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22 März, 2017 - 11:29
 

Niederlagen gehören dazu - so helfen Sie Ihrem Kind, damit zurechtzukommen

Enttäuschungen und Niederlagen schmerzen uns meist ebenso wie unser Kind. Doch sie gehören einfach zum Leben dazu. Unsere Aufgabe ist es, unserem Kind Kraft zu geben, Negatives auszuhalten und ihm zu vermitteln, dass wir es lieben, auch wenn es Fehler macht.

© Mikael Damkier - Fotolia.com

Damit ein Kind Tiefschläge gut übersteht, können wir Einiges tun. Wird es vom besten Freund plötzlich verschmäht, macht es eine Bruchlandung mit dem Fahrrad oder erreicht beim Lesewettbewerb nur den letzten Platz sollten Eltern da sein, um ihr Kind zu trösten und es aufzufangen. Das ist oft schwer, leiden wir doch selbst genauso mit. Am liebsten würden wir ja alles Leid von ihm abwenden. Das geht aber nicht und würde ihm auch nicht viel nützen.

 

Aus Fehlern lernen – eigene Erfahrungen machen

Es ist enorm wichtig, dass Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen. So funktioniert der Lernprozess - gerade Fehler bzw. die Folgen davon prägen sich besonders gut ein. Auch wenn Kinder viel durch Nachahmung lernen, müssen sie doch ihre eigenen Erfolge und auch Fehler machen und überstehen. Daraus entwickelt sich das Selbstbewusstsein: Wenn es das erste Mal ganz allein zum Bus gelaufen ist oder auch, wenn es so stark ist und die eingeworfene Fensterscheibe beichtet, anstatt den Fehler zu vertuschen. Kinder wollen Verantwortung übernehmen und eigene Wege verfolgen. Dazu gehört auch, für Fehler einzustehen und einzusehen, dass nicht die regennasse Straße am Fahrradsturz schuld ist, sondern die Unachtsamkeit des kleinen Fahrers. Wenn einem Kind dies klar wird, dann kann es beginnen, sein Leben zu gestalten, indem es seine eigenen Verhaltensweisen ändert. 

 

Der Körper kann noch nicht, was der Kopf so dringend will

Sicher haben Sie Ihr Baby schon dabei beobachtet, wie es versucht, zu krabbeln oder sich hinzusetzen? Es hat einen Plan, versucht sich in die richtige Position zu bringen und scheitert, einfach weil ihm (noch) die nötigen Muskeln fehlen. Es wird enttäuscht, zornig und frustriert sein und möglicherweise in lautes Wutgeschrei ausbrechen. Wenn Sie ihm jetzt helfen, indem Sie es in die Position bringen, die es sich wünscht, wird es wahrscheinlich aufhören zu weinen – ein echtes Erfolgserlebnis hat es jedoch nicht und ist auch nicht wirklich zufrieden. Besser ist es, sein Geschrei auszuhalten und ihm maximal Hilfestellung zu geben, indem Sie es leicht dort stützen, wo seine Kraft noch nicht ausreicht. Bei größeren Kindern, die häufig beim Klettern scheitern, kann dies durch eine Räuberleiter passieren. So hat Ihr Kind dann beides – das Erfolgserlebnis und das Gefühl, es selbst geschafft zu haben. Was für Babys gilt, gilt für Kleinkinder umso mehr. Wenn Kinder zwei Jahre alt sind, sollten Eltern sich bereits weitgehend zurücknehmen und ihrem Kind nichts mehr abnehmen, was es nicht eigentlich schon selbst schaffen könnte. In diesem Alter wollen Kinder alles, sind aber für vieles einfach noch nicht geschickt genug. Da hilft eben nur üben und die ermutigenden Worte von Mama und Papa. 

 

Tiefschläge machen mutig und schlau

Räumen Sie Ihrem Kind so wenige Probleme aus dem Weg wie möglich. Je kreativer ein Kind selbst an eigenen Lösungen arbeitet, umso schlauer wird es letztendlich. Denn das Gehirn und der Erfindungsreichtum werden trainiert. Wenn es dann aus eigenen Überlegungen oder eigenem Ausprobieren zu einer Lösung gefunden hat, gibt das Selbstbewusstsein und Mut. Eltern sollten höchstens Anregungen geben. Das gilt hier genauso wie bei zwischenmenschlichen Schwierigkeiten, wenn zum Beispiel die beste Freundin der Tochter plötzlich auf Abstand geht.

 

Wenn es bei den Eltern ans Eingemachte geht

Häufig treffen Niederlagen des Kindes die Eltern mehr als das Kind selbst. Sportliche Misserfolge oder schlechte Schulnoten werden erst dann zum Problem, wenn die Eltern ihre eigenen enttäuschten Erwartungen allzu deutlich zeigen. Vor allem am Rand des Fußballfeldes ist dieses Phänomen zu sehen: Enttäuschte Väter brüllen ihre Söhne übers halbe Spielfeld hinweg an und blamieren so nicht nur ihr Kind, sondern schüren auch Aggression und Ängste. Vergessen Sie nie: Ihr Kind treibt den Mannschaftssport nicht, um Ihr Selbstbewusstsein aufzupolieren, sondern um Spaß zu haben.

 

Trösten und ermutigen statt kritisieren

Wann immer Ihr Kind traurig, wütend oder einfach sauer ist, weil es eine Niederlage erlitten hat, sollten Sie ihm vermitteln, dass das nichts an Ihrer Zuneigung und Ihrem Vertrauen ändert. Das kann dadurch geschehen, dass sie es einfach in den Arm nehmen, aber auch durch Worte. Wenn Ihr Kind mit der Fünf in Mathe nach Hause kommt und denkt, dass es sicher nie besser werden wird, können Sie es an die mündliche zwei vor vier Wochen erinnern. Allzu große Wut muss erst einmal abgelassen werden, im Anschluss daran hilft es, wenn Sie mit Ihrem Kind etwas Schönes zusammen machen. Kochen Sie gemeinsam sein Lieblingsgericht, lesen Sie ihm ein Buch vor oder drehen Sie zusammen noch eine Runde mit Fahrrad oder Inline Skatern. Der Ärger muss raus, danach ist wieder Platz für die schönen Seiten des Lebens.

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randomness