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30 Juli, 2016 - 10:58
 

Kinder und Hobbies – spielerisch fürs Leben lernen

Briefmarken sammeln, Fußball spielen, Reiten oder Klavier spielen – die Auswahl an Hobbies, die sich unsere Kinder heutzutage zulegen können, ist fast unbegrenzt. Nicht selten mischen die Eltern bei der Auswahl kräftig mit und erfüllen damit ihre eigenen Kindheitsträume. Hobbies sind ein wichtiger Punkt in der Entwicklung des Kindes mit vielen Lerneffekten.

© Gelpi - Fotolia.com

Brauchen Kinder Hobbies?

Ein Hobby ist eine Lieblingsbeschäftigung, ein Freizeitvergnügen, dem man intensiv und vor allem freiwillig nachgeht. Allerdings entstehen aus einigen Hobbies auch Verpflichtungen - und hier beginnt der Lerneffekt und Nutzen für das Kind. Es lernt bei vielen Hobbies, dass sich aus der Bildung von Teams Verpflichtungen ergeben– seien es nun menschliche wie beim Fußball spielen oder Mensch-Tier-Teams wie beim Reiten. Ganz nebenbei lernen Kinder Verantwortung zu tragen und verlässlich zu sein. Bei Hobbies wie Basteln, Handarbeiten oder Sammeln entfällt dieser Faktor größtenteils. Hier ist die Entwicklung der Eigenmotivation der entscheidende Aspekt. Das Kind lernt, Dinge zu Ende zu bringen, sorgfältiges Arbeiten und zieht Selbstbewusstsein aus seiner Arbeit – vor allem dann, wenn sie von den Erwachsenen entsprechend gewürdigt wird.

Allerdings gibt es auch Hobbies, bei denen der Lerneffekt eher gering ist: Fernsehen, Computerspiele und andere Tätigkeiten, bei denen das Konsumieren im Vordergrund steht, sind zwar auf den ersten Blick ebenfalls Hobbies, stellen aber eher als Ablenkung und einfacher Zeitvertreib dar. Darüber hinaus besteht hier in höherem Maße Suchtgefahr als bei anderen Freizeitbeschäftigungen.


Wie viel dürfen Hobbies kosten?

Wenn das eigene Kind ein finanziell anspruchsvolles Hobby wie zum Beispiel Reiten hat, kann das für manche Eltern schwierig werden, vor allem dann, wenn aus dem Hobby eine Berufung wird und das Kind plötzlich auf Turniere muss, Reitabzeichen machen will oder auch seine Urlaube mit Reiten verbringen will. Eltern sollten sich hier gut überlegen, wo die eigenen Grenzen liegen und mit dem Kind klar darüber sprechen. Zusätzlich sollte ein älteres Kind gerade bei teuren Hobbies einen eigenen Beitrag zur Finanzierung leisten. Das steigert die Wertschätzung und das Verantwortungsgefühl des Kindes für das eigene Tun.


Hobbies helfen bei der Berufsfindung

Kinder suchen sich in der Regel ihre Hobbies selbst aus. Aus den Vorlieben und Talenten lässt sich manchmal bereits die Eignung für die spätere Berufswahl ableiten. Allerdings sollten Eltern hier nicht zu eng denken: Ein Kind, dass gerne mit Legosteinen konstruiert, muss nicht unbedingt Ingenieur werden und Kinder, die viel lesen, werden noch längst keine Journalisten oder Schriftsteller. Aber die Tendenz zu dem, was Spaß macht und was dem Kind leicht fällt, wird ersichtlich. Vor allem lernt und erkennt das Kind durch das eigene Hobby, was es selbst kann und mag. Dadurch wird es in seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen klarer. Das eine oder andere Kind wird auch später sein Hobby selbst zum Beruf machen.


Wie finden Kinder ihr Lieblings-Hobby?

Manchmal entwickeln sich die Vorlieben ganz von selbst: Die Leseratte zeigt sich leicht, da Bücher in jedem Haushalt vorhanden und ein beliebtes Geschenk sind. Die Vorliebe fürs Basteln entsteht oft dadurch, dass Eltern schon früh mit ihren Kindern Bastelarbeiten machen und dies auch im Kindergarten häufig gemacht wird. Andere Hobbies wie Fußball, Ballett oder Reiten entstehen eher durch äußere Einflüsse von gleichaltrigen Kindern.

Mitunter führen Eltern Kinder auch gezielt zum Hobby hin, weil sie ein Talent entdecken. So zeigt sich Musikalität bei Kindern meist recht früh und die Eltern können diese Begabung dadurch unterstützen, dass ihr Kind ein Musikinstrument erlernt.


Hobbies der Eltern sind nicht immer Hobbies der Kinder

Immer dann, wenn die Eltern ein Hobby haben, dass sie leidenschaftlich betreiben, besteht die Gefahr, dass dem Kind etwas aufgedrängt wird, was es gar nicht will. Es erscheint logisch, dass der Vater den Sohn mit zum Fußball spielen nimmt. Wenn nun aber der Sohn eher ein Bücherwurm und Denker als ein Sportler ist, wird der Traum vom gemeinsamen Hobby nicht klappen. Eltern müssen hier achtsam sein, damit sie ihrem Kind keine Freizeitbeschäftigung überstülpen, die nicht zu ihm passt.

Ähnlich ist der Fall manchmal gelagert, wenn das Kind Träume der Eltern verwirklichen soll. Wollte die Mutter schon immer reiten, kann es passieren, dass sie dieses Hobby ihrem Kind aufdrängt. Träumte der Vater seine ganze Kindheit über vom Modellflug, landet der Sohn plötzlich im Modellflugverein. Hier sollten Eltern die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder wahrnehmen, sie bei der Suche nach dem eigenen Hobby unterstützen und eigene Vorstellungen außen vor lassen.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de