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9 Juni, 2017 - 10:12
 

Sex ist allgegenwärtig – Was macht das mit unseren Kindern?

Sexuelle Anspielungen, sexy Bilder, sexualisiertes Verhalten – Sex ist um uns, in allen Lebenslagen. Pädagogen und Psychologen sorgen sich deshalb um unsere Kinder: Denn die ständige Konfrontation mit Sexualität lässt Kinder sehr früh lernen, dass Sex auch Macht und Status bedeuten kann.

© Anastasia Shilova - Fotolia.com

Die Amerikaner sehen die Situation dabei noch drastischer als die deutschen Wissenschaftler. Während in Amerika Kinder auch von den Eltern sexualisiert werden – zum Beispiel in Castingshows, ist es in Deutschland mehr die verstärkte Konfrontation in den Medien, die Grund zur Sorge gibt. Zum Glück können Eltern korrigierend einschreiten und verhindern, dass auch ihr Kind Teil der berüchtigten „Generation Porno“ wird.


Sex ist Teil des Alltags

War Sexualität lange Jahre ein striktes Tabu, ist mittlerweile genau das Gegenteil der Fall. Wir begegnen Sex in allen möglichen Formen und zwar überall: An Plakatwänden, in der Fernsehwerbung, auf Produktverpackungen und natürlich im Internet. Überall wird Sexualität offen dargestellt. Die Schwierigkeit, die sich daraus ergeben kann, ist, dass Kinder zu früh zu viel über Sexualität lernen - und zwar nicht durch eigenes Experimentieren, sondern durch bloßes Konsumieren. Die Einstellung zur Sexualität wird dadurch unverkrampfter – und das ist gut, aber auch respektloser, und das ist weniger gut.

Ursache dafür ist, dass die Sexualität nicht mit Gefühlen verbunden ist. Unsere Kinder sehen ein bloßes Abbild, eine Darstellung und das zu einem Zeitpunkt, an dem sie noch keine Ahnung haben, worum es wirklich geht. Dadurch entsteht ein Bild, eine Meinung im Kopf des Kindes, die es dann logischerweise auf seine eigene Sexualität bzw. sein späteres sexuelles Verhalten überträgt.


Sex als Statussymbol

Gerade durch die Werbung lernen Kinder, dass Sex auch Macht bedeutet und ein wichtiges Statussymbol ist. Sexy Outfits, sexy Benehmen – das ist es, was einen Menschen, insbesondere Mädchen und Frauen, in der Achtung der anderen steigen lässt. Der Effekt ist bekannt: Vor allem Mädchen messen sich an sexy Schönheitsidealen aus den Medien und eifern ihnen nach; Jungs dagegen übersehen gänzlich Charakter und innere Werte und richten ihre Aufmerksamkeit auf die hübschen und sexy gekleideten Girls im Umfeld.


Generation Porno

So werden unsere Jugendlichen heute genannt. Dabei ist die Bezeichnung „Generation Porno“ nicht unbedingt begründet. Umfragen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben ergeben, dass unsere Kinder heute auch nicht früher Sex haben als die Teenager vor zehn Jahren. Wohl ist der Umgang mit Sexualität ungezwungener geworden, der Zugriff auf sexuelle Inhalte, also auch auf Pornos ist durch das Internet deutlich einfacher. Eltern brauchen sich hier nichts vormachen. Ein Jugendlicher, der in der Lage ist, im Internet nach Pornos zu surfen, wird wahrscheinlich auch in der Lage sein, ein installiertes Kinderschutzprogramm zu umgehen. Oder er sucht die Pornoclips im Netz eben am PC des besten Freundes. Aber selbst wenn ein Jugendlicher den einen oder anderen Porno sieht, ist er nicht gleich auf ewig verdorben. Als Eltern sollten Sie jedoch eins ganz klar vermitteln, wann immer das Thema aufkommt: Sex ist Sex und Porno ist Porno.


Eltern als Ansprechpartner in Sachen Sex

Je mehr ein Kind mit Sexualität konfrontiert wird, umso mehr Fragen treten auf, erheblich mehr als wir Eltern in diesem Alter gestellt haben. Ein Wunder ist das nicht, ein Grund zur Besorgnis ebenso wenig. Kinder reagieren auf ihr Umfeld und Sie als Eltern sind die ersten Ansprechpartner, wenn etwas unklar ist und das auch in Sachen Sex.

Es ist erwiesen, dass eine frühzeitige und angemessene Sexualaufklärung unseren Kindern nicht schadet. Ganz im Gegenteil! Je besser ein Kind über Sexualität, insbesondere auch den emotionalen Teil Bescheid weiß, umso weniger ist es durch die sexuellen Botschaften beeinflussbar. Deshalb scheuen Sie sich nie, die Fragen Ihres Kindes zum Thema Sex zu beantworten und zwar so, wie sie es empfinden, nicht wie es ein Wissenschaftler erklären würde. Kinder hören die Botschaft hinter den Worten: Sex ist schön, wenn es mit Gefühlen verbunden ist.

Eltern sollten entspannt und ungezwungen auf die Fragen ihrer Kinder reagieren, egal um was es geht. Denn eine Verweigerung führt dazu, dass Kinder sich anderswo informieren und die Antworten, die sie dort erhalten, sind nicht immer dazu geeignet, dem Kind Sicherheit in Bezug auf die Sexualität zu geben.
 

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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