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1 Februar, 2015 - 11:57
 

Doktorspiele – alles halb so wild!

Als Doktorspiele wird das kindliche Experimentieren an den eigenen Genitalien oder an denen anderer Kinder bezeichnet. Eltern geraten häufig in Panik, wenn sie ihr eigenes Kind dabei ertappen. Doch es besteht kein Grund zur Sorge. In einem gewissen Rahmen sind Doktorspiele ganz normal und sogar wichtig für die kindliche Entwicklung.

© Shmel - Fotolia.com

Beobachtet man sein Kind bei Doktorspielen, reagiert man häufig instinktiv – aber leider nicht immer pädagogisch wertvoll. Es ist nicht richtig, die Doktorspiele zu unterbinden und das Kind gar zu schimpfen! Im folgenden Artikel geben wir verschiedene Tipps und Hinweise, wie man mit den sexuellen Entdeckungsreisen des eigenen Kleinkindes angemessen umgeht.

 


Was genau sind Doktorspiele?


Etwa im Alter von zwei Jahren steigt das Interesse des Kindes am eigenen Körper. Ganz unbefangen erforscht es sich und gerne auch andere Kinder und schließt dabei auch die Geschlechtsteile nicht aus. Zwischen drei und sechs Jahren wird dieses Interesse sehr oft zwischen zwei oder sogar mehreren Kindern ausgelebt. Ein Kind ist der Arzt, das andere der Patient. Spielerisch erkunden sich die Kinder gegenseitig, stellen dabei Unterschiede wie Gemeinsamkeiten fest und lernen die Reaktionen des eigenen Körpers kennen. Fast immer finden diese Spiele in gegenseitigem Einverständnis statt und nehmen dann ein Ende, wenn alles erkundet worden ist. In der Entwicklungspsychologie gelten diese Interaktionen als völlig normal, also besteht für Eltern kein Grund zur Sorge. Dies sollte eher dann der Fall sein, wenn überhaupt keine Art von Doktorspielen bzw. Beschäftigung mit der eigenen Sexualität stattfindet.

 


So verhalten sich Eltern angemessen – Reaktion auf Doktorspiele


Vielen Erwachsenen wurde in der eigenen Kindheit beigebracht, dass Sexualität etwas ist, was man nicht öffentlich macht. Dementsprechend geben diese Eltern das an ihr Kind weiter: Nämlich durch ablehnende Reaktionen oder sogar Bestrafungen, wenn das Kind bei solch unanständigen Taten erwischt wird. Dieses elterliche Verhalten ist schon lange nicht mehr zeitgemäß und setzt bei Kindern einen Mechanismus in Kraft, der ebenfalls in einem verkrampften, wenn nicht gar gestörten Verhältnis zur Sexualität und Körperlichkeit ausarten kann. Richtiger ist, die Doktorspiele als das wahrzunehmen, was sie sind, nämlich als harmlos. Und wie auf andere harmlose Betätigungen des Kindes auch reagieren Eltern hier einfach gar nicht. Lassen Sie Ihrem Kind diese Möglichkeit, Sexualität zu erfahren, so wie sie es auch andere Erfahrungen selbstständig machen lassen. Es ist generell nicht nötig, das Thema anzusprechen – wenn Ihr Kind Redebedarf hat, wird es sich melden, und das umso vertrauensvoller, je selbstverständlicher sie mit seinem Verhalten umgehen.

 


Manchmal muss man doch einschreiten


Handlungsbedarf besteht immer dann, wenn Ihr Kind eventuell Schaden erleiden könnte. Bemerken Sie, dass mit spitzen oder anderen gefährlichen Instrumenten hantiert wird, sollten Sie sich behutsam und liebevoll einmischen. Auch dann, wenn die Doktorspiele Ihr Kind irgendwie zu bedrücken scheinen, besteht die Notwendigkeit zu einem Gespräch. Ebenso ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten, wenn ein Kind bei den Doktorspielen erheblich älter ist als das andere oder Zweifel daran bestehen, dass alles im gegenseitigen Einvernehmen passiert. Bei folgenden Anzeichen sollten Sie ebenfalls eingreifen:

 

  • Eines der beteiligten Kinder hat eine stark sexuell dominierte Sprache.
  • Ein Kind versucht andere zu Doktorspielen zu überreden oder gar zu zwingen.
  • Es wird von einem Kind verlangt, dass die Doktorspiele geheim gehalten werden.
  • Es werden sexuelle Praktiken eingesetzt, die nicht zur kindlichen Sexualität passen, sondern schon zur Erwachsenensexualität gehören.


Eine Einmischung sollte niemals mit einem Vorwurf oder mit Verboten verbunden sein. Es sollte immer darum gehen, dass der achtsame Umgang mit sich und dem anderen gefördert wird.

 

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