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9 Juli, 2017 - 08:01
 

Stimmungsseismograph Kind – Schau Dein Kind an und Du weißt, wie Du Dich fühlst

Für Kinder sind die Eltern der Dreh- und Angelpunkt der Welt und in den ersten Jahren die Hauptorientierung. Das gilt nicht nur für das Lernen und Denken, sondern ebenso für das Fühlen. Oft spüren Kinder Stimmungen noch vor den Eltern – und reagieren darauf mit dem gleichen Verhalten.

© Dron - Fotolia.com

Der sechsjährige Max wird zusehends unzufrieden. Es kommen negative Rückmeldungen aus der Schule und der früher so fröhliche Junge scheint das Lachen verlernt zu haben. Als die Eltern endlich ihre Paarbeziehung klären und stabilisieren, ist er plötzlich wieder ganz der Alte! Dies ist nur ein Beispiel und noch dazu ein extremes, wie sich Verhalten und Stimmungen der Eltern aufs Kind übertragen können. Kinder sind ein Wegweiser für unser eigenes Gefühlsleben. Wenn also Ihr Kind plötzlich unausgeglichen wird und sich ungewöhnlich verhält, könnte das an Ihnen liegen.

 

Wie sich Stimmungen übertragen

Dass sich die elterliche Stimmung aufs Kind überträgt, hat jeder schon erlebt. Warum das so ist, ist allerdings erst seit 1996 bekannt. Damals entdeckten italienische Forscher die Spiegelneuronen. Diese speziellen Nervenzellen sorgen dafür, dass Menschen zu mitfühlenden Wesen werden. Sie sind ebenfalls dafür verantwortlich, dass wir von den Gefühlen anderer „angesteckt“ werden. Für Babys und Kleinkinder, die stark auf die Eltern fixiert sind, gilt das umso mehr. Nehmen sie die elterlichen Gefühle wahr, zum Beispiel durch Mimik, Gestik oder auch nur die negative oder positive Ausstrahlung, dann entstehen durch die Spiegelzellen die gleichen Gefühle in ihnen selbst.

Einen ausführlichen und sehr informativen Artikel zum Thema Spiegelneuronen hat planet-wissen veröffentlicht.

 

Das unruhige Kind

Was für ein Tag! Schon nachts hat Ihr Baby schlecht geschlafen, Sie sind mit den Nerven runter, Ihre Partnerin noch viel mehr. Die Folge davon: Das ohnehin übernächtigte Kind brüllt und quengelt auch bei Tagesanbruch endlos weiter. Bis die gutgelaunte Oma erscheint. Sie nimmt das Kleine auf den Arm, grinst es an und macht ein paar Scherze mit ihm. Das Baby lächelt und ist wenige Minuten später selig auf Omas Arm eingeschlummert. Kinder reagieren – je nach Sensibilität und Stabilität – manchmal sehr extrem auf die schlechten Stimmungen der Eltern. Vielleicht hatten diese sich am Abend gestritten, es liegt etwas Unausgesprochenes in der Luft oder man ist eben einfach schlecht drauf. All das überträgt sich aufs Kind und macht es unsicher und nervös. Da das Kind diese Gefühle, die ja nicht wirklich zu ihm gehören, nicht einordnen kann, reagiert es in der ihm angemessenen Art und Weise: Es wird quengelig und brüllt. Damit tut es sein Unwohlsein kund. Und das wiederum wirkt sich auf das Befinden der Eltern aus.

 

Das Kind als Stimmungsbarometer

Wenn Ihr Kind Ihnen das nächste Mal den Nerv raubt, dann nehmen Sie sich doch mal einen Moment Zeit: Wie geht es Ihnen gerade, wie ist Ihre Laune? Sind Sie selbst gereizt und angespannt? Wenn ja, dann ist es kein Wunder, dass Ihr Kind nervig ist. Für Sie ist dieses Verhalten eine Chance, ganz nach dem Motto „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um die eigene Gefühlslage zu analysieren und dann versuchen Sie aktiv, sich in den Griff zu bekommen. Wie Sie das machen, ist egal: Sie können kurz meditieren, singen, gegen die Wand treten oder einen Kaffee trinken. Hauptsache ist, Sie schaffen es, die eigene Stimmung positiv zu verändern. In der Regel dauert es dann nicht sehr lange, bis auch ihr Kind wieder fröhlich strahlt. Auch wenn es in der Beziehung Probleme gibt, sind oft Kinder die ersten, die das nach außen hin zeigen. Wie der kleine Max im Fall oben, kommt es zu Verhaltensänderungen, ohne dass das Kind sagen könnte, was eigentlich los ist.

Die Tatsache, dass ein Kind die Stimmungen seiner Eltern aufnimmt, können Sie in vielen Fällen auch für positive Effekte nutzen. Egal, ob es um den ersten Besuch im Kindergarten, eine Konsultation beim Arzt oder um die lange Wasserrutsche im Schwimmbad geht. Wenn Sie an die Dinge mit positiver und zuversichtlicher Einstellung herangehen, wird auch Ihr Kind das tun. Denn es verlässt sich auf Sie und vertraut Ihnen in jeder Hinsicht.

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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