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3 Juni, 2017 - 21:50
 

Kinderlieder – Muss singen wirklich sein?

Kinderlieder singen und Männer – das passt häufig nicht zusammen meinen Sie? Schade eigentlich, denn Singen ist für Kinder und die Entwicklung ihrer Persönlichkeit nachweislich wichtig. Schade ist auch, dass uns selbst, als wir Kinder waren, die Lust am Singen gründlich ausgetrieben worden ist. Wir erklären, warum Sie das bei Ihrem Kind anders handhaben sollen.

© AndreyPS - Fotolia.com

Der zweijährige Tim singt in der Badewanne glücklich in höchsten – und eindeutig falschen – Tönen „Alle meine Entchen“. Seine Mutter kommt herein und erklärt ihm, dass das so ganz falsch sei und er die Töne nicht richtig trifft; anschließend singt sie ihm in perfekter Tonlage vor, wie es richtig klingen muss. Was denken Sie? Wird Tim noch einmal so fröhlich und unbeschwert sein Liedchen trällern? Wohl eher nicht. Und sicher wird auch er in der Schule schwitzend und eingeschüchtert vor seinen Mitschülern stehen, wenn er ein Lied vorsingen soll, das dann auch noch benotet wird. Uns ist die Lust am Geräusche machen angeboren, denn wir lernen dadurch dazu. Schade, wenn Erwachsene dieses kindliche Potential schon im Keim ersticken.


Warum Singen für Kinder so wichtig ist

Singen ist eine lustvolle Angelegenheit. Das Trällern von Liedchen, ganz gleich, ob die Melodie perfekt oder total falsch ist, weckt Gefühle, das Gehirn wird auf viele Arten gleichzeitig stimuliert und das deutlich intensiver, als es zum Beispiel beim Sprechen der Fall ist. Singen fördert die Sprachentwicklung auf ganz spielerische Art und Weise, die Stimmbänder werden geschult, neue Laute werden geübt (Sie kennen doch bestimmt das Lied „tsch, tsch, tsch – Die Eisenbahn“). Forscher glauben sogar, dass das Singen in früherer Zeit dem Menschen einen Überlebensvorteil sicherte: Gesang gilt als einer der evolutionären Faktoren, die uns zu dem vernunftbegabten Wesen gemacht hat, das wir heute sind. Singen dient der Kommunikation mit anderen und wirkt beruhigend. Haben Sie schon einmal beobachtet, wie Ihre Partnerin Ihr Baby allein durch irgendeinen Singsang beruhigt hat, sogar ohne es zu berühren? Selber singen macht glücklich, denn das Belohnungszentrum wird stimuliert. Schließlich fördert Singen die Kreativität, vor allem dann, wenn unsere Kinder ihre Lieder frei erfinden und das auch unreglementiert dürfen. Neueste Studien haben sogar ergeben, dass häufiges Singen das Immunsystem stärkt – wie alles, was uns glücklich macht. Singen macht übrigens auch selbstbewusst – wer schon als kleines Kind den Mund weit aufmacht, der wird sich auch später mehr trauen – und eben nicht zu den Kindern gehören, die beim Vorsingen in der Schule rot werden und vor Schüchternheit keinen einzigen Ton mehr herausbringen.


Singen fördern – Singen Sie mit!

Die kniffelige Frage ist nun: Wie fördert man beim Kind das Singen, wenn man selbst ein, gelinde gesagt gestörtes, Verhältnis zum Gesang hat. Die gute Nachricht: Es ist nicht wichtig, ob Sie richtig singen. Das ist Ihrem Kleinkind völlig egal. Wichtig ist, dass Sie mit ihm zusammen singen - es ermuntern und es vor allem nicht verbessern, wenn es Text oder Melodie nicht trifft. Singen Sie also vor, singen Sie mit und kümmern Sie sich nicht darum, was andere denken und wie sich Ihr Gesang anhört. Ihr Kind wird davon profitieren und Sie selbst natürlich auch. Denn all die positiven Auswirkungen, die Singen auf Ihr Kind hat, wird es auch auf Sie haben. Je früher Sie damit anfangen, Ihrem Kind vorzusingen, umso besser.


Anregungen für das Singen mit Kindern

Wenn Sie nicht wissen, was Sie Ihrem Kind vorsingen wollen, weil die Lieder, die Sie selbst als Kind gehört haben, längst vergessen sind, schauen Sie doch einmal auf der Seite von liederbaum.de nach, dort finden Sie viele Liedtexte, die wahrscheinlich auch bei Ihnen Erinnerungen wach rufen – und die auch mit der dazugehörigen Musik. Eine gute Alternative sind CDs mit Kinderliedern zum Hören und Mitsingen, empfehlenswert sind zum Beispiel die Lieder rund um den „Traumzauberbaum“ von Reinhard Lakomy oder eine CD mit den klassischen Kinderliedern. Viel Spaß!

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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