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25 Oktober, 2017 - 08:26
 

Früh übt sich – So lernt Ihr Kind den Umgang mit Geld

Sobald Kinder ihre Umgebung bewusst wahrnehmen, werden sie auch mit dem Thema Geld konfrontiert. Kinder können mit Geld erst einmal reichlich wenig anfangen. Spielerisch werden sie an das Konzept von Geld und bezahlen-müssen herangeführt. Irgendwann ist es dann soweit: Sie wollen selbst mit Geld hantieren. Es wird Zeit fürs erste Taschengeld.

© Nicole Effinger - Fotolia.com

Am Anfang stehen viele Fragen: Wo kommt das Geld her? Wofür wird es überhaupt gebraucht? Kindern den Sinn und Zweck und vor allem auch den Wert von Geld theoretisch nahezubringen, ist oft gar nicht so leicht. Hier hilft nur „Learning by doing“: Lassen Sie Ihr Kind so früh wie möglich seine eigenen Erfahrungen mit unserer Währung machen.


Die ersten Gehversuche

Das Interesse am Geld tritt bei Kindern meist im Alter von vier bis fünf Jahren auf. Nun wollen sie selbst ausprobieren, wie das Bezahlen eigentlich funktioniert. Mutige Kinder kaufen sich jetzt schon mal ein Eis oder nehmen von der Kassiererin im Supermarkt das Wechselgeld entgegen. Schließlich wollen sie sich auch selbst etwas kaufen – es wird Zeit fürs erste Taschengeld und die erste eigene Geldbörse. Es ist für Kinder eine spannende Erfahrung eigenes Geld zur Verfügung zu haben, über das sie frei entscheiden können. Wenn Sie beginnen, Ihrem Kind Taschengeld zu überlassen, sollten Sie verschiedenes beachten. Vor allem bei kleinen Kindern ist es wichtig, die Verwahrung des Geldes zu überwachen und zu steuern. Kinder haben noch kein Bewusstsein des Geldwertes und so bleibt das Portemonnaie leicht einmal am Spielplatz liegen oder verschwindet in den Tiefen der Spielzeugkiste. Legen Sie gemeinsam mit dem Kind einen festen Aufbewahrungsort für das Geld fest. Wenn Kinder mit Geld unterwegs sind, eignet sich ein Brustbeutel zum Umhängen, der nicht so leicht verloren geht.


Spielerisch den Umgang mit Geld lernen

Damit Kinder ein Gefühl für das abstrakte Zahlungsmittel Geld bekommen, sind verschiedene Spiele gut geeignet. Kinder lernen in geschütztem Rahmen, dass man Geld gegen andere Dinge eintauscht: Das können Gegenstände genauso wie Dienstleistungen sein. Sinnvolle Spiele rund ums Geld sind zum Beispiel:

  • Kaufladen spielen (für Kinder ab 2 Jahren)
  • Taschengeldspiel (für Kinder von 6 bis 10 Jahren)  
  • Monopoly (für Kinder ab 8 Jahren)

 

Das erste Taschengeld

Mit eigenem Taschengeld machen Kinder wichtige Erfahrungen: Sie lernen, dass Geld einen bestimmten Wert hat und vor allem, dass es nicht unbegrenzt vorhanden ist. Prinzipiell sollte die Vergabe von Taschengeld folgenden Kriterien folgen:

  • Wählen Sie die Höhe des Taschengeldes nach dem Alter des Kindes aus.
  • Je nach Alter sollten auch die Auszahlungen angepasst werden. Kleinere Kinder erhalten ihr Taschengeld wöchentlich oder bei Bedarf, größere Kinder einmal im Monat, bei Teenagern kann das Geld auch auf ein spezielles Taschengeldkonto überwiesen werden.
  • Schieben Sie nicht nach! Nur so lernt Ihr Kind, dass Geld nicht unbegrenzt zur Verfügung steht.
  • Entziehen Sie Ihrem Kind nicht das Taschengeld, um es zu bestrafen – damit können Sie es eventuell sogar zum Diebstahl verleiten, da es mit dem Geld fest gerechnet hat.
  • Das Taschengeld ist nicht dafür gedacht, dass das Kind sich Kleidung oder Essen kauft. Allerdings kann bei größeren Kindern ein Kleiderzuschuss vereinbart werden.

 

Wie viel Taschengeld in welchem Alter?

Taschengeld muss individuell vereinbart werden. Allerdings werden regelmäßig von den Jugendämtern Richtwerte ausgegeben, wie viel Taschengeld ein Kind in welchem Alter erhalten sollte:

  • Von 2 bis 5 Jahren: 50 Cent pro Woche
  • Von 6 bis 7 Jahren: 1,50 bis 2 Euro pro Woche
  • Von 8 bis 9 Jahren: 2 bis 3 Euro pro Woche
  • Von 10 bis 11 Jahren: 13 bis 16 Euro monatlich
  • Von 12 bis 13 Jahren: 18 bis 22 Euro monatlich
  • Von 14 bis 15 Jahren: 25 bis 30 Euro monatlich
  • Von 16 bis 17 Jahren: 35 bis 45 Euro monatlich
  • Mit 18 Jahren: 70 Euro monatlich

 

Sparschwein und Taschengeldkonto

Auch das Sparen will gelernt sein. Kleine Kinder lernen aus sinnlichen Erfahrungen heraus – für sie wird der Zweck des Sparens mit einem Sparschwein sehr deutlich: Jeder Euro, mit dem das Schwein gefüttert ist, macht es schwerer und voller. Am Schlachttag kann das Geld dann für eine größere Ausgabe verwendet oder auf ein Konto eingezahlt werden. Auch größere Kinder sollten zum Sparen animiert werden. Die Einzahlung auf das Konto können schon Kinder ab 6 Jahren vornehmen. Ab dann kann das sogenannte Taschengeldkonto bei der Bank eingerichtet werden.

Letztendlich lernen Kinder auch den Umgang mit Geld durch das elterliche Vorbild. Für ältere Kinder sind aber eigene Erfahrungen genauso wichtig. Halten Sie sich deshalb mit Ratschlägen zurück, wenn es ums Geld geht und lassen Sie zu, dass Ihr Kind seinen eigenen Weg findet, um mit den zur Verfügung stehenden Geldmitteln sinnvoll umzugehen.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de