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24 August, 2016 - 09:01
 

Reizüberflutung beim Kind – Wenn die Synapsen streiken

Selbst wir als Erwachsene kennen das Phänomen: Irgendwann ist es einfach zu viel an Input, wir streiken. Kopfschmerzen, schlechte Laune oder ein Wutanfall sind die Folge, wenn das Gehirn nicht mehr in der Lage ist, die anstürmende Flut von Reizen zu verarbeiten. Wie muss es da erst unseren Kindern gehen!

© photophonie - Fotolia.com

Wir selbst haben nach und nach gelernt, mit den vielen Umwelteindrücken umzugehen, unser Gehirn blendet vieles ganz automatisch aus. Kinder haben diesen Mechanismus noch nicht entwickelt und nehmen alle Anreize von außen auf. Irgendwann kommt es zum Overload und unsere Kleinen finden keine Ruhe mehr. Aufgabe der Eltern ist es, das richtige Maß zu halten zwischen den nötigen Reizen, die ein Kind zur Weiterentwicklung braucht und dem Zuviel, das unseren Nachwuchs unruhig macht.


Alles neu - Die Welt ist voll von Sinnesreizen

Für Kinder ist jeder Tag angefüllt mit neuen Erlebnissen und einer Vielzahl von Reizen. Der Straßenlärm, das bunte Angebot im Supermarkt oder die Gerüche und Geräusche im Wald. Unsere Kleinen nehmen alles auf, verarbeiten es und speichern es als neue Erfahrung ab. Hören, sehen, fühlen, schmecken, riechen – die Gehirne unserer Kinder sind den ganzen Tag mit neuen Sinneseindrücken beschäftigt. Durch die unterschiedlichen Erfahrungen bilden sich Vernetzungen im Gehirn und der Wissensschatz der Kleinen wie auch ihr Denk- und Kombinationsvermögen wächst und wächst.


Irgendwann wird es zu viel

Die Kapazität des kindlichen Gehirns ist groß, aber dennoch nicht unbegrenzt. Strömen zu viele Reize auf einmal ein, dann wird die Entwicklung des Gehirns nicht mehr gefördert, sondern gebremst und mit ihr auch die kindliche Lust am Experimentieren und Erleben. Wenn der Moment gekommen ist, an dem ein Kind sich überladen und gestresst fühlt, bekommen Eltern das oft unmittelbar zu spüren. Das eben noch gut gelaunte Kind wird maulig, fängt an zu weinen, bekommt einen Wutanfall oder zeigt andere auffällige Symptome. Wird die Reizüberflutung zum Dauerzustand, äußert sich das oft in Ein- und Durchschlafstörungen, Konzentrationsschwächen und allgemeiner Zappeligkeit. Stellen Sie diese Symptome an Ihrem Kind fest, sollten Sie zuallererst versuchen, mehr Ruhe in seinen Alltag zu integrieren.


Was tun, wenn es zu viel wird?

Stellen Sie fest, dass Ihr Kind von den Außenreizen überfordert wird, können Sie nur eins tun: Nehmen Sie es aus dem Geschehen und sorgen Sie für Ruhe und Abgeschiedenheit. Mitunter hilft es einfach, das Kind in einer ruhigen Ecke auf den Schoß zu nehmen und zu kuscheln, eine kleine ruhige Geschichte zu erzählen oder ein Lied zu singen. Sind Sie zuhause, kann ein warmes Getränk oder ein kleines Schläfchen ebenfalls für Ausgleich und Ruhe sorgen. Was allerdings nicht förderlich ist, ist das Kind zur Beruhigung vor den Fernseher oder den PC zu setzen! Denn gerade dort strömen unzählige Reize auf das Kind ein, gleiches gilt für Hörspiele oder das Radio.


Wir Eltern als Vorbild

Sich von Reizen abzuschotten, müssen Kinder erst lernen. Wie in so vielen Bereichen sind auch hier Eltern oder andere enge Bezugspersonen wichtige Vorbilder. In unseren schnellen Zeiten tendieren wir dazu, nicht nur eine Sache, sondern gleich drei oder vier gleichzeitig zu erledigen. Das nehmen unsere Kinder auf und integrieren es in die eigenen Erlebens- und Verhaltensmuster. Nehmen Sie sich also Zeit und seien Sie ein Vorbild! Das tut nicht nur Ihrem Kind, sondern ebenfalls Ihnen selbst richtig gut. Halten Sie also wieder einmal inne und betrachten Sie sich selbst: Wenn Sie gleichzeitig Essen zubereiten, am Handy eine Nachricht beantworten und versuchen mit Ihrem Kind über die Schule zu reden, dann ist das schon eine Menge. Versuchen Sie doch einmal, eins nach dem anderen zu erledigen und dafür jedes Mal mit ganzem Herzen dabei zu sein. Davon profitieren Sie selbst ebenso wie Ihr Kind!
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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