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17 Juli, 2017 - 08:20
 

Mein Baby zahnt - die Milchzähne kommen

Endlich hat sich alles ein wenig eingespielt, die kleine Familie samt Nachwuchs hat ein Mindestmaß an Rhythmus und Routine gefunden, da geht’s schon wieder los: Die ersten Zähne kommen. Bei vielen Kindern ist die Zeit des Zahndurchbruchs mit Schmerzen und damit für die Eltern mit jeder Menge Geschrei verbunden.

© AlexQ - Fotolia.com

Wenn das friedliche Baby auf einmal quengelig und unausgeglichen wirkt, ständig sabbert, auf seinen Fingern herum kaut und plötzlich scheinbar unmotiviert aufschreit, dann kündigen sich meist die ersten Zähne an. In der Regel ist das im Alter von 6 bis 8 Monaten, aber auch hier machen die Kleinsten mal wieder was sie wollen: Manches Baby ist noch mit 11 oder 12 Monaten zahnlos, das ein oder andere kommt gar mit einem ersten Zahn im Mund zur Welt.

Auch auf das Einschießen des ersten Zähnchens reagieren nicht alle Kinder gleich. Bei manchem Kind sieht man es plötzlich im Mund weiß blitzen und auf einmal ist er da. Dies ist allerdings eher die Ausnahme und ein Glück für die Eltern. In der Regel ist das Zahnen für Babys mit mehr oder weniger starken Schmerzen verbunden. Was Ihrem Baby das Zahnen erleichtert, lässt sich am besten durch Ausprobieren herausfinden.


Die Zähne schießen ein

Ab dem dritten Monat beginnen die Zähne in Intervallen aus den Tiefen des Kiefers emporzuschieben. Meist fangen die Babys in diesem Alter schon an zu sabbern, sie werden quengeliger und haben immer mal wieder knallrote Bäckchen.

Die ersten Zähne erscheinen in der Regel im Unterkiefer. Entweder kommt einer nach dem anderen oder sie brechen gleich im Zweiergespann durch das Zahnfleisch. Ab dann kommt ungefähr jeden Monat ein neuer Zahn. Geht man davon aus, dass das Baby mit 6 Monaten mit dem Zahnen beginnt, dann hat es also mit einem Jahr 6 Zähne. In diesem Rhythmus kommt nun meist Zahn auf Zahn, so dass mit ungefähr zweieinhalb Jahren das Kleinkindgebiss mit seinen 20 Milchzähnen komplett ist. Die Infektneigung kann in der Zeit des Zahnens verstärkt sein, mitunter haben die Kleinen Durchfall oder einen wunden Po.

Aber auch stillende Mütter machen in dieser Zeit einiges durch. Viele Babys kommen mit den ungewohnten Hindernissen im Mund beim Saugen schlecht zurecht und da ist immer mal wieder ein kräftiger Biss in die mütterliche Brustwarze fällig. Das tut weh und nicht selten stillen Frauen ab, wenn ihre Kinder die ersten Zähnchen bekommen.


Erleichterung fürs zahnende Baby

Es gibt einige Mittel und Wege, einem Kind das Zahnen zu erleichtern. Aber unsere Kinder sind auch darin individuell: Was das eine zum Verstummen bringt, bleibt beim Nächsten wirkungslos oder lässt es noch lauter schreien. Also heißt es, sich durch die Möglichkeiten durchzuprobieren und vor allem auch daran zu denken, dass das, was heute super hilft, morgen schon lange nicht mehr funktionieren muss.

  • Massieren Sie das Zahnfleisch und den Kiefer schon, bevor die Zähne den Kiefer durchbrechen; entweder mit den Fingern oder mit speziellen Silikonfingerlingen, die es in der Apotheke gibt.
  • Manchen Babys hilft es, auf harten Gegenständen herumzukauen. Das kann ein Stück hartes Brot (kein Vollkornbrot), Apfelhälften oder auch ein weicher Plastiklöffel sein. Wenn die Gegenstände leicht gekühlt sind, helfen sie besser. Allerdings müssen Sie darauf achten, dass Ihrem Baby keine Stückchen davon in den Hals rutschen.
  • Beißringe, im Kühlschrank gekühlt, sind oft wirksam, können aber schädliche Substanzen enthalten. Darauf sollten Sie schon beim Kauf achten.
  • Verschiedene homöopathische Mittel können die Zahnungsbeschwerden erleichtern. Besonders wirksam ist Osanit, ein Kombinationsmittel oder auch Chamomilla. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten.
  • Betäubende Mittel wie das bekannte Dentinox enthalten Lidocain, das Allergien hervorrufen kann und sollten nur im Notfall verwendet werden.
  • Manche Kinder lassen sich durch das Kauen auf einer Veilchenwurzel, die ebenfalls eine leicht betäubende Wirkung hat, beruhigen.


Pflege der ersten Zähne

Sobald der erste Zahn zu sehen ist, sollten Sie das Baby ans Zähneputzen gewöhnen. Machen Sie daraus von Anfang an eine unausweichliche Selbstverständlichkeit, das spart in späteren Jahren viele abendliche Diskussionen. Anfangs genügt es, die Zähne abends vor dem Schlafen gehen mit einer weichen Babyzahnbürste zu säubern. Zahnpasta ist jetzt noch nicht nötig. Wichtig ist, dass die ersten Putzaktionen dem Baby nicht unangenehm sind oder gar wehtun.

Wenn es Sie so gar nicht putzen lassen mag, dann geben Sie ihm die Zahnbürste für diesen Tag in die Hand und lassen Sie es darauf herum kauen. Die Tatsache, dass die Zahnbürste überhaupt im Mund steckt, ist in diesem Alter wichtiger als das eigentliche Putzen.

Wenn Ihr Kind dann richtig isst, sollten Sie morgens und abends Zähneputzen und entsprechende Kinderzahnpasta verwenden. Achten Sie auf den Flouridgehalt, ist er zu hoch, verursacht das später Verfärbungen an den bleibenden Zähnen.


Neben dem regelmäßigen Zähneputzen können Sie noch weitere Maßnahmen ergreifen, um die Zähne Ihres Kindes gesund zu erhalten:

  • Verzichten Sie auf zuckerhaltige Limonade und reichen Sie Ihrem Kind lieber Wasser, ungesüßten Tee oder verdünnte Fruchtsäfte.
  • Geben Sie Ihrem Kind keine süßen Getränke mit der Nuckelflasche, die dauerhafte Umspülung der Zähne verursacht schnell Karies.
  • Wenn Ihr Kind zwischendurch Süßes isst, dann leistet auch einmal ein Zahnputzkaugummi für Kinder gute Dienste.
  • Entdecken Sie das erste Loch, dann gehen Sie sofort zum Zahnarzt. Je länger die Milchzähne halten, umso besser. Vor allem die Backenzähne können erst im Alter von zwölf oder dreizehn Jahren wechseln.


Damit Ihr Kind gerne und regelmäßig Zähne putzt, sollten Sie Vorbild sein. Putzen Sie die Zähne gemeinsam mit Ihrem Kind. Wenn es Probleme gibt, dann helfen eventuell kleine Spiele, ein Zahnputzlied oder eine Handpuppe, um dem Kind das lästige Reinigen zu versüßen.

 


Zum Weiterlesen:
http://kinderzahnaerzte.de/
http://kariesvorbeugung.de/

http://www.gerne-zähneputzen.de/

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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