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9 Oktober, 2016 - 09:02
 

Kinder und Fernsehen - wie viel ist zuviel?

Der Fernseher ist schon seit vielen Jahren aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und auch unsere Kinder werden bereits früh mit der Flimmerkiste konfrontiert. Leider wird das Fernsehen oft als Babysitter und zur „Ruhigstellung“ der Kinder genutzt. Das ist ein Problem, denn das Fernsehen kann schnell zur Sucht werden und alle anderen Freizeitbeschäftigungen verdrängen.

© Harald07 - Fotolia.com

Gesundheitliche Folgen von übermäßigem Fernsehkonsum

Verschiedene amerikanische und deutsche Studien haben schon vor einigen Jahren bedenkliche Ergebnisse veröffentlicht: Kinder, die viel fernsehen, haben durchschnittlich schlechtere Noten und langfristig schlechtere Schulabschlüsse, sie schneiden schlechter in Mathematik-, Lese- und Verständnistests ab, neigen zur sexuellen Frühreife und haben eine niedrigere Hemmschwelle gegenüber Nikotin, Alkohol und anderen Drogen. Vor allem in den ersten drei Lebensjahren stört der Fernsehkonsum die geistige Entwicklung des Kindes nachhaltig. Übergewicht, Muskelschwäche und sogar Diabetes Mellitus können als gefährliche Folgen vom Dauerglotzen und dem meist daraus folgenden Bewegungsmangel entstehen. Amerikanische Forscher machen den Fernsehkonsum von Kindern unter drei für die Entstehung von ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) verantwortlich. Die Konsequenz aus diesen beunruhigenden Informationen muss eine genaue und aufmerksame Kontrolle darüber sein, wie viel und was Kinder im Fernsehen oder auf DVD sehen dürfen.


Altersgemäß fernsehen

Kinder nehmen das Geschehen im Fernsehen ganz anders auf als Erwachsene, wie genau sie Filme und Sendungen erleben, hängt in erster Linie vom Alter ab.

  • Im Kindergartenalter können nur kurze Episoden und einfache Geschichten aufgenommen werden, komplexe Handlungen verwirren und langweilen die Kinder. Auch ist ihnen längst nicht klar, dass das Geschehen im Fernseher nicht echt ist. Sie können darüber hinaus nicht zwischen Werbung und Film unterscheiden. Wie wenig Kleinkinder von dem begreifen, was sie sehen, ist leicht an ihren Fragen zu erkennen.
  • Grundschulkinder mögen oft Zeichentrickfilme und Wissenssendungen, sie verstehen in geringem Maße Ironie und erkennen, was zur Sendung gehört und was Werbeeinblendung ist.
  • Ältere Kinder ab ungefähr 10 Jahren interessieren sich schließlich für bestimmte Themen, sehen aber bei einer bereits erfolgten Gewöhnung an das Fernsehen wahllos in die Glotze und lassen sich davon berieseln.


Empfehlungen fürs Fernsehen:

  • Kinder unter 2 Jahren sollten möglichst überhaupt nicht fernsehen, maximal aber 20 Minuten pro Tag. Sie brauchen in diesem Alter viel mehr die direkte Zuwendung der Eltern, einfache Spielsachen und Bilderbücher für die ersten bildhaften Erlebnisse und zur Entwicklung ihrer Sinne.
  • Kinder im Alter zwischen 2 und 5 Jahren sollten maximal 30 Minuten pro Tag fernsehen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Kinder nicht unkontrolliert schauen, die ausgewählten Sendungen kindgerecht sind und die Eltern den Konsum begleiten. Geeignete Sendungen sind zum Beispiel Geschichten des Augsburger Puppentheaters, Bob Baumeister, Petterson und Findus, Sesamstraße, Die Sendung mit der Maus oder die Zeichentrickfilme von Janosch.
  • Im Grundschulalter zwischen 6 und 10 Jahren können Kinder bereits komplexere Filme sehen und verstehen. Der tägliche Fernsehkonsum sollte 60 Minuten nicht überschreiten. Wichtig ist, dass Sie mit Ihrem Kind über das Gesehene sprechen, beziehungsweise sich von Ihrem Kind die Handlung erzählen lassen.
  • Auch noch im Alter zwischen 11 und 13 Jahren sollten Eltern den TV-Konsum der Kinder kontrollieren. Maximal 90 Minuten täglich sollten erlaubt sein. In diesem Alter ist es vor allem entscheidend, dass Kinder lernen, mit dem Medium Fernsehen richtig umzugehen, denn bald werden sie selbst entscheiden, wie viel sie fernsehen. Wichtig ist, dass Kinder lernen, das Medium gezielt zu nutzen und nur für Sendungen einzuschalten, die sie wirklich interessieren, anstatt sich dauerhaft berieseln zu lassen. Hier ist natürlich auch das Vorbild der Eltern entscheidend…


Nach dem Fernsehen sollten Kinder immer dazu angeregt werden, sich auszutoben und eventuell angestautes Adrenalin loszuwerden. Deshalb ist Fernsehen direkt vor dem Schlafen gehen möglichst zu vermeiden. Weiterhin sollten die Altersfreigaben von Fernsehfilmen beachtet und gegebenenfalls überprüft werden. Nicht jedes Kind ist mit sechs Jahren in der Lage auch jeden Film mit der Altersfreigabe für Sechsjährige zu sehen. Im Zweifelsfall sollten Sie sich den Film vorher selbst – zumindest teilweise – ansehen.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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