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18 Oktober, 2017 - 10:49
 

Kinder fördern – Was ist in welchem Alter sinnvoll?

Von der Motorik, über die Lust am Lernen bis zum gesunden Selbstbewusstsein können Eltern ihre Kinder fördern. Wichtig ist neben dem richtigen Maß der richtige Zeitpunkt. Während die Förderung von Kleinkindern noch in erster Linie durch Aktivitäten mit den Eltern geschieht, brauchen ältere Kinder andere Impulse, die häufig von außerhalb der Familie kommen.

© denisismagilov - Fotolia.com

Kleinkinder sind ausgesprochen aufnahmefähig, das zeigt nicht nur die moderne Hirnforschung, sondern ebenso die Erfahrung mit dem eigenen Kind. Zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt, entwickelt unser Nachwuchs manche Fähigkeiten spielend leicht. Ist das Zeitfenster verstrichen, lernt das Kind immer noch leicht, aber eben nicht mehr so schnell. Je älter ein Kind wird, umso größer werden die Zeiträume, in denen es bestimmte Fähigkeiten erlernen kann. Förderung bleibt auch dann noch wichtig. Entscheidend ist dabei die Nachhaltigkeit. Denn nur was immer wieder angewendet wird, bleibt als Fähigkeit präsent.


Die Kleinkindförderung

Kinder entdecken ihre Welt spielerisch und so sollte auch die Förderung in den ersten Lebensjahren sein: ein einziges aufregendes Spiel, bei dem das Kind wie von selbst und ohne Anstrengung seine Fähigkeiten entwickelt. Das geht im freien Spiel allein oder gemeinsam mit den Eltern und später auch in Regelspielen, die verschiedene Schwerpunkte wie die Farb- und Formerkennung, Sprachverständnis, Gedächtnis oder Motorik trainieren. Ganz nebenbei lernt das Kleinkind den Sinn von Regeln – die es dann auch im Alltag leichter einhalten kann.

Gerade im Bereich der Motorik, aber auch im kognitiven Bereich gibt es verschiedene Angebote, die Eltern für die spielerische Frühförderung des Kindes nutzen können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Babyschwimmen
  • PeKiP (Prager-Eltern-Kind-Programm)
  • Sportangebote für Kleinkinder wie Kindertanz oder Kindersport

Wichtig in dieser Altersstufe: beim Fördern des Kindes geht es nicht um das Erreichen von Lernzielen, sondern darum, dem Kind durch verschiedene Impulse und Angebote die Möglichkeit zu geben, seine eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten kennenzulernen, zu trainieren und daraus ein gutes Selbstwertgefühl zu entwickeln.


Förderung im Vorschulalter

Kinder im letzten Kindergartenjahr werden auch als Vorschulkinder bezeichnet. Im Alter von 4 bis 6 Jahren sind die meisten Kinder sehr wissbegierig und freuen sich schon auf die Schule. Sie sind offen für Neues und sehr aufnahmefähig – ein guter Zeitpunkt, um die geistige Entwicklung zu fördern:

  • Um die sprachlichen Fähigkeiten eines Kindes zu trainieren, eignen sich Bücher in diesem Alter am allerbesten. Jetzt ist ein guter Moment, um vom reinen Vorlesen der Gutenachtgeschichte dazu überzugehen, auch das Kind erzählen zu lassen – zum Beispiel, was es auf den Bildern im Buch sieht oder woran es sich aus dem Vorgelesenen des letzten Abends erinnert.
  • Jetzt kann auch das Zahlenverständnis unterstützt werden. Preise im Supermarkt eignen sich ausgezeichnet, um dem Kind Relationen zu vermitteln. Das laute Mitzählen von Treppenstufen ist ebenfalls eine gute Methode, um erstes Zahlenwissen zu vermitteln. Darüber hinaus gibt es altersgerechte Zahlenspiele. Hat Ihr Kind daran Spaß eignen sich auch diese.
  • Geistige Entwicklung wird in hohem Maß auch durch körperliche Bewegung gefördert. Besonders geeignet sind Sportarten, die die Koordination fördern. Grundsätzlich steigert Bewegung die Durchblutung im Gehirn, neue Synapsen werden gebildet und Wissen festigt sich.


Grundschulkinder fördern

Mit Beginn der Schulzeit werden an Kinder neue und andere Anforderungen an Konzentration und Ausdauer gestellt. Im ersten Grundschuljahr ist deshalb weniger konkrete Förderung als ausreichend Ausgleich zum langen Stillsitzen und den neuen Aufgaben wichtig. Viel Zeit fürs Freispiel und ausreichend Bewegung sind jetzt wichtige Aspekte, die das Kind in dieser Lebensphase fördern. Bei allem Neuen, was das Kind jetzt beginnen kann, ist darauf zu achten, dass es nicht überfordert wird und ihm genug freie Zeit bleibt. Auch Leistungsdruck im Sport kann ein Kind im Grundschulalter leicht überfordern und im Extremfall zum Burn-Out führen. Noch immer sollte der Spaß im Vordergrund stehen.

Je nach Kapazität des Kindes ist nun auch der richtige Zeitpunkt für eine neue Sportart wie Ballett, Reiten oder die Mitgliedschaft in einem Sportverein. Vor allem Mannschaftssportarten wie Fußball oder Handball fördern das Gemeinschaftsdenken und die Fairness. Die Einhaltung von Regeln wird im Teamsport besonders intensiv geübt und noch selbstverständlicher. Auch das Erlernen eines Musikinstrumentes ist in diesem Alter passend. Das Kind kann sich über längere Zeit konzentrieren und auch mal an einer Sache „dranbleiben“.


Förderung von Schulkindern

Nach der Grundschulzeit beginnt für Kinder vielfach der „Ernst des Lebens“. Die Anforderungen in der Schule steigen, auch die Zeit für Hausaufgaben nimmt zu. Jetzt kommt es darauf an, ein Gleichgewicht zwischen Fördern und Fordern zu finden und die kindlichen Stärken zu unterstützen, ohne dabei die Schwächen außer Acht zu lassen. Dazu gehören auch Schwächen in der Schule. Hängt Ihr Kind in bestimmten wichtigen Fächern wie Mathematik oder Deutsch hinterher, kann eine professionelle Nachhilfe eine sinnvolle Hilfeleistung sein. Wichtig ist auch hier, dass der Spaß dabei nicht zu kurz kommt. Für viele Sportarten ist im Alter zwischen 9 und 12 Jahren der richtige Zeitpunkt. Da Ihr Kind in diesem Alter Bewegungsabläufe besonders leicht einüben kann, sind Sportarten wie Basketball, Handball oder auch Fußball ideal.

Bei jeder Art von Förderung ist es wichtig, die Neigungen des Kindes zu beachten und nicht die eigenen Wünsche auf den Nachwuchs zu projizieren. Achten Sie also darauf, was Ihrem Kind Spaß macht und unterstützen Sie es in diese Richtung, sorgen Sie jedoch gleichzeitig dafür, dass der Ausgleich nicht zu kurz kommt. So sollte auch ein musikalisches Kind oder ein Bücherwurm ausreichend Bewegung bekommen. Andererseits sollten körperliche Kinder, die nichts als Sport im Kopf haben, auch Futter fürs Gehirn bekommen.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de