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27 Juni, 2016 - 09:31
 

Nur kein Entwicklungsstress – Kinder entwickeln sich (fast) von alleine

Natürlich können und müssen Eltern viel dazu beitragen, um die optimale Entwicklung ihres Kindes zu unterstützen und zu fördern. Allzu viel Stress ist allerdings unnötig, denn viele Entwicklungsschritte liegen einem Baby ganz von selbst im Blut. Die Aufgabe der Eltern ist es, ideale Bedingungen zu schaffen.

© Focus Pocus LTD - Fotolia.com

Einen echten Einfluss auf die Entwicklung ihres Kindes, insbesondere auf das Tempo, haben die Eltern jedoch nicht. Und gerade deshalb ist Ruhe angesagt. Bei aller Aufmerksamkeit, ob das eigene Kind sich auch normgerecht entwickelt, sollte ihm die Freiheit gelassen werden, alle lebensnotwendigen Fertigkeiten in Ruhe und dementsprechend gründlich und nachhaltig zu üben. Je mehr ein Baby dabei selbst herausfinden darf, umso besser.


Was Kinder und Babys von ganz alleine können

Im Netz finden sich zahlreiche Entwicklungskalender, die die „normale“ Entwicklung von Babys und Kleinkindern aufzeigen. Vor allem im ersten Lebensjahr tut sich da viel – und zwar beim gesunden Kind von ganz alleine. Direkt nach der Geburt hat ein Baby bereits klare Überlebensreflexe. So suchte es bei der Mutter nach der Brustwarze und schreit, wenn es sich unwohl fühlt oder ein Bedürfnis erfüllt werden muss. Mit drei Monaten interessieren sich Babys zunehmend für ihre Umgebung und entwickeln dabei ganz von selbst immer mehr motorische Fähigkeiten. Auch das Gehirn entwickelt sich, das erleben Eltern jeden Tag. Für all diese Entwicklungen müssen Sie zusätzlich nichts tun. Die einzige Aufgabe, die Eltern haben, ist Ihrem Kind eine Umgebung mit interessanten Reizen zu schaffen und ihm möglichst viel Aufmerksamkeit und Zuwendung zu schenken. Allein dieses Zugewandt sein reicht aus, um optimale Bedingungen zu schaffen.

Ebenso selbstständig wird Ihr Baby später sitzen, krabbeln, sprechen und laufen lernen. Bewegungsanregungen und kognitive Impulse können diese Entwicklungsschritte unterstützen, aber nur sehr selten beschleunigen.


Vorsicht Förderwahn

Der Wunsch, dem eigenen Kind die besten Bedingungen für später zu schaffen, treibt viele Eltern in einen regelrechten Förderwahn. Die Angebote sind zahlreich und zum Teil wirklich verführerisch. Nötig sind sie beim normal entwickelten Kind nicht: Auch ein Baby, das weder PEKiP noch Babyschwimmen mitgemacht hat, wird sich altersgemäß bewegen und verhalten. Ganz im Gegenteil kann ein Zuviel dem Baby schaden. Reizüberflutung macht Kinder ebenso unruhig und unausgeglichen wie uns Erwachsene. Das Kind verbringt viel Zeit mit Stressabbau – beim Baby und auch noch bei Kleinkindern äußert sich das zum Beispiel in langanhaltenden Schrei- und Schlechte-Laune-Phasen. Kinder brauchen viel Zeit und Ruhe im selbstbestimmten Spiel. Nur so können Sie das, was Sie erfahren und lernen festigen und praktisch umsetzen. In diesem Zusammenhang lautet vor allem an übermotivierte Eltern die Empfehlung: Lassen Sie Ihr Kind doch einfach mal in Ruhe!


Manchmal ist Förderung doch wichtig

Anders liegt der Fall, wenn Sie bei Ihrem Kind Verzögerungen in der Entwicklung beobachten oder vermuten. Dabei sprechen wir von echten Verzögerungen und Störungen, die nichts mehr mit dem individuellen Lerntempo zu tun haben. Kinder, die in der Sprech- oder motorischen Entwicklung gestört sind, profitieren von zusätzlicher Förderung ungemein. Allerdings sollten Sie auch hier nicht zu schnell vorpreschen. Beobachten Sie Ihr Kind genau, lassen Sie sich vom Kinderarzt beraten und nutzen Sie die sanften therapeutischen Möglichkeiten wie Ergotherapie oder Logopädie so effektiv wie möglich aus.

Ob Überflieger oder Nachzügler, für jeden Fall gilt für die Eltern: Ruhe bewahren. Die Beobachtung, dass sich die kindliche Entwicklung kaum beeinflussen lässt, ist ein erster Vorgeschmack darauf, dass Kinder eigene Persönlichkeiten sind. Sie haben eigene Eigenschaften, Vorstellungen und eine Lebensart, die ganz ihnen selbst überlassen bleibt. Die beste Unterstützung, die Sie geben können ist, Ihr Kind in seiner Eigenart anzunehmen und darauf zu vertrauen, dass es sich genau so entwickeln wird, wie es ihm entspricht.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de