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29 August, 2017 - 09:35
 

Erziehungsstile: autoritär – permissiv – autoritativ

Die Erziehungsmethoden sind im Gegensatz zu früher weicher geworden. Herrschte noch vor fünfzig Jahren in erster Linie die autoritäre Erziehung vor, so gibt es heute eine Vielzahl von Methoden, die von hart bis zart reichen. Wie effektiv ist welche Methode und welche Grundsätze gelten?

© Pavel Losevsky - Fotolia.com

Wie Eltern ihre Kinder erziehen, hängt maßgeblich von der eigenen Erziehung ab. Das heißt allerdings nicht unbedingt, dass Eltern, die selbst streng erzogen wurden, das bei ihren Kindern wiederholen. Manchmal kommt es genau zum gegenteiligen Effekt: Streng erzogene Eltern lassen bei ihren Kindern übermäßige Nachsicht walten, da sie die eigene autoritäre Erziehung in unangenehmer Erinnerung haben. Das eine ist so kontraproduktiv für die kindliche Entwicklung wie das andere. Allerdings sind in der Realität selten Reinformen zu finden. Meist werden Kinder in einem Mischsystem erzogen. Sind hier die Kontraste zu groß, kann das ein Kind sehr verwirren.


Die autoritäre Erziehung

Dieser Erziehungsstil beruht auf einer großen Kontrolle der Eltern durch die Kinder; auf kindliche Bedürfnisse wird wenig oder gar nicht eingegangen. Die aufgestellten Regeln sind sehr streng und müssen widerspruchslos eingehalten werden, andernfalls hat das Kind mit Strafen und Sanktionen zu rechnen. Dieser Erziehungsstil ist meist nicht sehr von liebevollem Verhalten geprägt. Die Haupterziehungsmittel bei der autoritären Erziehung sind Belohnung und Bestrafung, weniger das Bemühen um Verständnis und Einsicht.

Beispiel: Du machst jetzt sofort Deine Hausaufgaben, Fernsehen ist für eine Woche gestrichen!

Autoritär erzogene Kinder zeigen meist wenig Selbstsicherheit, sind unfähig Entscheidungen zu treffen und auch die Sozialkompetenz ist schwach ausgeprägt. Dies wurde in vielen Studien nachgewiesen.


Der permissive Erziehungsstil

Diese Erziehungsmethode ist das genaue Gegenteil der autoritären Erziehung. Grenzen und Regeln gibt es kaum, die Eltern zeigen dem Kind gegenüber eine übermäßig hohe Toleranz. Diese Methode ähnelt dem „Laissez-faire“ Stil, allerdings gibt es hier zumindest noch einige wenige Grenzen. Die Eltern üben jedoch wenig Kontrolle über das Kind aus, auch Bestrafungen oder Sanktionen kommen hier kaum vor. Dem Kind wird die maximale Freiheit gewährt.

Beispiel: Geh ruhig fernsehen, Deine Hausaufgaben kannst Du ja irgendwann später machen.

Kinder, die permissiv erzogen werden, haben meist ebenfalls eine geringe Sozialkompetenz. Auf der Suche nach einer Grenze, an der sie sich orientieren können, schlagen sie immer mehr über die Stränge und werden teilweise aggressiv. Meist geht der permissive Erziehungsstil mit einer Vernachlässigung der Kinder einher. Dadurch haben permissiv erzogene Kinder später oft Schwierigkeiten, Bindungen einzugehen. Auch das Verantwortungsbewusstsein ist meist schlecht entwickelt, da diese Kinder niemals für etwas Verantwortung übernehmen mussten.


Der autoritative Erziehungsstil

Die autoritative Erziehung, die auch unter dem Begriff sozialintegrative Erziehung bekannt ist, stellt die goldene Mitte unter den Erziehungsstilen dar. Die Eltern üben zum einen eine große Kontrolle über das Kind und sein Verhalten aus, zum anderen werden aber auch die kindlichen Bedürfnisse berücksichtigt und nach Möglichkeit erfüllt. Es gibt klare Regeln, die eingehalten werden müssen, allerdings zieht die Missachtung der Regeln keine drakonischen Strafen nach sich. Vielmehr wird zuerst an das Verständnis des Kindes appelliert, gegebenenfalls werden Regeln auch einmal verändert oder angepasst. Wenn ein Kind permanent Regeln übertritt, folgen Sanktionen, die allerdings unmittelbar mit dem Regelübertritt in Verbindung stehen:

Beispiel: Solange Du Deine Hausaufgaben nicht gemacht hast, kannst Du auch nicht fernsehen.

Immer steht jedoch das Wechselspiel zwischen den Bedürfnissen des Kindes und dem Willen der Eltern im Vordergrund. Dieser Erziehungsstil kostet Eltern viel Kraft, müssen sie doch zum einen auf die Einhaltung der von ihnen gesetzten Grenzen achten, zum anderen jedoch auch für eine gewalt- und zwangsfreie Einhaltung der Grenzen sorgen.

Kinder, die konsequent autoritativ erzogen werden, zeigen ein hohes Maß an Sozialkompetenz, Kompromissbereitschaft und ein konstruktives Verhalten bei der Problemlösung. Durch die Grenzen fühlen sie sich geborgen, durch das verständnisvolle Verhalten der Eltern geliebt.


Neben diesen drei Hauptrichtungen gibt es verschiedene Varianten der einzelnen Erziehungsstile. Aber nur der autoritative Erziehungsstil berücksichtigt die Bedürfnisse von Eltern und Kindern gleichermaßen.

 


Zum Weiterlesen:


http://de.wikipedia.org/wiki/Erziehungsstil#Autoritativer_oder_sozialintegrativer_Erziehungsstil

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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