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3 Januar, 2016 - 12:35
 

Schlechte Nachrichten – Wie sage ich‘s meinem Kind?

Katastrophen gehören zum Leben dazu, wir können unsere Kinder nicht davor beschützen. Ganz im Gegenteil ist es eher kontraproduktiv oder kann sogar traumatisch wirken, wenn wir nicht offen mit unseren Kindern über schlechte Nachrichten wie Todesfälle oder Krisen in der Familie sprechen. 

© sav_a - Fotolia.com

Kinder sind sehr empathisch und fühlen, wenn die Eltern bedrückt oder voll Sorge sind. Sie leben in einer begrenzten Welt und wenn die Eltern sich nicht mitteilen, dann kommen sie fast immer zum gleichen Schluss: Sie sind Ursache für den Kummer der Eltern. Gerade deswegen ist es so wichtig, mit Kindern offen über schlechte Nachrichten zu sprechen. Allerdings kommt es auf das wie und die Betreuung danach an, damit Kinder diese möglichst gut verkraften.

 

Ehrlich währt am längsten!

Wenn es in Ihrer Familie einen Todesfall oder eine andere Krise gibt, dann sollten Sie mit Ihrem Kind so schnell und so offen wie möglich darüber sprechen. Kinder verkraften dies oft besser als wir Erwachsenen denken, manchmal einfach deshalb, weil ihnen der Überblick fehlt, mitunter auch, weil sie den nötigen Weitblick und das Vertrauen besitzen, dass letztendlich alles gut wird. Der wichtigste Punkt liegt allerdings darin, dass ein Kind, das nicht weiß, warum die Menschen in seiner Umwelt wütend, traurig oder bedrückt sind, diese Gefühle immer auf sich beziehen wird. Dies kann bei sensiblen oder vorbelasteten Kindern zu echten seelischen und auch gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Wird es dagegen mit einer traurigen Nachricht konfrontiert, hat es zum einen die Möglichkeit, selbst zu trauern und seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, zum anderen fühlt es sich nicht verantwortlich für die Gefühle der Eltern. Es ist ihm möglich, diese nachzuvollziehen und zu teilen.

 

Schlechte Nachrichten altersgerecht erklären

Erklärungen sollten grundsätzlich altersgerecht gegeben werden. Einem Kleinkind reicht die Nachricht, dass die Oma gestorben ist und nie wieder kommt, erst einmal völlig aus. Hat es weiterführende Fragen, dann wird es diese stellen, wenn nicht, dann muss es die Nachricht an sich erst verarbeiten und die Fragen kommen später. Insgesamt sollte man sich in solchen Fällen nach dem Kind richten. Wie viel will es wissen, welche Informationen und Einzelheiten fordert es ab. Was die emotionale Reaktion des Kindes angeht, sollten sich Eltern hier auf alles vorbereiten. Manche Kinder weinen, andere werden wütend, wieder andere zeigen scheinbar keine Reaktion. 

Handelt es sich bei der schlechten Nachricht nicht um einen Todesfall, sondern ein anderes einschneidendes Erlebnis wie den Verlust des Arbeitsplatzes oder einen erforderlichen Umzug, gilt in Sachen Information ähnliches. Berichten Sie Ihrem Kind die Fakten zur Situation und warten Sie ab, was es darüber hinaus wissen will. Verschonen sollten Sie Ihr Kind in jedem Fall vot allzu dramatischen eigenen Gefühlsäußerungen. Andererseits ist es aber wichtig, nicht so zu tun, als würde Sie das alles überhaupt nicht berühren. 

 

Schlechte Nachrichten vertuschen – für das Kind ein Vertrauensmissbrauch

Wenn der Hamster oder der Zwerghase stirbt, kommt wohl jeder in Versuchung, das verstorbene Tier einfach zu ersetzen, um dem Kind den Kummer zu ersparen. Tun Sie das nicht, denn wenn Ihr Kind doch bemerkt, dass der Tod des Tieres vertuscht wurde, wird es Ihnen das kaum verzeihen. Und selbst wenn nicht – Kinder müssen die Möglichkeit bekommen, mit schlechten Nachrichten wie auch dem Tod fertig zu werden und diese zu verarbeiten. Sie selbst können hier ein gutes Vorbild sein. Es ist erlaubt, traurig oder wütend zu sein, doch nach einer Zeit ist es wichtig, wieder ins eigene Leben zurückzukehren und den verstorbenen Menschen, das geliebte Haustier oder auch die unangenehme Situation loszulassen und nach vorn zu blicken.

 

Trost fürs Kind bei schlechten Nachrichten

Kinder fühlen meist ganz unmittelbar, dann ist es für die Eltern relativ leicht, Trost zu spenden: Ein weinendes Kind kann in den Arm genommen werden, Fragen nach dem Warum und Weshalb können so gut es geht, beantwortet werden. Schwieriger wird es, wenn ein Kind in seiner Trauer anders reagiert als erwartet. So werden manche Kinder aggressiv oder wütend, andere ziehen sich in sich selbst zurück und werden still und unnahbar. In diesen Fällen hilft drängen wenig. Besser ist es dann, dem Kind zu vermitteln, dass man es liebt und da ist, aber auch, dass das Leben weitergeht und noch viel Schönes bereithält. Lassen Sie ihm Zeit und vor allem auch seine eigene Art und Weise, mit dem Verlust oder Schmerz umzugehen. Schafft ein Kind es allerdings gar nicht, aus seiner Trauer oder Wut herauszufinden, dann sollten Sie sich Hilfe suchen. Erste Ansprechpartner können Erzieher oder Lehrer sein, auch ein Termin bei einem auf Kinder spezialisierten Psychologen kann hilfreich sein und dem Kind Unterstützung bieten. 

 
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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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