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5 Mai, 2016 - 21:51
 

Lust auf Lärm - Krachmacher Kind

Kinder können unglaublich laut sein – häufig sehr zum Missfallen von Eltern und Nachbarn. Meist haben selbst eindringliche Ermahnungen nur einen begrenzten Effekt. Krach zu machen scheint Kindern im Blut zu liegen, wird die Lust auf Lärm ständig unterdrückt, tut das unseren Kleinen nicht gut, denn sie lernen beim Krach machen.

© Picture-Factory - Fotolia.com

Wie laut ein Kind überhaupt sein darf, hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren ab. Zum einen spielt die Wohnsituation eine Rolle, zum anderen die Empfindlichkeit der elterlichen Ohren oder andere Gründe zur Rücksichtnahme. Kinder können es lernen, sich leise zu verhalten. Dennoch müssen sie immer wieder auch Gelegenheit haben, ihre Lust am Lärm auszuleben und sich ganz unkontrolliert zu geben.

Je kleiner, umso lauter

„Nun seid doch nicht so schrecklich laut!“ Wer hat diese Ermahnung seinen Kindern gegenüber noch nicht ausgesprochen. Je kleiner sie sind, umso lautstärker bewegen sie sich durch die Welt und das aus gutem Grund: Wer klein ist, muss sich Gehör verschaffen, will er sich durchsetzen und überleben. Ein Baby wird nur gehört, wenn es kräftig und laut brüllt, andernfalls stirbt es. Kleinkinder werden ständig mit Geräuschen konfrontiert, die sie übertönen müssen und auch im Kontakt mit anderen Kindern zählt oft die Lautstärke, wenn es um die Durchsetzung des eigenen Willens geht. Und schließlich macht laut sein einfach Spaß – wer Krach erzeugen kann, hat Macht, zumindest erscheint das aus dem Blickwinkel eines Kindes so. Wer einmal beobachtet hat, mit welcher Begeisterung ein Kleinkind auf die Trommel haut, kann vielleicht erkennen, was das Kind dabei empfindet: Es kann etwas bewegen, seine Umwelt verändern und das gibt Selbstbewusstsein. Je älter ein Kind wird, umso einfacher fällt es ihm, sich selbst zu kontrollieren. Es lernt andere Methoden kennen, um sich bemerkbar zu machen, gehört zu werden.

Wenn Kinder nicht leise sein können

Generell sind Kinder erst einmal laut, wie laut, hängt davon ab, was ihnen vom Umfeld vorgelebt wird und welche Regeln ihnen auferlegt werden. In einer Mietswohnung verhalten sich in der Regel die Erwachsenen leise und rücksichtsvoll. Das Kind ahmt dieses Verhalten immer mehr nach, zusätzliche Ermahnungen sorgen dafür, dass es immer besser lernt, sich ruhig und gesittet zu verhalten und nicht zu laut zu sprechen.

Wenn Kinder das leise-sein auch, wenn sie drei, vier, fünf oder mehr Jahre alt sind, nicht lernen können, kann das unterschiedliche Ursachen haben:

  • Wie laut sind Sie selbst? Ein Kind, das mit lauten Erwachsenen zusammenlebt, wird selbst mit vielen Ermahnungen nur schwer lernen, sich leise zu verhalten.
  • Ist ihr Kind wirklich so laut, wie sie denken? Oft wirken die hellen Kinderstimmen lauter als sie in Wirklichkeit sind.
  • Hören Sie Ihrem Kind zu? Kinder, die sich nicht gehört und wahrgenommen fühlen, greifen oft zu lauter Sprache oder Krach, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
  • Hört Ihr Kind gut? Wer schwer hört, ist automatisch laut, um wenigstens sich selbst zu verstehen.

Laut sein dürfen – Möglichkeiten für Stadtkinder

Auch das besterzogenste Kind muss einmal alle Beherrschung verlieren dürfen. Geben Sie Ihrem Kind unbedingt ausreichend Möglichkeiten, laut zu sein. Es braucht Gelegenheiten, zu tun, wonach ihm der Sinn steht, ohne sich kontrollieren zu müssen. Denn Schreien baut Spannungen ab – das ist bei Babys so und bei Kleinkindern nicht viel anders. Selbst uns Erwachsenen ist manchmal nach Schreien zu Mute. Geben wir dem Gefühl nach, geht es uns meist besser. Gehen Sie also mit Ihrem Kind in die Natur, geben Sie ihm die Möglichkeit, auf Spielplätzen zu toben und dort so richtig laut zu sein. Wenn die Lautstärke in Kombination mit Aggression und Unausgeglichenheit entsteht, kann eine passende Sportart helfen, in der Bewegung und Stimme enthalten sind wie zum Beispiel Kampfsportarten.

Was Nachbarn ertragen müssen – das sagt das Gesetz

Das Thema Kinderlärm ist schon immer ein Streitthema unter Nachbarn gewesen, vor allem in der Mietwohnung kann es zwischen Parteien im wahrsten Sinne des Wortes so richtig krachen. Generell gilt jedoch, dass Nachbarn Kinderlärm hinnehmen müssen. Babygeschrei muss selbst nachts und in den eigentlichen Ruhezeiten geduldet werden, auch das spielen darf nicht verboten sein. Das sehen auch die Gerichte in verschiedenen Urteilen zum Thema Kinderlärm  so. Genauso dürfen Kinder im Hof und im Garten eines Mehrfamilienhauses spielen, weder Hausmeister noch andere Mieter dürfen dies untersagen. In diesem Fall müssen Eltern sich jedoch bemühen, die Ruhezeiten von 13 bis 15 Uhr und von 22 bis 7 Uhr einzuhalten. Gesetzlich vorgeschrieben ist allerdings nur die Nachtruhe.

Will man mit seinen Nachbarn in Frieden leben, sollte man einen Mittelweg finden. Einerseits muss dem Kind die Möglichkeit gegeben werden, laut zu sein und zu toben und andererseits sollten die anderen Anwohner nicht allzu sehr gestört werden. Vor allem ältere Kinder können und müssen die Rücksicht auf andere lernen, damit ein harmonisches Miteinander möglich ist.

 

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