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11 Mai, 2017 - 11:35
 

Ernährung des Kindes in den ersten zwei Lebensjahren

War es früher ausschließlich Frauensache, die täglichen Mahlzeiten zu organisieren, ist es heute die Regel, dass Mann sich ebenfalls mit dem Thema Ernährung beschäftigt. Während Erwachsene Lebensmittel nach dem Lustprinzip auswählen können, gelten für Säuglinge und Kleinkinder noch einige Einschränkungen, die für eine gesunde Entwicklung beachtet werden müssen. Über die ersten zwei Lebensjahre entwickelt ein Kind erst die Fähigkeit, dieselbe Nahrung wie die Eltern verdauen zu können.

© MAK - Fotolia.com

Ernährung im ersten Lebenshalbjahr

Im ersten Lebenshalbjahr eines Säuglings ist alles noch ganz einfach. Stillkinder können ausschließlich mit Muttermilch ernährt werden. Der Körper der Frau ist so anpassungsfähig, dass sich Menge und Zusammensetzung entsprechend der kindlichen Entwicklung verändern. Dadurch ist der Säugling stets optimal mit allen erforderlichen Nährstoffen versorgt. Sogar eine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr mit Tee oder Wasser ist nur in Ausnahmefällen wie Krankheit oder bei hohen Temperaturen erforderlich. Ähnlich verhält es sich bei der Ersatzmilch, allerdings muss dort in der Regel zusätzliche Flüssigkeit gegeben werden, da die Ersatzmilch dickflüssiger ist und es häufig zu Verstopfung kommt. Bei der Säuglingsmilch sollte auf Qualität geachtet werden. Verwenden Sie möglichst Bio-Produkte, prüfen Sie aber vorab, ob dort, wo „Bio“ draufsteht, auch „Bio“ drin ist.

Das Ende der reinen Ernährung mit Mutter- oder Säuglingsmilch läuten die Babys meist selbst im Alter von etwa sechs Monaten ein. Der Saugreflex lässt nach und das Baby zeigt ein Interesse daran, was die Erwachsenen essen.


Ernährung vom sechsten Lebensmonat bis zu einem Jahr

Jedes Kind ist anders. Der Großteil der Babys ist jetzt aber willens und in der Lage, die ersten Breimahlzeiten zu sich zu nehmen. Optimal ist es, eigene Breie selbst zuzubereiten. Man fängt mit einer Gemüsesorte – in Bioqualität - an und bereitet daraus einen glattpürierten Brei zu, der auf keinen Fall Klümpchen haben darf, damit das Baby sich nicht verschluckt. Alternativ gibt es Breikost aus Gläschen, die in altersgerechten Zusammensetzungen angeboten wird.

Bei den ersten Fütterungsversuchen sollte man sich auf einiges gefasst machen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und so müssen Baby und Papa erst lernen, wie das Essen mit dem Löffel eigentlich funktioniert. Eine halbliegende Position auf dem Schoß bewährt sich meist, ein großer Latz und ein feuchter Lappen sollten bereitliegen. Als erster Löffel eignet sich ein einfacher Plastiklöffel, zum Beispiel ein Eierlöffel. Im Handel werden jedoch auch speziell ergonomisch geformte Löffel für die Breifütterung angeboten. Bei der Temperatur gilt: Lieber etwas zu kühl als zu heiß, zum Testen kann man selbst probieren – aber bitte mit einem anderen Löffel.

Neben der Breikost, die anfangs erst einmal eine Milchmahlzeit ersetzen sollte, kann Baby auch schon auf einem trockenen einfachen Brötchen kauen.


No-Gos in diesem Alter sind unter anderem:

  • Zuckerhaltige Kekse

Sie können die in diesem Alter einschießenden ersten Zähne belasten und zu Verstopfung führen. Zusätzlich besteht Zucker aus „leeren“ Kalorien ohne Nährwert, die ein Baby nicht benötigt

  • Vollkornprodukte

Sie können von Kleinstkindern noch nicht verdaut werden

  • Bienenhonig

Er kann den Krankheitserreger Clostridium botulinum enthalten, der schon in kleinsten Mengen den Darm des Säuglings lähmen und anschließend auf alle Körpersysteme übergreifen. Unbehandelt führt die Infektion, die Säuglingsbotulismus heißt, zum Tod.

