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22 August, 2016 - 09:51
 

Wie Bindung entsteht – und was Eltern und Kinder fürs Bonding brauchen

Die frühe Eltern-Kind-Bindung sichert dem Baby in den ersten Lebensmonaten und Jahren das Überleben. Es ist auf die Fürsorge seiner Bezugspersonen angewiesen. Gesichert wird diese durch die Bindung, die sich bereits in den ersten Lebenstagen entwickelt und immer mehr verstärkt wird.

© Anyka - Fotolia.com

Bei den Eltern, insbesondere den Müttern, geht es meist schnell: Bereits die ersten Minuten nach der Geburt sorgen für eine lebenslange liebevolle Verbindung zwischen Mutter und Kind. Die Kinder brauchen etwas mehr Zeit. Für eine dauerhafte und stabile Bindung ist deshalb gerade in den ersten Lebensjahren viel Zeit und Nähe zum Kind nötig. Besonders die Väter – in der Regel immer noch die Hauptverdiener innerhalb der Familie - sind hier gefordert.


Bonding – der Beginn einer lebenslangen Beziehung

Unter dem Begriff Bonding wird die Verbindung zwischen Eltern und Baby vor allem in den ersten Lebensstunden und –tagen verstanden. Wird ein Baby geboren, braucht es neben Nahrung in erster Linie Geborgenheit, Schutz und Wärme. Erhält es dies von beiden Elternteilen, ist der erste Schritt zu einer engen emotionalen Verbindung getan, die ein Leben lang andauern wird. Für das Neugeborene ist dieses erste Gemeinschaftsgefühl elementar, sichert es ihm doch das Urvertrauen, das für ein glückliches und zufriedenes Leben entscheidend ist. Auch die Eltern gewinnen durch diese Bindung - nämlich an Stärke und Sicherheit und der Fähigkeit, auch schwierige und anstrengende Zeiten zu überstehen.


Die erste Bindung entscheidet über spätere Beziehungen

In der Bonding-Phase, die hauptsächlich im ersten Lebensjahr angesiedelt wird, entscheidet sich für ein Kind viel: So zum Beispiel wie es spätere Beziehungen lebt und erlebt. Ein Neugeborenes, das in seinen ersten Lebensstunden und auch weiterhin Nähe, Sicherheit und Vertrauen kennengelernt hat, wird dies durch sein ganzes Leben als wichtiges Potenzial mitnehmen. Gute Bindung und Urvertrauen helfen dem späteren Erwachsenen dabei, ins Leben zu vertrauen und auch schwierige und scheinbar aussichtslose Situationen zu meistern.


Bonding ist kein Zeitpunkt, sondern ein Prozess

Häufig wird Bonding auf die erste Stunde nach der Geburt eingegrenzt. Ein unglücklicher Start ins Leben, zum Beispiel durch einen Kaiserschnitt oder einen Klinikaufenthalt des Babys wird demzufolge schnell als Katastrophe angesehen. Hier können Sie jedoch ganz ruhig bleiben. Natürlich ist es ideal, wenn Baby seine ersten Minuten in dieser Welt auf Mamas oder Papas Bauch verbringen darf. Ist das nicht der Fall, handelt es sich jedoch nicht um eine Katastrophe. Auch im weiteren Verlauf kann eine intensive Bindung aufgebaut werden. Besonders wichtig ist die liebevolle Zeit, die die Eltern mit ihrem Baby verbringen. Durch Baden, Herumtragen, Wickeln und Wiegen wird immer wieder die Bindung verstärkt – und das auf beiden Seiten. Deshalb ist es gerade auch für die Väter so wichtig, diese Aufgaben regelmäßig und sooft wie möglich zu übernehmen und zwar auch dann, wenn das Baby noch sehr klein ist und kaum zu reagieren scheint.


So können Sie das Bonding unterstützen

Das Bonding beginnt, wenn Sie Ihr Baby das erste Mal im Arm halten und wird durch gemeinsam verbrachte Zeit immer mehr verstärkt. Unterstützen können Sie und Ihre Partnerin diesen Prozess auf viele Weisen:

  • Genießen Sie bereits im Krankenhaus, aber auch später zuhause immer wieder ungestörte Momente mit Ihrem Kind.
  • Sorgen Sie für Hautkontakt und schmusen und kuscheln Sie reichlich und sooft Sie und Ihr Baby mögen.
  • Damit das Baby sich im Kontakt mit Ihnen wohlfühlt, sollte es gerade beim Baden oder Wickeln ausreichend warm im Raum sein.
  • Seien Sie sensibel und reagieren Sie auf Babys Signale möglichst prompt.
  • Tragen Sie Ihr Kind soviel es geht – besonders praktisch und rückenschonend ist dies mit geeigneten Tragehilfen möglich.


Bindungen wollen gepflegt werden, das gilt insbesondere auch für die Eltern-Kind-Bindung. Diese ist meist wesentlich leichter aufrechtzuerhalten, wenn das Kind noch klein, hilfsbedürftig und niedlich ist. Im Grundschulalter und spätestens in der Pubertät kommt es zunehmend zu Reibungspunkten und Konflikten. Immer wieder die Bindung und das gegenseitige Vertrauen zu pflegen ist dann besonders wichtig, damit der Kontakt nicht verloren geht.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de