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4 Oktober, 2016 - 09:55
 

Mithilfe im Haushalt – Was können Kinder wann tun?

Früher war es selbstverständlich, heute gibt es unterschiedliche Modelle. Dass Kinder im Haushalt mithelfen, ist längst nicht in jeder Familie selbstverständlich. Dabei fördert die Zusammenarbeit in der Familie den Zusammenhalt, gibt den Kindern ein Gefühl für Gemeinschaft und stärkt ihr Verantwortungsgefühl und ihr Selbstbewusstsein.

© Hallgerd - Fotolia.com

In anderen Kulturen ist es eine Selbstverständlichkeit, dass alle zusammen helfen. In der westlichen Zivilisation wird den Kindern oft fast alles abgenommen. Die Kinder müssen sich lediglich um ihre Hausaufgaben, eventuell um ein Haustier und vielleicht noch um ihr Zimmer kümmern.
Wenn Kinder im Haushalt mithelfen sollen und das auch noch gerne, muss die Atmosphäre stimmen und die Kinder müssen schon von klein auf in die häuslichen Aufgaben mit einbezogen werden. Wichtig ist, dass die Hilfeleistungen der Kinder immer ans Alter angepasst werden, denn eine der wichtigsten Motivationen ist hier das Erfolgserlebnis. Versagen die Kinder dadurch, dass sie zu schwere Aufgaben erledigen sollen, dann verlieren sie schnell die Lust an der Mitarbeit.

 

Echte Aufgaben fördern die Motivation

Um zu erreichen, dass ein Kind gerne im Haushalt mithilft, sollte es das Gefühl haben, dass seine Aufgabe auch wirklich wichtig ist. Lassen Sie Ihr Kind nichts tun, was Sie selbst nicht leiden können. Es wird Ihre Gefühle aufnehmen und mit der Aufgabe selbst negative Emotionen verknüpfen. Die Folge davon ist, dass es keine Lust hat, genau bei dieser Sache mitzuhelfen. Prinzipielle Unlust an der Mithilfe im Haushalt wird so fast vorprogrammiert.

Wenn Sie es schaffen, dass Ihr Kind gern mithilft, dann wird es dadurch im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten Fähigkeiten entwickeln:

  • Entwicklung von Verantwortungs- und Pflichtgefühl
  • Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
  • Zeit und eigene Kräfte einteilen

Oft stellt sich die Frage, ob Kinder für die Mithilfe bezahlt werden sollen. Davon ist abzuraten, Kinder erhalten dadurch eine falsche Botschaft. Wenn Kinder mithelfen, dann aus einem Gemeinschaftsgefühl oder aus Hilfsbereitschaft heraus und nicht deshalb, weil sie dadurch einen Vorteil erlangen.

 

Welche Aufgaben in welchem Alter?

Sobald Kinder erfassen, was die Eltern zu ihnen sagen, können ihnen auch Aufgaben übertragen werden. Schon Eineinhalbjährige schaffen es, ein Spielzeug wegräumen und mit 2 Jahren können Kinder durchaus ihren Teller und ihr Glas vom Essenstisch wegbringen. In diesem Alter helfen Kinder in der Regel gerne mit und so wird eine gute Grundlage für die spätere Mithilfe gelegt. Ab 4 können Kinder auch allein für etwas zuständig sein. Dies kann zum Beispiel das Tisch decken sein.

Wichtig ist, die Kinder von klein auf daran zu gewöhnen, dass sie ihr eigenes Spielzeug wieder wegräumen. Die Eltern helfen mit und es ist auch egal, wie viel die Kinder effektiv wegräumen – es geht um das Tun an sich und den Willen der Kinder, mitzuhelfen. Je älter die Kinder werden, desto verantwortungsvoller können die zugeteilten Aufgaben sein. Was welches Kind übernehmen kann, müssen die Eltern individuell entscheiden. Vermeiden Sie zu hohe Ansprüche. Perfektion kann man von Kindern noch nicht erwarten, wohl aber Bemühen und Kooperation.

 

Motivation zur Mithilfe

Damit Kinder Spaß an der Hilfe im Haushalt haben, können viele Aufgaben auch spielerisch erledigt werden. Werden zu viele Regeln und zu hohe Erwartungen aufgestellt, dann verlieren Kinder schnell die Lust daran, mitzuhelfen. Gerade das Aufräumen des eigenen chaotischen Zimmers überfordert Kinder schnell. Sie wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Helfen die Eltern mit, geht es leichter und die Lieblings-Musik und spielerische Einlagen machen das Aufräumen dann fast schon zum Vergnügen. Haben kleine Kinder keine Lust und weigern sich, dann ist Zwang nicht das richtige Mittel. Auch Schimpfen hilft wenig. Überlegen Sie sich logische Konsequenzen, die der Weigerung folgen können. Weigert sich das Kind zum Beispiel, seine Malsachen wegzuräumen, dann kann es eben kein neues Spiel anfangen.

Um den späteren Ordnungssinn des Kindes sollten sich Eltern übrigens nicht allzu viel Sorgen machen. Wenn Kinder in einer geordneten Umgebung aufwachsen und die Eltern ein geeignetes Vorbild bieten, dann wird sich dieser im Laufe der Zeit ganz von selbst entwickeln.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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