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17 August, 2016 - 08:26
 

Warum unterscheiden sich Geschwister häufig so sehr?

Sie haben die gleichen Eltern, die gleichen Gene und scheinbar auch die gleichen Lebensbedingungen. Dennoch können Geschwister so absolut verschieden sein und das in jeder Hinsicht. Wir gehen der Frage danach, woran es liegt, dass sich manche Geschwister weder äußerlich noch vom Charakter her ähneln und kaum Gemeinsamkeiten haben.

© WavebreakMediaMicro - Fotolia.com

Wird ein Kind gezeugt, besteht sein genetischer Pool zu 50% aus dem der Mutter und zu 50% aus dem des Vaters. Die Möglichkeiten, wie sich dieses Genmaterial mischt, sind nahezu unbegrenzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kinder nicht ähnlich sind, ist erheblich höher als das Gegenteil. Und das macht Sinn, denn nur so wird die biologische und genetische Vielfalt gewahrt. Hinzu kommt, dass jedes Kind in ein anderes Umfeld hineingeboren wird, auch in der gleichen Familie.

 

Was macht uns Menschen aus?

Darüber streiten Forscher und Psychologen immer noch: Sind es nun die Gene oder ist es eher die Umwelt? Was hat welchen Anteil daran, wie sich ein Mensch entwickelt, zu welcher Persönlichkeit ein Kind heranwächst. Die Entwicklungspsychologie beschäftigt sich intensiv mit diesem Thema, auch Humangenetik und Entwicklungsbiologie, Ethnologie und die Kulturanthropologie leisten dazu Beiträge. Doch nach wie vor gibt es noch keine zusammenfassenden Ergebnisse, die alle Einflüsse zusammenfassen, die auf den Menschen einwirken und ihn zu dem machen, was er ist. Gesichert gilt heute die Erkenntnis, dass sich Charakter und Persönlichkeit zum Teil aus der Veranlagung und zum Teil aus den Einwirkungen und Einflüssen von außen bildet. Darüber hinaus werden die gleichen Erlebnisse je mach der Entwicklungsstufe anders eingeordnet und verarbeitet.

 

Die Position in der Familie

Erstgeborenes, Zweites oder drittes Kind – die Position, an der ein Kind in eine Familie hineingeboren wird, beeinflusst ganz entscheidend seine Entwicklung. Während das Erstgeborene lange als Prinz oder Prinzessin aufwächst und bei der Geburt des Geschwisterkindes manchmal grausam von seinem Podest gestürzt wird, teilt Kind Nummer zwei von Anfang an die Aufmerksamkeit. Das Nesthäkchen muss zwar auch teilen, hat aber immer eine ganz besondere Stellung als jüngstes Kind, das nicht nur von den Eltern, sondern auch noch von den älteren Geschwistern erzogen und umsorgt wird. Selbst bei relativ gleichen Genen und Veranlagungen erscheint es einleuchtend, dass Kinder sich ganz unterschiedlich entwickeln. Hinzu kommen noch mehrere Aspekte, die sich im Laufe der Zeit verändern können: Der Lebensstandard steigt – oder sinkt, die Eltern werden bei jedem Kind zusehends gelassener, die Einstellung zur Erziehung oder die Lebenseinstellung der Eltern verändern sich, usw. Kein Kind wird gleich behandelt, keines ist gleichen Einflüssen ausgesetzt, diese verändern sich immer im Kontext zu seiner Umwelt und zu den Menschen, die zum sozialen Umfeld gehören.

 

Vorgeburtliche Einflüsse

Auch das, was ein Kind vor der Geburt erlebt, beeinflusst später seine Persönlichkeit. Lehnen Mutter oder Vater das Kind während der Schwangerschaft ab, kann das bereits zu vorgeburtlichen Bindungsstörungen führen, die Urvertrauen und Selbstbewusstsein eines Kindes beeinträchtigen können. Auch Stress und Streit vor der Geburt beeinflussen das Kind im Mutterleib in seiner körperlichen und geistigen Entwicklung. Auch wenn diese Erkenntnis noch nicht eindeutig nachgewiesen ist: Gedanken über Abtreibung oder die Ablehnung des Kindes vor der Geburt können beim Fötus ein Gefühl der Abtreibung auslösen, das es als Persönlichkeitsprägung bereits mit auf die Welt bringt.

Wir alle sind, wie unsere Kinder auch, also ein Produkt aus dem, was wir mitgebracht haben und dem, womit wir in unserem Leben konfrontiert werden. Eltern sollten sich um diese Tatsache, warum ein Kind so, das andere so ist, nicht allzu viel den Kopf zerbrechen. Entscheidend ist, dass jedes Kind in seiner Persönlichkeit so angenommen und in die Familie integriert wird, wie es nun einmal ist. Dies schafft für jedes Kind die Voraussetzungen, später im Leben seinen Platz zu finden.

 

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randomness