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14 Februar, 2017 - 12:08
 

Nein, ich will das nicht – Umgang mit Protest vom Kind

Immer wieder durchlaufen Kinder Phasen, in denen sie sich gegen die Regeln und Grenzen der Eltern wehren. Die Trotzphase ist nur die erste davon. Warum ticken unsere Kleinen manchmal so ganz anders als gewohnt und wie können wir als Eltern damit angemessen umgehen?

© Anna Kowolik - Fotolia.com

Die Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder ist extrem wichtig und dazu gehört, dass unser Nachwuchs auch seinen eigenen Willen ausbilden kann. Allerdings gibt es verschiedene Abläufe, bei denen Nachsicht und Verständnis einfach nicht möglich sind. Windeln müssen gewechselt, Schuhe im Winter angezogen werden. Das führt oft zu heftigen und nervenaufreibenden Kämpfen. Auch wenn es anstrengend bleibt – einige Strategien gibt es schon, mit denen auch in diesen Phasen das Leben für Eltern und Kinder leichter wird.


Immer wieder aufs Neue …

Die Trotzphase ist uns Eltern immer noch in lebhafter Erinnerung. Ist diese wilde Phase, in der das Kind prinzipiell immer dagegen ist, vorbei, können Eltern aufatmen. Denken sie zumindest - denn damit ist es noch längst nicht vorbei. Es gibt immer wieder Phasen, in denen die kindliche Ich-Entwicklung einen mächtigen Sprung macht und sich Widerstand regt. Häufig findet dies noch einmal kurz vor der Einschulung statt und in der Pubertät gibt es sowieso immer wieder neue Reibungspunkte und Machtkämpfe. Gerade in der Kleinkind- und Vorschulzeit sind tiefgehende Diskussionen mit dem Kind völlig sinnfrei. Um das Miteinander so stressfrei wie möglich zu gestalten und keine unschönen Muster und Verknüpfungen beim Kind zu etablieren, gibt es verschiedene Strategien für den Umgang mit dem kindlichen Widerstand.


Mit fünf Tipps zum besseren Verständnis

Kinder leisten nicht deshalb Widerstand, um ihre Eltern zu ärgern, sondern weil es ihre Entwicklung zur eigenständigen Persönlichkeit erfordert. Eltern finden gute Mittelwege, wenn sie verschiedene Kommunikationstricks anwenden, mit denen sich das Kind ernstgenommen fühlt. Damit steigt auch die Chance, dass es eine „friedliche“ Lösung des aktuellen Konflikts gibt.

  • Gehen Sie auf Augenhöhe mit Ihrem Kind – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Gehen Sie in die Hocke, um auf seiner Höhe zu sein, sprechen Sie es mit seinem Namen an und sorgen Sie so dafür, dass Ihr Kind Ihnen seine Aufmerksamkeit schenkt.
  • Sprechen Sie klar – Stimme und Worte sollten unmissverständlich und kompromisslos transportieren, was Sie gerade von Ihrem Kind wollen. Vermeiden Sie die Frageform und formulieren Sie Ihre Forderung nicht als Bitte. Ein freundlicher, aber bestimmter Ton bringt die meisten Erfolge.
  • Formulieren Sie positiv – auch wenn es scheinbar nur eine Kleinigkeit ist, das Wörtchen „nicht“ ist meist kontraproduktiv und Ihrem Kind nützt es nicht viel, wenn es weiß, was es nicht tun soll. Es braucht vielmehr eine klare Handlungsanweisung für das, was es tun soll.
  • Überlasten Sie Ihr Kind nicht – vor allem Kleinkinder sind mit mehr als zwei Anweisungen auf einmal überfordert. Oft führt sogar gerade dies zum Widerstand, weil Ihr Kind sich gegen diese Überforderung wehren möchte.
  • Bleiben Sie eindeutig – Ironie und Zweideutigkeiten kommen in Kinderohren als Kauderwelsch an. Es versteht schlichtweg nicht, was Sie von ihm wollen. Ganz wichtig ist auch, dass Körpersprache und Worte genau zusammenpassen. Wenn Sie etwas verbieten, dabei aber gleichzeitig freundlich lächeln, fordern Sie Ihr Kind quasi auf, die Regel zu brechen.


Was brauchst Du wirklich?

Widerstand beim Kind führt oft zu Ärger oder sogar Wut bei den Eltern. Die Hilflosigkeit, die ein bockiges Kind auslöst, ist in der Tat auch schwer zu ertragen. Hilfreich ist in diesem Fall, sich klar zu machen, warum das Kind Widerstand leistet und worum es wirklich geht. Hilfreich sind für diesen Fall die Methoden der gewaltfreien Kommunikation (GfK). Bei dieser Form der Gesprächsführung geht es darum, Bewertungen zu vermeiden und genau hinzusehen, welche Bedürfnisse beim Gegenüber – in diesem Fall beim Kind – zu beobachten sind. Eine positive Wortwahl, aber auch eine innere Haltung, die es erlaubt, sich zurückzunehmen, sind Grundlagen der GfK. Die gewaltfreie Kommunikation setzt auf Verständnis statt Zwang und auf die Wahrnehmung von Stimmungen. Mit dieser Art der Erziehung „funktionieren“ unsere Kinder zwar nicht besser, aber die Stimmung in der Familie und das Verständnis füreinander steigen zunehmend an. Mit der Zeit verändert sich so auch die innere Haltung.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de