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4 Februar, 2018 - 23:22
 

Geschwisterstreit – die typischen Themen und wie Eltern am besten reagieren

Geschwister haben oft die gleichen Streitthemen, die sich in allen Familien mit mehr als einem Kind in schöner Regelmäßigkeit wiederholen. Einige der Streitpunkte können Eltern bereits im Vorfeld entschärfen und es lohnt sich außerdem, hinzuschauen, worum es bei einem Streit zwischen den Kindern wirklich geht.

© photophonie - Fotolia.com

Geschwisterstreit hat oft tiefere Ursachen als es auf den ersten Blick scheint. Da kann es um die Aufmerksamkeit der Eltern gehen, häufig ist ein Streit jedoch auch ausgelöst durch eine grundsätzliche Geschwisterrivalität und Eifersucht. Beim scheinbar albernen Konflikt um das Stofftier oder die Fernbedienung geht es um grundsätzliche Themen wie die Position innerhalb der Familie oder die Zuneigung der Eltern.


Die häufigsten Streitthemen unter Geschwistern

Kinder sind zwar sehr erfindungsreich, dennoch gibt es viele ganz typische Streitthemen unter Geschwistern, die sich in fast allen Familien wiederholen. Folgende Ursachen sind besonders häufig:

Ich hatte das zuerst!
Das ein Kind dem anderen etwas wegnimmt und es deshalb zu einem Konflikt kommt, ist in Familien mit mehreren Kindern fast an der Tagesordnung. Und längst sind es nicht immer die Großen, die sich einfach nehmen, was ihnen gefällt. Auch die Nesthäkchen greifen gern mal zu, oft in dem Bewusstsein, dass sie aufgrund ihrer Position Narrenfreiheit haben und Nachsicht erwarten können – zumindest von den Eltern.

Er/ Sie hat mehr als ich!
Manchmal ist es zum Verzweifeln: Auch wenn sich Eltern noch so sehr bemühen, gerecht zu sein, ein Kind fühlt sich benachteiligt und das führt schnell zum Streit.

Ich wollte genau dieses Stück Kuchen!
Ein ganzer Kuchen kann vor den Kindern stehen und doch streiten sie sich um genau ein einziges Stück, das beide haben wollen.

Ich wollte den Teddybären!
Schenkt man seinen Kindern – zum Beispiel zu Weihnachten – ähnliche, aber nicht identische Spielzeuge, dann ist ein Konflikt oft vorprogrammiert, da mindestens ein Kind lieber genau das andere Geschenk haben wollte. Wer hier Streit vermeiden will: Gleiches schenken – und das Spielzeug jedes Kindes markieren!

Wie wird gespielt?
Beim gemeinsamen Spiel folgen Kinder ihren eigenen Regeln – und die sind oft ebenso unverständlich wie unterschiedlich. Und so kann es schnell Ärger geben, wenn das Pony nicht dort steht, wo es – nach Meinung eines Kindes – hingehört.

Ich will auf Papas Schoß!
Manches ist in einem Moment nur einmal möglich. Sitzt das eine Kind gerade auf dem Schoß, dann will das andere mit Sicherheit auch dort sitzen.


Streitfallen vermeiden

Es gibt bestimmte Streitfallen, die sich verhältnismäßig leicht vermeiden lassen, so wie zum Beispiel durch die Auswahl identischer Geschenke. Eltern kennen ihre Pappenheimer und so lässt sich mancher Konflikt bereits im Vorfeld unterbinden. Oft hilft rechtzeitige Ablenkung, geht es darum, wer den letzten Keks aus der Packung bekommt, können Väter in die Bresche springen und ihn einfach selbst essen. Und manchmal hilft ein guter Vorschlag zur richtigen Zeit, um einen Streit gar nicht erst ausbrechen zu lassen.

Allerdings sollten Eltern nicht in jedem Fall die Harmoniewächter spielen. Denn Kinder müssen lernen, ihre Konflikte selbst zu klären - und dafür sind Geschwister die idealen Sparringspartner. Eingreifen oder die Streitvermeidung sind immer dann sinnvoll, wenn ein Streit auszuarten droht und es zu massiven verbalen oder körperlichen Übergriffen kommt.


Worum geht es wirklich?

Eher selten geht es beim Geschwisterstreit wirklich um das Streitthema. Wenn Kinder sich dauernd in die Haare bekommen, hat das häufig auch andere Gründe. Fühlt sich ein Kind dauerhaft benachteiligt, wird es bei jeder sich bietenden Gelegenheit einen Streit anzetteln, um zu seinem Recht zu kommen. Dann sollten Eltern einmal genau hinschauen, ob sie nicht vielleicht das eine Geschwisterkind in vielen Dingen bevorzugen, vielleicht, weil es jünger und schwächer ist oder weil die Chemie zwischen Eltern und Kind einfach besonders stimmt. Ist dies der Fall, dann kann ein achtsamer Umgang und mehr Gerechtigkeit die Streitanlässe deutlich verringern.


Bloß keine Partei ergreifen!

Viele Streits haben nur einen einzigen Grund: Die Kinder möchten wissen, wo die Eltern stehen. Wem helfen sie im Ernstfall? Wie heftig muss ein Streit sein, bis die Eltern eingreifen? Um das herauszufinden, ist den Kleinen oft jedes Mittel recht. Besonders beliebt ist der Versuch, einen oder beide Elternteile auf die eigene Seite zu ziehen – und das sollten Sie möglichst vermeiden. Insbesondere dann, wenn Sie den Streit gar nicht von Anfang an miterlebt haben und sich auf die Aussagen der Kinder verlassen müssen. Sie können in dem Fall einfach nicht wissen, wie alles anfing und wer nun „schuld“ ist. Deshalb ist es wichtig, keine Partie zu ergreifen. Bleiben Sie möglichst neutral und machen Sie Ihren Kindern lieber Vorschläge, wie sie den Streit beilegen können.


Streiten ist wichtig!

So sehr es auch nervt, vollständig unterbinden sollten Eltern den Streit unter Geschwistern nicht. Denn beim Streiten gibt es viel zu lernen. So finden die Kinder allmählich ihre ganz eigenen Strategien, wie sie mit einem Streit umgehen möchten – Angriff oder doch lieber in die Defensive gehen? Bei jedem Streit testet der Nachwuchs, was wie funktioniert und wie sie am besten als Sieger aus einem Konflikt herauskommen. Dies sind Erfahrungen, die Kinder auch für das Zusammenleben mit anderen Kindern brauchen – und auch im späteren Leben. Für Eltern gilt deshalb: Mischen Sie sich nicht immer sofort ein, sondern warten sie erst einmal ab, ob Ihre Kinder den Disput nicht selbst auflösen können. Das ist nämlich öfter der Fall als gedacht. Und mit jedem „erfolgreich“ durchlebten Streit haben Ihre Kinder etwas fürs Leben dazu gelernt.

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de