Skip to main content

Suche

29 September, 2017 - 21:21
 

Verbote und ihr Wert als pädagogisches Mittel

Regeln müssen sein. Kinder müssen lernen, sich in der Gesellschaft und in der Welt zurechtzufinden und das geht nun mal nicht ohne Ver- und Gebote. Doch gerade hier gilt: Weniger ist mehr und Verbote, die ausgesprochen werden, sollten für das Kind immer möglichst einleuchtend sein.

© klickerminth - Fotolia.com

Kinder sind Pioniere und Entdecker, müssen es sein, um die Welt kennenzulernen. In hoch zivilisierten und reglementierten Gesellschaften können Eltern der Entdeckerfreude der Kleinen leider nicht immer freien Lauf lassen. Regeln und Vorschriften bestimmen den Alltag des Kindes und sollen sein Verhalten steuern. Eines darf man dabei jedoch nicht vergessen: Je mehr Verbote man einem Kind auferlegt, desto mehr hemmt man seine Bewegungsfreiheit – körperlich wie geistig – und desto mehr bremst man auch das Entwicklungspotential. Darüber hinaus reizen gerade Verbote zum Widerstand und sorgen oft für mehr Ärger als Entspannung.

 

Appell an die kindliche Einsicht

Wenn Eltern ein Verbot aussprechen, sollten Sie immer versuchen, dem Kind zu erklären, warum dieses Verbot nötig ist. Zu Zeiten, als die kompromisslose Autorität der Eltern als das einzig wahre Erziehungsmittel propagiert wurde, war nicht üblich. Heute hat sich die Pädagogik die freie Entwicklung des Kindes auf die Fahnen geschrieben und immer mehr Eltern wollen dieses Erziehungsziel umsetzen.

Ein Kind, das begreift, warum eine Regel bzw. ein Verbot ausgesprochen wird, wird weit weniger vehement dagegen ankämpfen. Bringt man die Regel dann noch in einen persönlichen Bezug, anstatt sie als autoritäres Verbot in den Raum zu werfen, ist die Chance, dass sie zuverlässig beachtet wird, weitaus größer: „Es stört mich, wenn Du nachts laut Musik hörst, ich kann dann nicht schlafen.“ ist weit kommunikativer als ein lapidares „Du darfst nachts nicht laut Musik hören!“

 

Nicht mehr Verbote als nötig

Grundsätzlich sollte man sparsam mit Verboten umgehen. Werden sie allerdings ausgesprochen, muss auch konsequent auf die Einhaltung geachtet werden. Neben dem Widerstand, den zu viele Verbote auslösen, können sie von den Kindern auch als Ablehnung ihrer Person gedeutet werden. Gerade kleine Kinder können ein „Nein“ sehr persönlich nehmen.

Wenn Kinder ständig damit konfrontiert werden, dass Dinge, die sie tun, verboten sind und damit abgelehnt werden, ist das schlecht fürs Selbstwertgefühl und führt darüber hinaus auch zu einer Abstumpfung. Kinder haben Bedürfnisse und auch wenn Eltern diese manchmal nicht verstehen, sollten sie diese doch so weit wie möglich respektieren und nicht ständig durch Verbote unterdrücken.

 

Regeln für Verbote

Damit Kinder Verbote verstehen und annehmen können, müssen einige Punkte beachtet werden:

  • Sprechen Sie nur Verbote aus, die Ihnen selbst auch wichtig sind.
  • Sprechen Sie Verbote nicht als Strafe für ein „Fehlverhalten“ Ihres Kindes aus.
  • Reden und Handeln muss im Einklang sein, sonst verwirren Sie Ihr Kind.
  • Formulieren Sie Verbote klar und verständlich, sie dienen für die Kinder als Anhaltspunkt für angemessenes Verhalten.
  • Achten Sie darauf, dass Sie einmal aufgestellte Verbote auch durchsetzen.

Wenn Sie sich bei Ihrem Kind nicht durchsetzen können und es sich immer wieder über Ihre Anordnungen hinwegsetzt, können Sie davon ausgehen, dass Sie zumindest einige dieser Grundsätze für Verbote nicht beachtet haben.

Kinder, die ihren Eltern vertrauen, werden Regeln eher befolgen als Kinder, die das Gefühl haben, sich nicht auf Vater und Mutter verlassen zu können. Vertrauen schafft man durch Liebe, Verständnis und Geduld und nicht zuletzt durch Respekt vor der Meinung und den Bedürfnissen des Kindes. Wenn ein solches Eltern-Kind-Verhältnis geschaffen ist, dann akzeptieren Kinder die Eltern als kompetent und beugen sich auch ohne Druck leichter den elterlichen Regeln und Geboten.
 


 

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
randomness