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15 November, 2016 - 10:17
 

Liebe ist die Basis – Erziehung von Herzen

Natürlich lieben Sie Ihre Kinder – aber zeigen Sie Ihnen das auch? Erziehen Sie Ihr Kind liebevoll oder eher mit Strenge und Autorität? Schaffen Sie es, Grenzen zu setzen und diese Ihrem Kind immer wieder mit Liebe zu zeigen?

© Anatoly Tiplyashin - Fotolia.com

Die aktuellen Erziehungsdebatten schaffen hier leicht Unsicherheiten. Zum einen sind Konsequenz, Disziplin und Grenzen wichtig, zum anderen sollte ein Kind liebevolle Zuwendung von seinen Eltern bekommen ohne jedoch verwöhnt zu werden. Da viele heutige Eltern selbst noch ganz anders erzogen sind, fällt es oft schwer, Liebe und Konsequenz zu vereinbaren.


Einer der häufigsten Erziehungsirrtümer

Kinder müssen ständig gelenkt und geleitet werden, nur so erkennen sie, was gut und was falsch ist, lernen die Verhaltensregeln gegenüber anderen und entwickeln sich zu vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft. Diese Ansicht wird heute noch häufig vertreten und lässt sich überall da beobachten, wo Eltern und Kinder zusammen in der Öffentlichkeit sind. Natürlich ist es richtig, ein Kind muss einiges lernen, doch dabei vergessen Eltern oft, dass Kleinkinder ohnehin fast ausschließlich durch Nachahmung und ausprobieren lernen. Damit sie sich trauen, sich frei zu bewegen und auch das Risiko eingehen können, einen Fehler zu machen, brauchen sie Rückhalt. Diesen Rückhalt gewinnen sie in erster Linie durch die Liebe der Eltern. Ein Kind, das sich geliebt und angenommen fühlt, ist mutig, denn es weiß, es kann ihm nichts Schlimmes widerfahren und wenn doch, sind die Eltern da, um es zu retten.


Kinder brauchen Liebe und Geborgenheit

Gewalt in der Erziehung hat fatale Folgen für das Kind. Ein feindseliges Verhalten der Eltern und körperliche Bestrafungen erzeugen Angst, das Gefühl nicht geliebt zu werden und Schuldgefühle. „Ich bin nicht richtig.“ Diese Erkenntnis prägt sich Kindern ein, die lieblos erzogen werden und führt zu Rückzug, Misstrauen und einem Mangel an Selbstwertgefühl. Und nicht nur das Kind erleidet dadurch einen Schaden. Der Erwachsene weiß sehr wohl, dass sein Verhalten unangemessen ist und zieht sich emotional zurück, um die eigenen Schuldgefühle nicht spüren zu müssen. Damit verliert er auch sein Mitgefühl für sein Kind, für andere und setzt einen Erziehungsstil fort, den er wahrscheinlich schon selbst als Kind erfahren hat.


Liebe zeigen

Wie zeigt man nun einem Kind, dass man es liebt? Grundsätzlich gibt es fünf Möglichkeiten, einem Kind seine Liebe zu erklären (Gary Chapman). Am besten man nutzt sie alle und zwar jeden Tag:

  • Körperkontakt: Streicheln und küssen Sie Ihr Kind jeden Tag mehrmals oder raufen Sie freundschaftlich mit ihm, wenn Ihnen beiden das besser gefällt.
  • Geschenke: Damit sind keine großen oder teuren Geschenke gemeint, sondern die kleinen Dinge. Zeigen Sie Ihrem Kind einen schönen Stein und schenken Sie ihm diesen. Dahinter steckt ein Ritual: Ich gebe dir etwas, du darfst es behalten.
  • Zeit zu zweit: Kinder lieben Ihre Eltern und möchten mit Ihnen zusammen sein. Besonders schätzen Sie die Zeit, die nur ihnen allein gehört. Nehmen Sie sich Zeit – nur für Ihr Kind. Spielen Sie mit ihm, lesen Sie etwas vor, gehen Sie nach draußen. Die Dauer ist dabei weniger wichtig als die Intensität.
  • Schutz und Hilfe: Seien Sie da, wenn Ihr Kind Sie braucht, lassen Sie es aber auch frei, wenn Sie spüren, dass es selbst zurechtkommt. Ihr Kind braucht Ihre Sicherheit und spürt Ihre Liebe, wenn Sie erkennen, dass es Hilfe braucht und ihm dann auch Unterstützung geben.
  • Lob: Ein ernst gemeintes Lob bringt Ihr Kind in seiner Entwicklung weiter und es spürt gleichzeitig Ihre Aufmerksamkeit und Liebe. Sie sind ihm wichtig und freuen sich mit ihm.


Erziehung mit Liebe

Wo Liebe und Vertrauen zwischen Eltern und Kind ist, ist die Erziehung meist keine allzu große Sache mehr. Der Gehorsam folgt meist fast von allein. Denn ein Kind will gefallen, es will geliebt werden und tut viel dafür, um dieses Ziel zu erreichen. Wichtig ist, dass das erforderliche Urvertrauen vorhanden ist und dass Lob einen deutlich höheren Anteil in der Erziehungsarbeit hat als Kritik oder gar Bestrafungen. Das Gefühl der Liebe entsteht, wenn ein Kind spürt, dass die Eltern es gut finden und ihm positiv gegenüberstehen und das auch dann, wenn es sich einmal nicht angemessen verhält oder einen Fehler macht.

Übrigens: Sein Kind zu lieben hat nicht gleich etwas mit Verwöhnen zu tun. Liebe und Zeit fürs Kind machen es nicht unselbständig und fordernd, sondern sorgen ganz im Gegenteil dafür, dass ein Kind sich in die Welt hinauswagt, denn es weiß, es gibt einen Ort, an dem es sich geschützt und geliebt fühlt.

 


Zum Weiterlesen:
http://www.eltern.de/kindergarten/erziehung/interview-wolfgang-bergmann.html

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de