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28 Oktober, 2016 - 07:36
 

Jungen richtig fördern – für gute Leistungen in der Schule

Lange Zeit wurden Jungen als die Verlierer unseres Bildungssystems angesehen. Obwohl neueste Studien ergeben haben, dass dieser Trend rückläufig ist, brauchen Jungs oft eine spezielle Förderung - das gilt vor allem für die musischen Fächer und für Sprachen. Was Eltern speziell für ihre Söhne tun können, erklärt der folgende Artikel.

© Monkey Business - Fotolia.com

Die Gründe, warum Jungs in der Schule oft das Nachsehen haben, sind vielschichtig. So entwickeln sie sich häufig langsamer als Mädchen, werden oft durch männliche Vorbilder eher negativ beeinflusst und haben weniger soziale Kompetenzen, die ihnen die Eingliederung in den Schulalltag erleichtern. Einige Stimmen machen auch den hohen Anteil an Lehrerinnen und die damit verbundene Bevorzugung weiblicher Verhaltensweisen dafür verantwortlich, warum Jungs durchschnittlich schlechtere Leistungen als Mädchen bringen.

 

Halten Sie sich auf dem Laufenden!

Um seinen Sohn fördern zu können, muss man sich erst einmal einen Überblick über die Leistungen verschaffen. Wo hakt es, wo hat Ihr Kind Probleme in der Schule und vor allem: wie sehen die Leistungen im Vergleich zu den Mitschülern und Mitschülerinnen aus. Wenn alle Kinder in einem Fach eher mittelmäßige bis schlechte Leistungen bringen, liegt es vielleicht gar nicht an Ihrem Kind, sondern am Lehrer. Fallen Ihnen Schwächen auf, suchen Sie das Gespräch mit dem Fach- oder Klassenlehrer. Lassen Sie sich erklären, wie die Noten entstanden sind und wie sie begründet werden.

Schon vor, aber auch während der Schulzeit sollten Sie darauf achten, dass Ihr Sohn gut sozialisiert wird und lernt, sich in eine Gruppe einzufügen. Hilfreich sind Mannschaftssportarten, sehr wilde Jungs profitieren häufig von Kampfsport und der dort obligatorischen Disziplin.

Falls Ihnen schon auffällt, dass ein bestimmter Lehrer voreingenommen ist, machen Sie sich zum Fürsprecher Ihres Kindes und weisen Sie auf seine Stärken in anderen Bereichen hin. Nichts zieht ein Kind mehr herunter, als wenn es als dumm eingeschätzt wird.

 

Ein echter Junge liest doch nicht!

In der PISA Studie von 2009 schnitten Jungen miserabel ab, was ihre Lesekompetenzen angeht. Mittlerweile ist ausgeschlossen, dass es genetische Gründe haben könnte, warum Mädchen im lesen um so viel besser sind als unser Jungs. Der Schlüssel liegt in der Motivation, die bei unseren Söhnen meist deutlich geringer ist als bei unseren Töchtern. Damit liegt der Ansatz schon klar auf der Hand: Stärken Sie die Motivation und Sie bekommen auch Ihren Sohn dazu, die Nase in ein Buch zu stecken. Das kann ein harter „Kampf“ werden, denn zusätzlich zu allen anderen Einflüssen, ist der Gruppendruck groß: Echte Jungs spielen Fußball oder klettern auf Bäume, aber lesen keine Bücher. In der heutigen Zeit bekommt das Buch zusätzlich noch große Konkurrenz. Hörspiele, Computerspiele, das Fernsehen oder der Gameboy bieten schnelle und unkomplizierte Ablenkung.

  • Die Lesekompetenz Ihres Jungen können Sie fördern, indem Sie ihm den Lesestoff vorsetzen, der ihn auch wirklich interessiert – ganz gleich, was es ist, auch Comics sind erlaubt. Hauptsache Ihr Kind fängt an zu lesen.
  •  Hat Ihr Sohn ein Hobby, das er leidenschaftlich betreibt? Dann wird er wahrscheinlich immer mehr wissen und erfahren wollen. Eine gute Gelegenheit, im Fachbuch über Dinos etwas nachzulesen oder die Sammelkarten des Lieblingsfußballers zu studieren.
  •  Arbeiten Sie in kleinen Schritten und überfordern Sie Ihren Jungen nicht. Achten Sie aber auch darauf, ihn nicht zu unterfordern und es ihm zu leicht zu machen.
  •  In vielen Fällen haben Jungs einen größeren Bewegungsdrang als Mädchen, den sie in der Schule auch nicht ausleben können. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Sohn sich erst austobt, so dass er anschließend in der Stimmung für die ruhige Zeit mit einem Buch ist.

 

Lust am Schreiben und Rechnen wecken

Regelmäßiges Lesen verbessert das Wortbildgedächtnis, das macht die Rechtschreibung leichter. Ähnlich wie beim Lesen, können Sie auch für das Schreiben Anreize schaffen. Lassen Sie Ihren Sohn den Einkaufszettel, die Postkarte aus dem Urlaub oder die Notiz für den Kühlschrank verfassen. Schreibspiele wie zum Beispiel das „Galgenmännchen“, „Scrabble Junior“ oder „Stadt Land Fluss“ animieren ebenfalls zum Schreiben. Jungs fällt gerade am Anfang die sorgfältige Handschrift schwer. Mäkeln Sie nicht zu sehr am Schriftbild herum, sondern korrigieren Sie nur grobe Fehler, damit Ihr Sohn nicht die Lust verliert.

Viele Schreibspiele finden Sie hier:

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Um das Rechnen zu üben, gibt es ebenfalls jede Menge praktische und spielerische Möglichkeiten. Kleine Rechnungen im Alltag lassen bei Ihrem Sohn gar nicht erst das Gefühl aufkommen, er würde „abgefragt“ oder müsste üben, Rechenspiele sorgen mit Spaß und ohne Stress dafür, dass ganz nebenbei auch Rechenaufgaben geübt werden.

Bei Jungs immer gut an kommen die Rechenwürfel, zu bestellen zum Beispiel bei Jako-o:

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Jungs fördern – Fernsehen abschalten

Übermäßiger Fernseh- oder auch PC-Konsum macht dumm, das ist nachgewiesen. Jungs neigen mehr dazu als Mädchen, sich von der Glotze hypnotisieren zu lassen, da häufig die visuellen Fähigkeiten stärker ausgeprägt sind. Deshalb sollten Sie hier gegensteuern und Ihrem Kind andere Anreize geben. Die Mitgliedschaft im Sportverein, ein gemeinsames Hobby oder ein Spieleabend sind ein guter Ersatz für die Flimmerkiste. Ganz verbieten sollten Sie das Fernsehen allerdings nicht. Vereinbaren Sie mit Ihrem Sohn Regeln, wie oft er fernsehen darf und welche Sendungen. Das stundenlange ziellose Zappen und wahlloses Konsumieren wirkt sich sonst nachteilig auf die Schulleistungen aus. Denken Sie daran, dass sich Kinder auch hier an ihren Eltern orientieren.

Grundlage jeder Förderung ist es, das Kind so zu nehmen, wie es ist und es da abzuholen, wo es gerade steht. Wenn Sie Ihren Jungen fördern wollen, richten Sie sich nach seinem Tempo, lassen Sie aber nicht zu, dass Ihr Sohn Ihre Unterstützung ausbremst. Neben der Hilfe, wenn es um die Schule geht, brauchen gerade Jungs eine männliche Identifikationsfigur, um eine Identität entwickeln zu können.

 

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