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12 September, 2011 - 09:05
 

Gefahr Sekte - Wenn Jugendliche nach Halt suchen

Die Pubertät macht Jugendliche orientierungslos. Sie suchen nach einem Halt, einem verlässlichen Fels in der Brandung. Nicht immer sind die Eltern hier die erste Wahl - aus welchen Gründen auch immer. Hier treten Sekten auf den Plan und können für einen planlosen jungen Menschen scheinbar zur Rettung werden.

© Haramis Kalfar - Fotolia.com

Die Suche nach Gemeinschaft, nach einem Glauben, der Halt gibt oder einfach auch die Sehnsucht nach einer „besseren“, weil einfacheren Welt – all das können Gründe dafür sein, dass ein Jugendlicher an eine Sekte gerät. Ist man einmal auf die Lockmethoden einer Sekte hereingefallen, fällt der Ausweg aus der Mitgliedschaft oft schwer, denn das Wesen der Sekte ist es, Abhängigkeiten zu schaffen und sogar Angst zu erzeugen.

Sekten in Deutschland – für Jugendliche besonders gefährlich

DIE typische Jugendsekte gibt es eigentlich nicht. Der Begriff war in den 1970er Jahren populär. Damals wurden darunter fast alle religiösen und ideologisch abweichenden Gruppen zusammengefasst. Sie hießen und heißen zum Beispiel „Kinder Gottes“, „Divine Light Mission“, „Scientology“, „Transzendentale Meditation“ oder „Zeugen Jehovas“. Viele davon sind noch heute aktiv.

http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendreligion

In den letzten Jahrzehnten sind weitere Sekten hinzugekommen, die sich zum Teil auch mit schwarz-magischen Kulten befassen. Im schlimmsten Fall kommt es dort zu grausamen und menschenverachtenden Handlungen an Anderen. Bekannte Satanismus-Sekten, die vor allem Jugendliche anziehen sind „Satans Tempel“ oder „Hexenmacht“. Was innerhalb der Sekten geschieht, lässt sich kaum erfassen, da die Organisationen im Geheimen arbeiten und durch Druck verhindern, dass Mitglieder und ehemalige Mitglieder über die Geschehnisse erzählen.

Wie merke ich, dass mein Kind in eine Sekte geraten ist?

Diese Frage stellt sich den meisten Eltern. In der Regel ähneln die Symptome für die Zugehörigkeit zu einer Sekte der Drogensucht. Beide Situationen haben eins gemeinsam: Sie sind von Geheimnissen bestimmt, die dazu führen, dass Ihnen Ihr Kind plötzlich wie ein fremdes und unbekanntes Wesen vorkommt. Sie sind nicht mehr in der Lage, sein Denken und Fühlen nachzuvollziehen. Aufmerksam sollten Sie werden, wenn Sie bei Ihrem Kind folgende Verhaltensweisen feststellen:

  • Es verändert seine Meinungen und Weltanschauungen, insbesondere wenn es um die Anerkennung von Autorität geht: Es neigt zu übertriebenem Gehorsam und Unterwürfigkeit.
  • Ihr Kind entwickelt strenge moralische Vorstellungen, die keinen Raum mehr für Mitgefühl und Toleranz lassen.
  • Diskussionen mit dem Kind sind nicht mehr möglich. Es verschließt sich vor Ihnen.
  • Es wechselt seinen Freundeskreis, bzw. hat gar keine Freunde mehr.

Je größer die Abhängigkeit von der Sekte wird, umso unzugänglicher wird Ihr Kind Ihnen gegenüber. Oft kommt es zum vollständigen Kontaktabbruch. Dieser findet umso früher statt, je mehr Sie versuchen Ihr Kind in die Enge zu treiben. Verbote und Strafen sind hier ausgesprochen kontraproduktiv.

Mein Kind ist einer Sekte – Was kann ich tun?

Die oberste Regel ist: Geben Sie Ihr Kind niemals auf! Überlassen Sie es nicht den Fängen der scheinbaren Heilsbringer, sondern halten Sie Kontakt.

  • Wenn Ihr Kind schon nicht mehr wirklich ansprechbar ist, zeigen Sie ihm durch kleine Gesten wie Geschenke oder Gefallen, die Sie ihm tun, dass Sie sich dafür interessieren, wie es ihm geht, dass Ihr Kind für Sie wichtig ist. Dies lässt ihm immer eine Rückzugsmöglichkeit. Vorwürfe, Verbote und Strafen versperren diesen Weg und können Ihr Kind noch mehr in die Arme der Sekte treiben.
  • Zeigen Sie, dass Sie die Sekte verabscheuen, aber nicht Ihr Kind. Annäherungsversuche der Sekte sollten Sie konsequent ignorieren und sich keinesfalls darauf einlassen, die Gruppe doch „einfach mal kennenzulernen“.
  • Suchen Sie sich Hilfe – es gibt viele Eltern in der gleichen Situation. In Initiativen oder Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen, kämpft es sich leichter; Eltern können sich gegenseitig Halt und Unterstützung geben.
  • Steht Ihr Kind noch ganz am Anfang seiner „Sektenkarriere“, versuchen Sie, ihm Informationen über die Sekte, bzw. über Sekten überhaupt zukommen zu lassen.

Folgende Checkliste kann Ihrem Kind Hilfestellung leisten und ihm eventuell doch noch die Augen öffnen:

http://www.religio.de/check.html#c

Sekten ziehen auf aller Welt Menschen in allen Altersklassen und aus allen Schichten in ihren Bann. Gerät Ihr Kind in diese Situation, zweifeln Sie nicht an sich selbst oder Ihrer Erziehung. Das wichtigste ist in diesem Fall, zu seinem Kind zu stehen und alles zu tun, um ihm eine Rückkehr ins Leben zu ermöglichen.

Weitere Informationen über Sekten finden Sie hier: http://www.kinder-armut.de/kinder/jugend-sekten.html

 

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