Skip to main content

Suche

19 Mai, 2017 - 20:38
 

Kinder brauchen Bewegung – für eine gesunde Entwicklung von Geist und Körper

Die Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten reduzieren sich für Kinder – vor allem in den Städten – immer mehr. Dabei ist Bewegung für Kinder lebenswichtig; für eine gesunde Entwicklung des Körpers, aber auch zur Stressbewältigung und zur Ausbildung von geistigen und kognitiven Fähigkeiten.

© Miredi - Fotolia.com

Gerade im Kindesalter, wenn sich Muskeln, Skelett und Nerven entwickeln, ist Bewegungsmangel ein echtes Problem. Kinder sitzen in der Wohnung vor PC oder Fernseher, statt draußen an der frischen Luft die körperlichen Fähigkeiten zu trainieren und zu verfeinern. Entwicklungsrelevante Versäumnisse in dieser wichtigen Zeit lassen sich später nicht mehr aufholen.


Zu wenig Bewegung hat Folgen!

Schon bei Kleinkindern zeigen sich Merkmale, die auf den ersten Blick wenig mit Bewegungsmangel zu tun haben, die aber für Fachleute ernste Warnhinweise bieten:

Feinmotorische Schwächen beim Schreiben oder Malen gehören ebenso dazu wie außergewöhnlich viele Stürze oder andere Verletzungen. Kinder, die sich zu wenig bewegen, lernen die Grenzen und Möglichkeiten ihres eigenen Körpers nicht kennen und zeigen dementsprechend Fehlverhalten: Sie können zum Beispiel keine Linie malen, drücken mit dem Stift zu viel oder zu wenig auf, stoßen sich ständig an Ecken und Kanten oder stolpern über die eigenen Füße. Was anfangs wie ein rein motorisches Problem wird, entwickelt sich zu Lern- und Teilleistungsschwächen weiter. Verhaltensauffälligkeiten, emotionale und soziale Störungen und Schwächen in der Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit kommen hinzu. Denn der Mensch ist ein System, in dem Geist, Körper und Seele zusammenarbeiten. Ist einer der Bereiche unterfordert oder unterentwickelt, wirkt sich das auch auf die übrigen Teile aus.


Gesunde Entwicklung – körperliches Wohlbefinden

Damit sich die Organe im menschlichen Körper gut entwickeln können, müssen neben der grundsätzlichen Leistungsfähigkeit und Gesundheit auch genügend äußere Reize einwirken. Dies gilt nicht nur für das Gehirn, sondern auch für alle anderen Organe des Körpers. Damit dies erreicht wird, braucht ein Kind pro Tag zwei bis drei Stunden Bewegung und das nur, um die Funktionsfähigkeit und Gesundheit aufzubauen. Einem Erwachsenen reichen später etwa 45 Minuten Bewegung zwei- bis dreimal pro Woche, um die einmal erworbene Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Darüber hinaus brauchen Kinder Bewegung zum Stress- und Energieabbau. Dabei werden belastende Situationen und Gefühle ebenso abgearbeitet wie aufgenommene Kalorien. Fehlt die Bewegung kommt es zum einen zu Stresssymptomen wie Aggression, Rückzug oder Leistungsverweigerung und zum anderen häufig zu Übergewicht. Die Psyche und das Selbstwertgefühl werden durch Bewegung stabilisiert, zusätzlich fördert die Bewegung in der Gruppe, zum Beispiel beim Mannschaftssport, die sozialen Kompetenzen.


Bewegung möglich machen

Gerade für jüngere Kinder, die in der Stadt leben, ist es oft schwer, den eigenen Bewegungsdrang selbstständig auszuleben. Hier sind Eltern, aber auch Lehrer und Erzieher gefragt und in der Verantwortung, für genügend Bewegungsmöglichkeiten zu sorgen. Der Schwerpunkt sollte dabei nicht nur auf leistungsorientierter, sondern gerade auch auf freier Bewegung liegen. Denn auch wenn Sport grundsätzlich als positiv und gesund einzuschätzen ist, hat doch das freie Spiel eine ganz besondere Qualität. Das Kind entdeckt sich selbst in seinem eigenen Tempo und die Muskelgruppen werden nach und nach erforscht und je nach vorhandener Kraft eingesetzt. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder erst ihren Körper in der freien Bewegung kennen- und schätzen lernen, bevor sie eine bestimmte Sportart intensiv ausüben. Grundsätzlich gilt als Regel, dass bis etwa zum 8. Lebensjahr der Bewegungsschwerpunkt auf der Vielfalt liegen sollte. Erst wenn die Bewegungsmöglichkeiten im Körper etabliert sind, macht eine Spezialisierung wirklich Sinn und das Kind kann sein volles Potential ausschöpfen.


Ermuntern Sie Ihr Kind zu so viel Bewegung wie möglich und denken Sie daran, dass auch hier die Vorbildwirkung entscheidend ist. Ein Kind, das seine Eltern bewegungsarm und ständig vor dem Fernseher erlebt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit später selbst eher träge und bewegungsfaul. Nutzen Sie die Chance, sich mit Ihrem Kind zusammen selbst mehr zu bewegen und sorgen Sie so für seine und auch Ihre Gesundheit.


 

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
randomness