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5 Mai, 2017 - 10:20
 

Sinnvolle Strafen – Gibt es so etwas überhaupt?

In früheren Generationen waren Strafen – auch körperliche - meist noch an der Tagesordnung. Der autoritäre Erziehungsstil war die übliche Methode, um Kinder dazu zu bringen, den Eltern zu gehorchen und sich in die Gesellschaft einzugliedern. Heute wird meist ein „weicherer“ Erziehungsstil favorisiert, bei dem Strafen seltener zum Einsatz kommen.

© hobster - Fotolia.com

Gibt es sinnvolle Strafen?

In Bezug auf körperliche Strafen kann man hier sicher mit einem klaren Nein antworten. Auch wenn es früher hieß: „Eine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet“, stellt doch jede körperliche Gewalt gegen das Kind eine empfindliche Verletzung seiner Person dar und kann tiefe seelische Schäden hervorrufen. Darüber hinaus werden, Kinder die geschlagen werden, meist selbst schlagende Eltern – ein Teufelskreis. Auch seelische Strafen, die mit Liebesentzug einhergehen, sind niemals sinnvoll, wirken sich fast immer nachteilig auf die Entwicklung des Kindes aus und machen es außerdem zutiefst traurig und unglücklich.

Wenn Strafen Sinn machen sollen, dann müssen sie für das Kind nachvollziehbar sein. Das Kind muss erkennen, dass die erteilte Strafe die Folge seines Handelns darstellt. Wenn ein nicht aufgegessener Teller eine Woche Fernsehverbot nach sich zieht, dann gibt es keinen Zusammenhang zwischen „Tat“ und Strafe. Wenn allerdings die eingehaltene Fernsehzeit nicht eingehalten wird und das Kind heimlich länger schaut, dann ist eine Woche Fernsehentzug dem Anlass angemessen.


Wann können Strafen wirksam eingesetzt werden?

Damit ein Kind sinnvoll bestraft werden kann, muss es zu allererst einmal klare Regeln geben. Denn nur wenn das Kind weiß, was erlaubt ist und was nicht, kann es einschätzen, wann es gegen eine Regel verstößt. Eltern können dann auf Absprachen und Vorschriften hinweisen und entsprechende Strafen bzw. Sanktionen verhängen. Damit Strafen pädagogisch sinnvoll und wirksam sind, müssen folgende Grundbedingungen erfüllt sein:

  • Das Kind muss mit Absicht gegen eine Regel verstoßen haben. Nur dann macht eine Strafe Sinn. Wer sein Kind für ein Versehen bestraft oder weil das Kind unwissend war, der stört empfindlich das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kind.
  • Die Strafe muss dem Anlass angemessen sein. Kleine Fehler oder Regelverstöße rechtfertigen keinesfalls drakonische Strafen.
  • Prüfen Sie Ihren emotionalen Zustand, bevor Sie eine Strafe verhängen. Strafen, die aus einer Laune heraus entstehen, sind meist unangemessen und willkürlich.
  • In der Regel macht es Sinn, einmal abzumahnen und dem Kind die Chance zu geben, sein Verhalten zu ändern. Denn auch Kinder machen Fehler und brauchen eine Gelegenheit, ihr Verhalten freiwillig zu ändern.

Auch wenn Sie auf Ihr Kind wütend sind, bleiben Sie möglichst liebevoll und erteilen Sie Strafen oder Konsequenzen nicht aus einem Rachebedürfnis heraus. Behalten Sie im Blick, dass es darum geht, störendes Verhalten zu unterbinden, aber auch darum, Ihr Kind beim Heranwachsen und in seiner persönlichen Entwicklung zu unterstützen.


Vergessen Sie nicht, auch mal ein Auge zuzudrücken!

Sind Sie heute müde, erschöpft oder absolut geladen? Gerade dann sollten Eltern auch einmal ein Auge zudrücken und unangebrachtes Verhalten des Kindes übersehen. Das hat nicht sofort etwas mit Inkonsequenz zu tun. Wenn Sie bei sich selbst spüren, dass Sie entweder nicht stark genug sein werden, um Ihre angedrohten Konsequenzen durchzusetzen oder so wütend sind, dass Sie überreagieren könnten, dann ist es besser, das Kind kommt einmal mit seinem Verhalten durch als dass Sie sich durch unangemessenes Verhalten vor dem Kind selbst bloßstellen und dadurch unglaubwürdig werden.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Strafen sicher manchmal sein müssen, dass sie aber nie als „Rache“ für unangemessenes Verhalten eingesetzt werden sollen. Nehmen Sie Fehler Ihres Kindes nicht persönlich, sondern sehen Sie sie als Meilensteine in der kindlichen Entwicklung. Aus Fehlern zu lernen ist eine der effektivsten Lernmethoden, die es gibt.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de