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22 November, 2016 - 09:17
 

Mit Ritualen Geborgenheit schaffen und die Familiengemeinschaft stärken

Das Leben als Kind ist aufregend. Ständig lernen Kinder Neues und die Erlebnisse sind schwer zu verarbeiten. Rituale – gelernte, strukturierte Abläufe – helfen Kindern, indem sie Regelmäßigkeit und Struktur in ihren Tag bringen und durch Vertrautheit Geborgenheit schaffen.

© Kzenon - Fotolia.com

Gerade kleinere Kinder lieben Wiederholungen. Zu wissen, was jetzt kommt und was sie erwartet, gibt ihnen ein vertrautes Gefühl und Geborgenheit. Aus diesem Wissen kann Selbstvertrauen erwachsen, mit dem Kinder auch Zeiten und Situationen, in denen sie unsicher sind, besser bewältigen.


Was sind Rituale?

Rituale gibt es seit Urzeiten und in allen Kulturen. Es handelt sich dabei um bekannte, sich wiederholende Abläufe, die einer bestimmten Form folgen und eine Gruppe von Menschen einen. Wer die Form des Rituals festgelegt hat, ist nicht relevant. Wichtig ist jedoch, dass das Ritual allen bekannt ist und in bestimmten Situationen wiederholt wird. 

Erwachsene werden Rituale in erster Linie mit der Kirche oder offiziellen Anlässen verbinden. Aber wenn Sie an Ihre Kindheit denken, dann werden bei Ihnen ganz bestimmt auch Erinnerungen an immer wiederkehrende Ereignisse wach, auf die sie sich vielleicht gefreut haben: der Baum an Weihnachten, der gemeinsam geschmückt wurde, Geburtstagsfeiern mit Kuchen, den Ihre Mutter gebacken hat, das ausgiebige Frühstück am Sonntag mit der ganzen Familie oder Fernsehabende am Samstag mit Mama, Papa und „Wetten Dass“. Wäre es nicht schön, wenn Sie Ihren Kindern ebenfalls solche Erinnerungen bescheren könnten?


Was macht ein Ritual aus?

Damit eine Handlung zum Ritual wird, sind folgende Punkte wichtig:

  • Es gibt einen festen Ablauf, der gewissen Regeln unterliegt.
  • Dieser Ablauf wiederholt sich stets in bestimmten Situationen.
  • Der Ablauf ist allen Teilnehmern bekannt und vertraut.
  • Alle Teilnehmer halten sich daran. Ausnahmen von der Regel werden betont oder der Ablauf wird bewusst von den Teilnehmern verändert.

Ziel ist, dass Kinder durch Rituale und die Vertrautheit mit ihnen Halt in ihrem aufregenden Leben bekommen, nach dem Motto: „Die Welt um mich herum verändert sich, aber das Ritual bleibt bestehen.“ Dieses Bewusstsein, etwas Beständiges in ihrem Leben zu haben, gibt Kindern Halt und Geborgenheit. Aus der Gewissheit, den Ablauf zu Hause zu kennen, schöpfen Kinder Sicherheit und Selbstbewusstsein, das ihnen hilft, Krisen besser zu bewältigen. Das Gemeinschaftgefühl zwischen denjenigen, die das Ritual kennen und gemeinsam durchführen, wird gestärkt. Ganz nebenbei werden bei Kindern durch das Lernen des Rituals auch das Denkvermögen und die Konzentration geschult. Darüber hinaus lernen sie, Regeln zu akzeptieren.


Mit Ritualen den Tag strukturieren

Aus der eigenen Kindheit werden sich Erwachsene in erster Linie an Rituale zu besonderen Anlässen wie Weihnachten, Sylvester oder dem eigenen Geburtstag erinnern. Diese Rituale sind wichtig, um das Besondere dieser Ereignisse im Bewusstsein eines Kindes zu verankern. Noch wichtiger sind jedoch Rituale, die Kindern (und Eltern) tägliche Abläufe vertraut machen und so den Tag strukturieren.

Wohl am weitesten verbreitet ist das Gute-Nacht-Ritual, das Kindern hilft, zur Ruhe zu kommen und ins Bett zu gehen. Wenn die Abläufe immer dieselben sind, werden Kinder diese lernen und sind nach einer Weile in der Lage, sie selbständig durchzuführen. Wenn dann die Zähne geputzt und der Schlafanzug angezogen ist, sind sie bereit für die Gute-Nacht-Geschichte, die ihnen die Eltern vorlesen.

Tägliche Rituale können auch ein fester Ablauf für das Aufstehen und das gemeinsame Essen oder ein spezielles Ritual für Ruhezeiten oder das Aufräumen sein. Wichtig für die Beziehung zwischen Ihnen und Ihren Kindern können auch eigene Rituale beim Abschied oder zur Begrüßung sein. Dies gibt Ihren Kindern die Gewissheit, dass alles so ist, wie es sein sollte und der Papa auch wiederkommt. Speziell bei Familien, in denen der Vater beruflich viel unterwegs ist, sind solche Rituale hilfreich.

Wie diese Rituale letztlich aussehen, das liegt an Ihnen. Wichtig ist vor allem, dass sie immer gleich ablaufen. Ausnahmen – wenn ein Kind zum Beispiel nicht gleich nach dem Sandmännchen ins Bett gehen muss, weil die Oma gerade da ist - sollten ausdrücklich betont werden.


Rituale können verändert und entwickelt werden. Sie sollten jedoch immer für Ihr Kind als das erkennbar bleiben, was sie sind – ein vertrauter Ablauf, der Ihren Kindern Sicherheit und ihrem Leben Struktur gibt und darüber hinaus Ihre Familie enger zusammenschweißt.

 

zum Weiterlesen:

http://www.hoppsala.de/index.php?menueID=21&contentID=1254

Buchempfehlung zum Thema:

Petra Kunze, Catharina Salamander: Die schönsten Rituale für Kinder

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de