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29 November, 2015 - 14:56
 

Christkind, Nikolaus, Weihnachtsmann - an was Kinder glauben und was Eltern erzählen (sollten)

Gerade rund um das Weihnachtsfest tummeln sich zahlreiche mythische Gestalten. Insbesondere der Weihnachtsmann gehört zu einem „richtigen“ Weihnachten dazu. Doch wie finden es eigentlich die Kinder, wenn ihnen irgendwann klar wird, dass die Geschichten rund um Christkind, Nikolaus und Weihnachtsmann nichts anderes als Erfindungen und Gaukeleien der Erwachsenen waren?

© Kirill Kedrinski - Fotolia.com

Insbesondere stellt sich die Frage nach dem Sinn. Wozu soll es gut sein, den Kindern solche Geschichten aufzutischen? Weihnachten kann doch auch zum zauberhaften und magischen Fest werden, wenn keine Fabelwesen umherschwirren, oder? Wenn Kinder an den Weihnachtsmann glauben, sind sie im magischen Alter und sein Vorhandensein scheint ebenso möglich wie die Tatsache, dass jeden Morgen die Sonne auf- und abends wieder untergeht. Umso härter kommen sie womöglich auf dem Boden der Tatsachen auf, wenn sich der rote Geselle als Märchen und Mythos herausstellt.


Der Zauber der Weihnacht – nichts als ein Täuschungsmanöver?

Wenn man sieht, welchen Aufwand manche Eltern betreiben, um dem Kind das Vorhandensein des Weihnachtsmannes zu beweisen, kann man schon ins Grübeln kommen. Eine ganz andere Sprache sprechen jedoch die leuchtenden Kinderaugen, die ganz fasziniert von der Idee sind, dass der Weihnachtsmann oder das Christkind heimlich kommen und die Geschenke bringen. Gerade dann, wenn Kinder das Weihnachtsfest bewusst wahrnehmen, sind sie in besagter magischer Phase, in der nichts unmöglich scheint – auch nicht der Weihnachtsmann. Allerdings macht gerade diese magische Phase das ganze Brimborium um die Geschenkeverteiler doch eigentlich unnötig und könnte bei Kindern folgende Überlegung in Gang bringen: Wenn der Weihnachtsmann eine Lüge, bzw. nichts als eine Phantasie der Eltern ist, ist es dann eventuell die Weihnachtsgeschichte und Jesus Christus auch?


Unterschätzt die Kinder nicht!

Für Kinder stellt sich die Sache jedoch meist gänzlich anders dar als für den skeptischen Erwachsenen. Wenn sie klein sind, sind sie fasziniert von der Idee, dass jemand Dinge bewirken kann, den sie nie zu Gesicht bekommen. Diese Faszination legt sich in dem Maß, in dem die Kinder ein Gefühl für Zeit bekommen und dafür, dass auch Menschen, die gerade nicht da sind, durchaus existieren können. Sie „rutschen“ quasi in die Realität hinein und lassen längst nicht nur den Glauben an den Weihnachtsmann los. Bleibt der Fakt, dass die Eltern bewusst falsche Geschichten erzählt und den Kindern etwas vorgespielt haben – manchmal sogar den Weihnachtsmann in Persona. Wenn die Kinder das herausfinden, sind sie sicher enttäuscht, jedoch nicht traumatisiert. Und die Enttäuschung bezieht sich weniger auf die Eltern als auf die Tatsache, dass ein schöner Traum geplatzt ist. Das wird den Kleinen noch öfter im Leben so gehen. Alles in allem lässt sich sagen: Die Kleinen stecken das weg und die Tränen trocknen schnell angesichts der Geschenke, die wie eh und je unter dem Weihnachtsbaum oder im Nikolausstiefel warten.


Der goldene Mittelweg – zwischen Magie und Wahrheit

Eltern, denen unwohl bei dem Gedanken ist, ihren Kindern „Lügengeschichten“ über den Weihnachtsmann zu erzählen, die aber andererseits auch ihrem Kind nicht allzu früh die schönen Illusionen rauben möchten, können einen Mittelweg gehen. Erzählen Sie einfach so wenig wie möglich und bleiben Sie ahnungslos. Spinnen Sie keine fantastischen Geschichten und inszenieren Sie keine Besuche von verkleideten Weihnachtsmännern. Lassen Sie zu, dass Ihre Kinder sich ein ganz eigenes Bild machen. Die ganz Schlauen lesen ohnehin aus den Kinderbüchern und den Verhaltensweisen der Eltern recht früh heraus, wo der Hase, bzw. der Weihnachtsmann eben nicht langläuft.

Ihr Kind wird es in der Regel leicht nehmen, wenn es erfährt, dass der Weihnachtsmann nur eine schöne Idee ist. Tun Sie das Gleiche und genießen Sie das Weihnachtsfest mit Ihren Kindern so wie es auf Sie zukommt.
 

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de