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6 Februar, 2015 - 11:59
 

Mythen & Fakten der Vererbung beim Menschen

Es kursieren seit Urzeiten Gerüchte um die Vererbung beim Menschen. Dieser Beitrag versucht, mit den wildesten von ihnen aufzuräumen.

© Elena Stepanova - Fotolia.com

Mythos Geschlecht

Überlieferungen aus früheren Zeiten berichten davon, wie die Männer es ihren Frauen übelnahmen, wenn diese das fünfte Mädchen auf die Welt brachten, während der Mann sich sehnlichst einen Stammhalter wünschte.
Inzwischen weiß man, dass der Mann für die Vererbung des Geschlechts ausschlaggebend ist, da die Spermien es sind, die die Erbinformationen bezüglich des Geschlechts tragen.


Mythos Augenfarbe

Viele glauben, wenn ein Teil eines Elternpaares blaue Augen hat, werden die Kinder dies automatisch erben. So einfach ist das jedoch nicht. Fakt ist, dass die blaue Augenfarbe rezessiv vererbt wird. Damit ein rezessiver Faktor in das äußere Erscheinungsbild treten kann, muss er bei einem Individuum doppelt auftreten. Bei einem dominanten Faktor hingegen genügt es, wenn er einmal auftritt. Das bedeutet: Wenn ein Elternteil braune Augen hat, werden die Kinder mit 50-100 % Wahrscheinlichkeit braune Augen haben. Das gilt unabhängig von der Augenfarbe des anderen Elternteils. Allerdings können zwei braunäugige Eltern ein blauäugiges Kind haben. Das geht jedoch nur dann, wenn beide ein Gen für blaue Augen in ihrer Erbmasse (Genotyp) tragen. Im Blog von myToys gibt es einen Augenfarbenrechner, der es ermöglicht, die wahrscheinlichste Augenfarbe Ihres Kindes zu errechnen.


Mythos Haarfarbe

Ähnlich wie die Augenfarbe vererbt sich auch die Haarfarbe, wobei die Erbfaktoren für dunkle Haare gegenüber denjenigen für blonde Haaren dominant sind. Rote Haare sind gegenüber blonden dominant und gegenüber schwarzen rezessiv. Oft kommt es aber auch zu Zwischentönen ("Mittelblond", "Hellbraun"), bei denen die Pigmentierung des einzelnen Haares stärker oder schwächer konzentriert sein kann. Man spricht dann von einer intermediären Vererbung. Das bedeutet, dass eine Mischform beider elterlicher Erbanlagen ausgebildet wird.


"Schönheit"

Ein ebenmäßiges Gesicht vererbt sich nicht automatisch. Für die gleichmäßigen Gesichtszüge ist es ausschlaggebend, dass beide Eltern sich annähernd ähneln. Wenn beide z.B. eine Stupsnase oder beide eine gerade Nase haben, sind beim Kind ebenmäßige Gesichtszüge mit höherer Wahrscheinlichkeit zu erwarten, als wenn sich die Eltern in diesem Merkmal nicht sehr ähnlich sähen.


Intelligenz

Auch Intelligenz ist zu einem Teil erblich, kann aber auch zu einem erheblichen Teil durch Umwelteinflüsse geprägt werden.


Bestimmte Eigenschaften

Eigenschaften wie z.B. Linkshändigkeit sind möglicherweise auch erblich. Zumindest hat man herausgefunden, dass das Gen LRRTM1 kontrolliert, welchen Hirnregionen welche Aufgaben zukommen. Forschungen über dieses Gen werden in Zukunft Aussagen darüber zulassen, wie diese Aufgaben im Hirn verteilt sind.
Daneben sind auch bestimmte psychische Dispositionen erblich. Es wird sich jedoch nicht immer scharf abgrenzen lassen, welche Einflüsse Eltern durch Erziehung an ihre Kinder weitergeben und welche Eigenschaften tatsächlich vererbt sind.
 

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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