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16 März, 2016 - 07:41
 

Die 1-2-3-Methode – Ich zähl bis drei!

Vor allem in Familien mit mehreren Kindern kracht es oft ganz gewaltig, aber auch Eltern von Einzelkindern haben mit Problemen wie Null-Bock-Verhalten, Streit oder Wutausbrüchen zu kämpfen. Mit der 1-2-3-Methode können verschiedene Probleme bei der Kindererziehung recht einfach beseitigt werden – allerdings nur, wenn die Methode auch richtig angewandt wird.

© klickerminth - Fotolia.com

Damit die 1-2-3-Methode auch klappt, muss man sich über bestimmte Ziele und Strategien klar werden, die der Methode ebenso wie der Kindererziehung generell zu Grunde liegen. Es geht zum einen darum, bestimmte störende Verhaltensweisen des Kindes abzustellen, also zu stoppen, andere positiv-konstruktive Verhaltensweisen sollen dagegen angeschoben werden. Wenn Sie Erziehungsmaßnahmen anwenden, sollte Ihnen immer klar werden, was Sie mit der Maßnahme überhaupt erreichen wollen.

 

Die Grundlagen der 1-2-3-Methode

Das Grundprinzip der Methode ist recht einfach. Stellen Sie bei Ihrem Kind unerwünschtes Verhalten fest, dass Sie stoppen möchten oder möchten Sie bestimmte Verhaltensweisen beim Kind starten, fordern Sie es dazu auf. Ignoriert Ihr Kind Ihre Aufforderung, zählen Sie langsam bis drei. Zeigt es dann noch immer nicht das gewünschte Verhalten, folgen – vorher angekündigte – Konsequenzen. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Kind ganz klar erklären, was gerade passiert und zwar bevor Sie die 1-2-3- Methode anwenden. Es muss sich über den Ablauf genau im Klaren sein und sich vor allem auch darauf verlassen können, dass genau das eintritt, was Sie angekündigt haben. Damit diese Form der Erziehung also Erfolg hat, wird Ihnen als Elternteil ein hohes Maß an Konsequenz abgefordert. Sind Sie nicht sicher, ob Sie die Konsequenzen auch umsetzen können, dann lassen Sie in diesem Moment diese Methode oder jede andere Art der Erziehung außen vor. Sie würden sich nur unglaubwürdig machen und in der Achtung Ihres Kindes sinken. 

 

Worum geht es?

Damit die Methode funktioniert, ist es wichtig, die einzelnen Schritte zu befolgen und die Regeln der Methode konsequent einzuhalten. Erklären Sie Ihrem Kind ganz genau, was Sie vorhaben und das ruhig und freundlich. In Zukunft werden Sie bestimmtes Verhalten nicht mehr dulden und sich auch nicht auf Diskussionen einlassen. Erklären Sie Ihrem Kind die Vorgehensweise, nämlich dass es in Zukunft genau zwei Chancen hat, um ein bestimmtes Verhalten zu unterlassen, bzw. ein gewünschtes Verhalten an den Tag zu legen. Sind diese Chancen verpasst, wird es die Konsequenzen in Form bestimmter Sanktionen tragen müssen. Damit Ihr Kind Sie auch wirklich versteht, können Sie es ihm an einem Beispiel erklären. Sie bitten Ihr Kind, seinen Teller in die Küche zu bringen. Kommt es dieser Aufforderung nicht nach, beginnen Sie langsam zu zählen, so dass Ihr Kind genügend Zeit hat, es sich anders zu überlegen. Eins (ihr Kind kann jetzt den Teller in die Küche tragen), zwei (die zweite Chance für Ihr Kind) und drei (die Konsequenz folgt).

Haben Sie bis drei gezählt und die Konsequenz ist ausgesprochen, gibt es weder Diskussionen oder Erklärungen noch Vorträge oder Entschuldigungen. Damit nehmen Sie Ihrem Kind die Chance, Sie selbst wütend zu machen oder in endlose Diskussionen über das Warum und Weshalb zu verstricken. Dies spart Energie, Nerven und greift Ihre Autorität nicht an. 

 

Sinnvolle Konsequenzen in der 1-2-3-Methode

Nun hat es wenig Sinn, Ihrem Kind einfach irgendeine Strafe aufzubrummen. Damit nicht nur ein momentaner, sondern ein erzieherischer Effekt eintritt, sollte die Strafe auch etwas mit dem Fehlverhalten zu tun haben. Das ist nicht immer möglich oder leicht umzusetzen, Sie sollten es dennoch versuchen. Ein Kind, das seinen Teller nicht wegräumt, könnte zum Beispiel vom Nachtisch ausgeschlossen werden oder darf am üblichen Kartenspiel nach dem Mittagessen heute nicht teilnehmen. Geht es um nicht erledigte Hausaufgaben, dann ist ein Fernsehverbot eine mögliche Konsequenz. Wenn Ihr Kind sich emotional unangemessen verhält und zum Beispiel in einem Wutanfall anfängt zu randalieren, dann sind kurze Auszeiten oft geeignete Mittel. Als Faustregel gilt: Pro Lebensjahr des Kindes wird eine Minute als Auszeit gerechnet. 

Geeignet ist die 1-2-3- Methode für Kinder ab drei Jahren und sie „wirkt“ in der Regel bis die Kinder in die Pubertät kommen. Bei älteren Kindern laufen Sie Gefahr, dass Ihr Nachwuchs Ihnen ob Ihres „autoritären Gehabes“ einfach nur noch den Vogel zeigt und das Haus verlässt.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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