  • Kuhmilch

Kinder, die bereits unter einem Jahr Kuhmilch zu sich nehmen, leiden nachweislich öfter unter Allergien und Milcheiweiß-Unverträglichkeiten. Vor allem Rohmilch kann Krankheitserreger, wie zum Beispiel Salmonellen, enthalten.

 

Prinzipiell gilt fürs erste Lebensjahr, dass die Beikost nur sehr mild mit etwas Salz gewürzt sein darf, scharfe Gewürze sind tabu. Vor allem Fleisch sollte immer gut durchgegart sein. Außerdem sollten dem Baby nicht zu viele verschiedene Nahrungsmittel auf einmal angeboten werden. Dies hat einerseits den Sinn, dass sich die kindlichen Geschmacksnerven in Ruhe ausbilden können. Ein weiterer Grund ist, dass etwaige Unverträglichkeiten so leichter zu erkennen sind. Man lässt das entsprechende Nahrungsmittel dann einfach weg und versucht es eventuell einige Monate später erneut.
Für einen Brei kann man einfach verschiedene sorten Obst durch den Mixer drehen und mit Breipulver anreichern und eindicken. Es geht aber - für die Hobbyköche unter den Eltern, die Ihrem Kind etwas Besonderes bieten wollen - auch deutlich aufwendiger. Hier ein paar Beispiele.

Je mehr ein Kind zugefüttert wird, desto höher ist auch der Flüssigkeitsbedarf. Hier eignen sich klares Wasser oder ungesüßte Tees. Fruchtsäfte sind prinzipiell ab dem sechsten Monat möglich, sollten aber nur in stark verdünnter Form gereicht werden, um die ersten Zähne nicht unnötig zu belasten.


Kulinarische Entdeckungstour im zweiten Lebensjahr

Spätestens nach dem ersten Geburtstag steigt das Interesse an der Ernährung stetig an. Was Mama und Papa essen, will ich auch probieren. Nach dieser Devise möchte das Kind alles testen, sehen, ob es ihm schmeckt. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden. Das Kind kann nun das meiste essen, lediglich zu stark gewürzte, fettige und sehr zuckerhaltige Speisen sollten noch nicht angeboten werden. Vorsicht ist auch bei blähenden Nahrungsmitteln, wie zum Beispiel Kohl geboten. Milch kann jetzt in kleinen Mengen angeboten werden, Milchprodukte sind unbedenklich und auch vom Honig geht nun keine Gefahr mehr aus. Wenn man es zulässt, dann wissen die Kinder meist selbst ganz gut, was sie vertragen und greifen automatisch nach den geeigneten Nahrungsmitteln. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Kind nicht schon von künstlichen Geschmackstoffen, wie zum Beispiel Zucker beeinflusst wird. Auch wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass Kinder zuckerhaltige Lebensmittel zu sich nehmen, sollte man den Anteil so gering wie möglich halten. Je länger ein Kind zuckerarm ernährt wird, desto positiver wirkt sich das auf die Entwicklung und auch auf das spätere Ernährungsverhalten aus.

Was die Getränke angeht, gelten im Prinzip die gleichen Regeln wie im ersten Lebensjahr. Je weniger zuckerhaltige Getränke, umso besser. In diesem Zusammenhang ist auch zu beachten: Milch zählt nicht als Getränk, sondern als Nahrungsmittel. Täglich sollte das Kind nun mindestens einen Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.


Grundsätzlich gilt für die Ernährung von Säugling und Kleinkind, dass jedes Kind sein ganz persönliches Entwicklungstempo und auch seine persönlichen Vorlieben hat. Manche Kinder beginnen erst mit einem Jahr, feste Nahrung anzunehmen, andere greifen schon mit vier Monaten zu. Während einige Kinder nahezu alles essen, haben andere ganz bestimmte Vorlieben, die den Ernährungsplan manchmal sehr eingeschränkt wirken lassen. Befolgt man die Grundregeln der kindlichen Ernährung, kann man seinem Kind darüber hinaus freie Hand in der Auswahl lassen. Stellt man bei seinem Kind zu irgendeinem Zeitpunkt Allergien gegen einzelne Nahrungsmittel fest, sollte man schnell reagieren und den Kinderarzt zu Rate ziehen.

 


Zum Weiterlesen:
http://www.babyernaehrung.de
http://gesundesleben.at/essen-und-trinken/gesund-essen/ein-leben-lang/kinderernaehrung-so-ernaehren-sich-kinder-optimal

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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