt es, dass Saugen beruhigend ist, vor allem an Mamas Brust. Es nutzt auch seine eigenen Hände zur Befriedigung des Saugreflexes oder ein erreichbares Tuch oder ein Stofftier. Mit dem Abklingen des Greifreflexes im 2. Monat öffnen sich die bis dahin geschlossenen Hände des Babys. Es entdeckt die einzelnen Finger. Das ist zum Beispiel daran zu erkennen, dass es nicht wie bisher die ganze Hand, sondern auch einzelne Finger in den Mund steckt. Weiterhin ermöglicht ihm die geöffnete Hand, nach etwas zu greifen.  


Die Entdeckerfreude

Das Erste, was ein Baby erkundet, sind die eigenen Hände und Füße. Oft beschäftigt es sich lange Zeit mit nur einem kleinen Aspekt seiner Umwelt und erkundet diesen mit allen Sinnen. Sobald die Motorik es zulässt, steckt es Dinge in den Mund. Diese Phase beginnt mit ca. drei Monaten. Es nutzt den ausgeprägten Tastsinn über den Mund, der in dieser Zeit noch besser ausgebildet ist als der Sehsinn. Durch viele aktive Nervenenden in Lippen, Mundraum und Zunge macht es sich ein Bild von der Beschaffenheit, der Konsistenz und dem Geschmack von Gegenständen. Gleichzeitig übt es durch das Greifen und zum Mund führen seine Motorik und entwickelt die Hand-Augen-Koordination.
Wie in jeder anderen Phase gilt auch hier: Lassen Sie Ihrem Baby Zeit für sich und seine eigenen Erfahrungen. Ihm immer neue Eindrücke und Spielzeug anzubieten, überfordert es schnell. Auf Dauer können übermäßige „Störungen“ von außen dazu führen, dass Ihr Kind regelrecht verlernt, sich mit sich selbst zu beschäftigen und ganz geruhsam seine Welt zu entdecken.


Das Baby wird mobil

Etwa ab dem 7. bis 9. Monat wird Ihr Baby, das vorher meist noch recht ortsbezogen war, langsam mobil. Dann kennt seine Lust am Entdecken keine Grenzen mehr. Alles Erreichbare wird erkundet und untersucht. Wichtige Phasen der Mobilität sind:

  • Das Greifen und Festhalten von Gegenständen
  • Das Robben und/ oder Rollen als erste Fortbewegungsart
  • Das Krabbeln auf allen Vieren oder im Bärengang

Vor allem das Krabbeln ist für Ihr Kind eine grandiose Leistung. Es muss dazu Arme und Beine koordinieren können. Das ist anfangs anstrengend, ermöglicht dem Kind aber erstmals eigene Entscheidungen, wo es sich im Raum aufhalten will. Um Ihrem Baby größtmöglichen Entdeckerspielraum und Sicherheit gleichzeitig zu ermöglichen, sollten Sie Ihre Wohnung spätestens jetzt kindersicher gestalten. Alles, was fürs Kind gefährlich sein könnte, muss außerhalb seiner Reichweite gelagert werden. Weiterhin empfehlenswert sind Ecken- und Kantenschutz, die Sicherung wackeliger Möbel und des Fernsehers.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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