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11 Juli, 2011 - 10:51
 

SIDS – der plötzliche Kindstod

Der plötzliche Kindstod ist rückläufig, trotzdem gehört er zu den häufigsten Todesursachen im ersten Lebensjahr. Theorien darüber, wodurch ein völlig gesundes Kind so plötzlich sterben kann, gibt es verschiedene. Wirklich bewiesen ist keine davon. Allerdings gibt es Risikofaktoren, die Eltern durch die entsprechenden Maßnahmen minimieren können.

© S.Kobold - Fotolia.com

Von SIDS, dem „Sudden Infant Death Syndrome“ waren im Jahr 2007 immerhin noch fast 230 deutsche Babys betroffen. Etwa 90% dieser Kinder, die meist zwischen zwei und zwölf Monaten alt waren, starben in der Nacht – Warnzeichen für die Eltern gibt es in der Regel nicht. Manchmal wird davon berichtet, dass die Babys vorher unruhig waren und stark geschwitzt haben.

 

 

Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod

Man weiß nicht wirklich, was passiert, wenn ein Kind plötzlich stirbt. Studien aus England und Neuseeland haben ergeben, dass giftige Gase aus den Babymatratzen dafür verantwortlich sein könnten. Sie enthalten Substanzen, die dazu führen, dass der Schimmelpilz „Scoulariopsis brevicaulis“ giftige Gase freisetzt. Atmet das Baby sie ein, führen die Gase im Körper zu Atemlähmung und Herzstillstand. Besonders im leicht feuchten Milieu der Matratze und bei höheren Temperaturen ist der Pilz aktiv.

Andere Theorien gehen von einer genetischen Vorbelastung aus, die allerdings mit anderen Faktoren kombiniert sein muss, um SIDS auszulösen. Ein unreifer Atemmechanismus, aber auch ein Virus, das bei der Entstehung von Atemwegserkrankungen beteiligt ist, könnte eine Rolle spielen. Schließlich kann auch eine Störung der Weiterleitung von Neurotransmittern dazu führen, dass der Atemreflex nicht ausgelöst wird.

Als Risikofaktoren von außen, die sich teilweise von den Eltern beeinflussen lassen, werden folgende Punkte angesehen:

 

  • Schlafen in Bauchlage; etwa 80% aller verstorbenen Kinder schliefen auf dem Bauch.
  • Zu warme Schlaftemperatur.
  • Impfungen und Infektionen, die zu Fieber und Schwitzen führen.
  • Rauchen während Schwangerschaft und Stillzeit; dies wirkt sich möglicherweise negativ auf die Entwicklung der Atmungsorgane beim Kind aus.
  • Drogenkonsum in der Schwangerschaft.
  • Sehr junge Mütter.
  • Mehrlings- und Frühgeburten.
  • Ernährung mit dem Fläschchen (im Vergleich zum Stillen).

 

So schützen Sie Ihr Baby vor dem plötzlichen Säuglingstod

Risikofaktoren minimieren und Warnzeichen im Vorfeld beachten. So lautet die Devise, mit der Sie Ihr Baby schützen können. Sind Kinder durch einen oder mehrere der oben genannten Faktoren besonders gefährdet, können sie mit Hilfe eines Monitors überwacht werden. Atmung und Herzfrequenz werden dabei ständig kontrolliert, kommt es zu Unregelmäßigkeiten, wird Alarm geschlagen.

Weiterhin sollten Sie folgende Punkte prüfen und beherzigen:

 

  • Lassen Sie Ihr Baby im ersten Jahr auf dem Rücken schlafen, dies gilt allerdings nur solange, bis es sich selbst umdrehen kann. Ist diese Entwicklungsstufe erreicht, dann verringert sich die Gefahr von SIDS.
  • Kopfkissen, Felle, Kuscheltiere und ähnliches Schlafzubehör sollte im ersten Lebensjahr vermieden werden. Am sichersten schläft das Baby in einem Babyschlafsack ohne Kopfkissen.
  • Die Temperatur in der Schlafumgebung sollte etwa 18 Grad betragen.
  • Rauchen im Schlafzimmer und am besten in der kompletten Wohnung ist tabu.
  • Schläft das Baby im ersten Jahr im (natürlich rauchfreien!) Elternschlafzimmer im eigenen Bettchen, im Babybalkon oder bei den Eltern im Bett, wird das Risiko ebenso verringert. (Hier gehen jedoch die Meinungen auseinander)
  • Gehen Sie regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen, dann können Prädispositionen (erbliche Vorbelastungen) früh entdeckt werden.

 

Kranke Babys sind besonders gefährdet und es gibt einige Anzeichen, die einen Arztbesuch und eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich machen:

 

  • Ihr Baby hat Atempausen.
  • Es ist sehr blass und schwitzt stark.
  • Auf der Haut zeigen sich blaue Verfärbungen.
  • Ihr Baby erbricht häufig.
  • Es hat Probleme mit dem Trinken und verschluckt sich häufig.
  • Ihr Baby hat Fieber, ohne dass eine Ursache erkennbar ist.
  • Ihr Baby lässt sich schwer wecken.
  • Es schreit auffallend schrill.

 

Diese Symptome können auf Herz- oder Atemwegserkrankungen hinweisen und machen eine gründliche Untersuchung nötig.

 

Was tun im Notfall?

Finden Sie Ihr Baby ohne Puls und Atmung in seinem Bettchen müssen Sie sofort den Notarzt verständigen. Bis dieser eintrifft, versuchen Sie Ihr Baby durch Mund-zu-Mund-Beatmung und eine Herzmassage wiederzubeleben.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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