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24 April, 2016 - 16:30
 

Die wichtigsten Erziehungsfragen – Darüber sollten Eltern sich einig sein

Wird eine Paarbeziehung durch ein Kind ergänzt, müssen Eltern sich zusammenraufen - und das in vielerlei Hinsicht. Vor allem auch, wenn es um die Erziehung geht. Auch wenn Eltern natürlich verschiedener Meinung sein dürfen, gibt es doch einige Fragen, bei denen beide Elternteile an einem Strang ziehen sollten – dem Kind zuliebe.

© Martina Fenske - Fotolia.com

„Mama hat mir das aber erlaubt!“ – Vorsicht Falle! Wenn Ihr Kind häufiger mit solchen Sprüchen ankommt, dann sollten Sie Ihre Erziehungsmethoden mit Ihrer Partnerin abgleichen. Denn für Kinder und auch für den Familienfrieden ist es sehr wichtig, dass die Eltern sich in bestimmten Punkten einig sind. Andernfalls herrschen Verwirrung und Loyalitätskonflikte beim Kind; es wird dazu gebracht, die Eltern gegeneinander auszuspielen - und das ist kein positiver Aspekt der kindlichen Entwicklung. Damit hier nichts schief geht, sollten Sie folgende Punkte in der Erziehung Ihres Kindes umfassend klären:


Grundsätzliche Erziehungsstile

Generell verstehen es Kinder, wenn Eltern in Sachen Erziehung unterschiedlicher Meinung sind. Sie sind recht flexibel und können sich anpassen – die Folgen dafür tragen dann die Eltern, denn sie müssen sich damit rumärgern, dass ihr Kind eventuell versucht, sie gegeneinander auszuspielen. Wirklich problematisch wird es, wenn die Meinung über den grundsätzlichen Erziehungsstil stark voneinander abweicht. Sind Sie der Meinung, Ihr Kind soll autoritär erzogen werden, während sich Ihre Partnerin ganz auf den autoritativen Erziehungsstil verlässt, dann wird es schwierig. Denn es wird in fast jeder Frage in Sachen Erziehung zu unterschiedlichen Meinungen kommen. Das bedeutet Stress - für die Partnerschaft, für Ihr Kind und für die ganze Familie. Deshalb gehört die Entwicklung eines eigenen für beide Elternteile passenden Stil zu den grundlegenden Fragen, die geklärt sein müssen. Hier ist Einigkeit wichtig, fast alles andere ist variier- und verhandelbar.


Fernsehen und Computer – ja, nein, wie viel davon?

Häufiger Streitpunkt bei getrennten Eltern, ist die Frage „Wieviel PC und Fernsehen dürfen sein?“ Sie sollten dies nicht zu einem Reizthema machen, sondern sich hier etwa nach den Erkenntnissen der Erziehungswissenschaft richten. Es gibt Richtwerte, in welchem Alter ein Kind wie viel Fernsehen verkraftet. Wenn ein Elternteil strikt dagegen ist, dass das Kind fernsieht, dann sollten auch die Bedürfnisse des Kindes gehört werden: Spätestens im Grundschulalter fühlen sich Kinder oft ausgeschlossen, wenn sie in Sachen Fernsehen nicht mitreden können. Sind sie noch etwas älter, benötigen Sie oft auch in der Schule Grundwissen am Computer. Ein allzu striktes Verbot ist also nicht sinnvoll, eine Reglementierung dagegen schon.


Wann geht unser Kind ins Bett?

Die Bettgehzeiten sind ebenfalls in vielen Familien ein Thema. Je einiger sich die Eltern hier sind, umso leichter und reibungsloser geht das abendliche Ritual vonstatten. „Ach lass sie doch noch ein bisschen auf!“ sollten Sie sich Ihrer Partnerin gegenüber verkneifen, zumal dann, wenn sie das Kind ins Bett bringen soll. Grundsätzlich ist bei den Schlafenszeiten auch das Schlafbedürfnis des Kindes zu beachten.


Gute Manieren am Essenstisch

Unsere Kinder sollen irgendwann manierlich essen, das ist keine Frage. Darüber, wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, scheiden sich allerdings oft die Geister. Während Mama meint, der Kleine würde es schon irgendwann lernen, nicht mehr mit den Fingern zu essen, denken Sie vielleicht, ein Zweijähriger sollte zumindest schon eine Gabel benutzen können. Reden Sie miteinander und versuchen Sie herauszufinden, warum dem einen das eine, dem anderen das andere so wichtig ist. Manchmal bringt gegenseitiges Verständnis einen weiter – und das gilt nicht nur, wenn es um Tischmanieren geht.


Süßigkeiten – vorher, nachher, überhaupt

Die Frage wann und wie viele Süßigkeiten ein Kind essen darf, beantwortet sich eigentlich von selbst: So wenig wie möglich. Zugunsten der Zahngesundheit und dem möglichst gesunden Wachstum sollten Sie Ihrem Kind beibringen, Maß zu halten. Ihm gar keine Süßigkeiten zu geben, ist ebenso unpassend, wie ihm Süßes zum Sattwerden zu füttern. Wenn Sie sich in dieser Sache mit Ihrer Partnerin uneinig sind, kann Information der Schlüssel sein. Lesen Sie nach, was zu viel Zucker bei Ihrem Kind anrichten kann und entscheiden Sie dann gemeinsam, was dem Nachwuchs gut tut.


Welche Werte wollen wir vermitteln?

Im „Faust“ gibt es die „Gretchenfrage“ – und die heißt: „Wie hältst Du’s mit der Religion?“. Ob Eltern ihrem Kind ihren Glauben näherbringen oder nicht – und wenn ja, wie, das ist mit Sicherheit eine Frage, über die Eltern sprechen sollten. Mindestens ebenso wichtig sind aber die Werte, die Sie ihrem Kind durch ihr Verhalten oder das, was Sie sagen, vermitteln. Hier prägen Eltern ihre Kinder maßgeblich. Setzen Sie sich einmal mit Ihrer Partnerin bzw Ihrem Partner zusammen und sprechen Sie über Ihre Einstellungen zu Themen wie Politik, Umwelt, Toleranz, Drogen, Nachhaltigkeit, Mitgefühl, Rücksicht, Höflichkeit, Glauben, Rollenbilder, Ihr Familienbild oder gesellschaftlicher Verantwortung. Sind Sie sich hier im Wesentlichen einig? Was für Werte wollen Sie Ihrem Kind mitgeben und wie wollen sie ihm diese vermitteln?


Unterschiedliche Erziehungsstile – die positive Seite

So wünschenswert es für viele Eltern ist, in der Erziehung möglichst immer in die gleiche Richtung zu tendieren, so hat doch auch das Gegenteil sein Gutes. Denn „Fehlverhalten“ eines Elternteils kann durch den anderen ausgeglichen werden. Das kann zwar interne Schwierigkeiten mit sich bringen, sorgt aber auch für ein Gegengewicht und bringt damit das Kind wieder ins Gleichgewicht. Ist ein Elternteil zum Beispiel übermäßig ängstlich, kann der andere das ausgleichen, indem er dem Kind die entsprechenden Freiheiten bei der Entdeckung seiner Welt lässt. Auch bei Uneinigkeit sollten beide Elternteile nicht vergessen, dass es um das Kind geht und nicht um das Auskämpfen gegensätzlicher Standpunkte.
 

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de