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10 Juli, 2017 - 07:21
 

Smartphone-Regeln für Kinder – und Eltern

Schon lange sind sie aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, Smartphones gehören heute nicht nur für Erwachsene einfach dazu. Auch Kinder erhalten immer früher Zugriff auf die praktische Technik, die alles und jeden jederzeit erreichbar macht. Gerade für Kinder ist es wichtig, von Anfang an den richtigen Umgang zu lernen.

© eggeeggjiew - Fotolia.com

Unsere Kinder brauchen heute unbedingt eine entsprechende Medienkompetenz - ausweichen kann man Smartphone, Tablet und PC schon längst nicht mehr. Der unkontrollierte Umgang kann Ihrem Kind jedoch schaden. Laut einer Studie zur Mediennutzung können Hyperaktivität, Fettleibigkeit, Konzentrations- und Sprachentwicklungsstörungen die Folge sein. Die sogenannte Bilk-Studie zeigt noch mehr: Babys und Kleinkinder bis zu einem Jahr können Ess- und Schlafstörungen aufweisen, wenn die Mutter bei der Betreuung digitale Medien nutzt.


Außer Kontrolle?

Kinder und Jugendliche sind noch nicht in der Lage, den Umgang mit Medien verantwortungsvoll zu steuern. Sie folgen dem Lustprinzip, das recht schnell in eine Sucht nach Handyspielen und sozialen Kontakten per Messenger folgen kann. Wobei der zweite Punkt laut einer Studie der Landeszentrale für Medien Nordrhein-Westfalen den größten Anteil hat, das Dauerdaddeln am Smartphone wird dort als Suchtfaktor als weniger problematisch eingestuft. Insgesamt kommt die Studie mit 500 Befragten jedoch zu dem Ergebnis, dass lediglich 8 % als suchtgefährdet bezeichnet werden müssen. Als Eltern haben wir die Aufgabe, unseren Kindern einen verantwortungsvollen und gleichzeitig auch sicheren Umgang mit dem Smartphone zu vermitteln. Dazu gehört zum einen, selbst ein gutes Vorbild zu sein, zum anderen aber auch, Regeln und Grenzen für die Nutzung festzulegen, an die sich das Kind, aber auch alle anderen Familienmitglieder halten müssen.


Probleme durchs Smartphone im Alltag

Ob Sucht oder nicht – Probleme kann eine ausgeprägte Nutzung im Alltag trotzdem machen: Die schulischen Leistungen können nachlassen, da das Handy die Konzentration stört. Die direkte Kommunikation mit Freunden und auch innerhalb der Familie leidet. Wenn das Smartphone mit ins Bett geht, kann das Ein- und Durchschlafstörungen zur Folge haben. Dies liegt zum einen an Nachrichten, die auch in der Nacht eintreffen, zum anderen am Blaulicht aus dem Display, dass die Bildung des Schlafhormons Melatonin hemmt. Weiterhin können die unüberlegte Preisgabe von Daten und Kommunikationsstress die Folge sein. Cyber-Mobbing und Probleme durch Sexting sind weitere Folgen, die das Smartphone in den Händen von Kindern und Jugendlichen mit sich bringen kann.


Unterwegs im Netz

Kindern und Jugendlichen fehlt der Überblick darüber, was mit den im Netz veröffentlichten Informationen und Daten geschieht. Die unüberlegte Freigabe auf Facebook und in anderen sozialen Netzwerken kann ebenso wie die spontane Kontaktaufnahme mit Usern zu Schwierigkeiten fürs Kind wie auch für die ganze Familie führen. Deshalb ist hier eine umfassende Information des Kindes besonders wichtig, bei kleineren Kindern sollten Eltern spezielle Schutzfunktionen zum Beispiel zum Sperren bestimmter Seiten und Apps auf dem Handy etablieren. Außerdem sollten Sie jederzeit Zugriff auf das Gerät haben, auch wenn das Ihrem älteren Kind wahrscheinlich nicht gefallen wird.


Sinnvolle Regeln für die Smartphone-Nutzung von Kindern

Regeln, die Sie zusammen mit Ihrem Kind entwickeln, sind für dieses verständlicher und deshalb deutlich leichter einzuhalten. Setzen Sie sich also zusammen und überlegen Sie gemeinsam, was Sinn macht. Lassen Sie Ihr Kind einschätzen, welche Risiken es bei der Nutzung des Smartphones sieht und wo es sich selbst nicht richtig wohl fühlt. Als Ergebnis könnten unter anderem folgende Punkte als Regelwerk fürs Smartphone herauskommen:

  • Als Eltern kennen Sie den PIN-Code und können zwischendurch nachschauen, was auf dem Handy geschieht. (Hier können auch Ausnahmen formuliert werden, zum Beispiel können Gespräche mit der besten Freundin, die Ihnen persönlich bekannt ist, außen vor bleiben)
  • Reparaturen und hohe Kosten, die zum Beispiel durch Überschreitung der Flatrate entstehen, trägt Ihr Kind vom Taschengeld.
  • Legen Sie Zeiten fest, wann das Handy definitiv ausgeschaltet wird, zum Beispiel bei den Hausaufgaben, beim Essen und in der Nacht.
  • Geschrieben und verschickt werden dürfen nur Inhalte, die Ihr Kind auch öffentlich aussprechen oder zeigen würde.
  • Kettenbriefe werden nicht weitergeleitet.
  • Die Nutzung von Messengern wie WhatsApp oder Telegram erfolgt nur mit Freunden, die Ihr Kind persönlich kennt.
  • Gibt es Probleme, fühlt sich etwas schlecht an oder macht Angst, dann sind die Eltern die Ansprechpartner. Es wird nicht geschimpft, sondern mit Rat und Tat zur Seite gestanden.
  • Das Smartphone ist auch zum Telefonieren da. Rufen die Eltern an, dann geht das Kind ran, denn es wird wichtig sein.

Den besten Schutz vor übermäßiger Nutzung von Smartphone und Co bieten Eltern ihrem Kind, wenn sie seine Fähigkeit zur Selbstregulation stärken. Je stärker diese ausgeprägt ist, umso besser kann das Kind sein eigenes Verhalten steuern – und berücksichtigt dabei das eigene Wohlbefinden wie auch das seines Umfeldes. Diese Fähigkeit entwickelt sich von Geburt an und ist je nach Unterstützung der Eltern mehr oder weniger stark ausgeprägt.


Das Vorbild der Eltern

Machen Sie sich als Eltern auch einmal bewusst, wie und wie intensiv Sie Ihr Smartphone nutzen. Kinder sollten für ihre Eltern immer Vorrang haben. Ansonsten fühlt sich das Kind zurückgesetzt, wenn Mama oder Papa lieber aufs Smartphone schaut, statt sich mit ihm und seinen Problemen zu beschäftigen. Als Eltern sollten Sie, wenn sie in Gegenwart Ihrer Kinder zum Smartphone greifen, stets hinterfragen, ob das nicht warten kann. Oft erfolgt der Griff zum Phone eher aus Langeweile denn aus Dringlichkeit. Lässt sich ein Griff zum Smartphone nicht vermeiden, dann erklären Sie das Ihrem Kind und knüpfen anschließend wieder an das Gespräch mit ihm an. Sprechen Sie sich auch als Paar ab, damit Sie auch hier Ihrem Kind gegenüber ein einheitliches Bild abgeben.

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de