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5 Januar, 2016 - 11:25
 

Seid vorsichtig Kinder – aber nicht ängstlich!

Vorsicht und Angst liegen oft eng beisammen und doch ist der Unterschied groß. Während das eine wachsam und sicher macht, lässt einen das andere den Kopf verlieren oder man erstarrt. Doch wie bringen wir unseren Kindern diese Grenze bei? Insbesondere wenn es um fremde Menschen geht, ist das oft eine Gratwanderung.

© Mikkel Bigandt - Fotolia.com

Die Medien können Eltern schon ganz schön in Unruhe versetzen. Was bei den Eltern als Paranoia geschürt wird, landet beim Kind und versetzt dieses in einen Zustand der Angst. Diese Angst ist von Vorsicht oft weit entfernt ist und hindert ihr Kind schlimmstenfalls daran, sich bei Gefahr an einen Erwachsenen zu wenden. Der Mittelweg ist hier wie immer die richtige Wahl. Doch wie geht man diesen selbst? Um dem Kind hier ein Vorbild sein zu können, lohnt sich auch etwas Eigenreflektion!


Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Sobald Kinder allein unterwegs sind, kommt bei Eltern ganz automatisch Sorge auf. Es könnte so viel passieren. Die Angst vor Pädophilen steht dabei häufig ganz oben auf der Angstmacherliste. Es wird so viel in den Medien verbreitet, die Angst vorm Schwarzen Mann ist ganz präsent und natürlich auch nicht unberechtigt. Doch wie warnen wir das Kind, ohne es in Angst und Schrecken zu versetzen? Wie vermitteln wir, worum es geht? Das fängt bei der Wortwahl an:

  • „Geh nie mit einem Fremden mit“ hat für das Kind wenig Aussagekraft und viel Interpretationsspielraum. Wer gilt als fremd? Der Postbote der täglich an der Tür steht oder die Kassiererin im Supermarkt, die einfach nur freundlich sein will. Das Kind braucht es hier ganz genau und praktisch. Also sagen Sie ihm, mit wem es sprechen darf und wann es lieber das Weite sucht.
  • Machen Sie Ihrem Kind keine Angst mit Schauergeschichten und allzu drastischen Worten. Es muss nicht wissen, was der Fremde ihm möglicherweise antun kann. Es gibt auch andere gute Gründe, nicht mit Fremden mitzugehen oder Essen anzunehmen. Ein Argument ist, dass die Eltern dann nicht wissen, wo das Kind ist, ein anderes, dass man nicht weiß, woher das Essen kommt und was vorher damit passiert ist. Das versteht nun wirklich jedes Kind!


Wovor haben Sie Angst?

Kinder lernen durch Nachahmung und deshalb ist es schnell passiert: Sie übertragen Ihre eigenen Ängste auf Ihr Kind. Die eigene Furcht wird als Vorsicht verpackt und dem Kind vermittelt. Doch das kann einen unerwünschten Effekt haben. Ihr Kind hört die Doppelbotschaft, die sich dahinter verbirgt und das selbst, wenn Sie diese gar nicht wahrnehmen. Das macht unsicher - und Unsicherheit verwandelt sich sehr schnell in Angst. Die wiederum kann dazu führen, dass ihr Kind sich nichts mehr traut und Kontakte mit Fremden generell vermeidet. Wenn es nicht sicher ist, worum es bei Ihrer Sorge genau geht, geht es selbst auf Nummer sicher und fährt eine Vermeidungsstrategie.

Machen Sie sich klar, wo Ihre tiefsten Ängste bei diesem Thema liegen. Geht es wirklich um Ihr Kind? Oder haben Sie vielleicht selbst eine unangenehme Erinnerung, die jetzt wieder nach oben drängt. Wenn Sie spüren, dass sich hinter der sichtbaren Sorge mehr verbirgt, dann können Sie entscheiden: Entweder Sie bearbeiten das Thema und können dann klarer mit Ihrem Kind kommunizieren oder Sie lassen es teilhaben – allerdings immer altersgerecht und ohne es zu ängstigen oder zu schockieren.


Der beste Schutz – ein gesundes Selbstbewusstsein

Wenn Sie Ihr Kind vor gefährlichen „Fremden“ schützen wollen, dann gibt es ein recht einfaches Mittel, das die besten Voraussetzungen schafft. Kann Ihr Kind „Nein“ sagen? Denn Kinder spüren schon recht genau, ob etwas mit rechten Dingen zugeht oder jemand versteckte Motive hat. Darf es diesem Gespür dann folgen, dann ist der Schritt zum klaren Nein nicht weit. Da wird der Unterschied dann weniger zwischen fremd und bekannt gemacht, sondern mehr zwischen dem, was sich gut anfühlt und was eher unheimlich. Es reicht dabei nicht, Ihrem Kind zu sagen, dass es das in bestimmten Situationen darf. Das Recht auf ein Nein muss spürbar sein, damit Ihr Kind instinktiv richtig – und eben mit der nötigen Vorsicht – reagiert.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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