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2 August, 2016 - 09:08
 

Was Kinder in welchem Alter können sollten

Kinder lernen vom ersten Atemzug an und täglich dazu. Dabei entwickeln sie ein ganz individuelles Tempo, das sich nach den Anreizen von außen und der kindlichen Entwicklungsgeschwindigkeit richtet. Zweites lässt sich nicht steuern, Erstes dagegen schon. Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihrem Kind bestimmte „Skills“ dann beizubringen, wenn es diese braucht!

© Mat Hayward - Fotolia.com

Um in der Welt zurechtzukommen und sich sicher bewegen zu können, braucht jeder Mensch bestimmte Fähigkeiten. Viele davon lernen wir als Kinder mit mehr oder weniger Unterstützung durch die Eltern. Was Kinder können sollten, ist vom Alter abhängig und davon, was sie im persönlichen Umfeld benötigen. So muss zum Beispiel ein Stadtkind nicht unbedingt alle Giftpflanzen kennen, dafür aber wissen, wie man an einer öffentlichen Telefonzelle die Eltern anruft.


Basiswissen für die Kleinsten

Sobald ein Kind sich selbstständig fortbewegen kann, ist es auch in Gefahr, sich zu verletzen. Einige Erfahrungen müssen die Kleinsten selber machen, vor anderen – und deren Folgen – können wir Eltern sie schützen. So wie mit den Risiken verhält es sich auch mit anderen Regeln. Schon kleine Kinder können bestimmte Dinge lernen und sich merken.


Feuer ist heiß
Das sollten Kinder so früh wie möglich lernen. Dazu müssen sie nicht in die Kerze, an die heiße Teekanne oder die Herdplatte fassen. Bringen Sie Ihrem Kind so früh wie möglich bei, dass man sich von Heißem fernhält. Das geht eigentlich ganz einfach. Achten Sie unter Aufsicht darauf, dass Ihr Kind einem heißen Gegenstand näherkommt. Das kann zum Beispiel die Teekanne sein. Warnen Sie es mit den Worten: „Vorsicht, das ist heiß!“ Ihr Kind wird beim Näherkommen an die Kanne selbst die Hitze spüren und dieses Gefühl mit Ihren Worten verbinden. So lernt es, was alles heiß ist und dass man diese Dinge nicht berührt. Mit ähnlichen Methoden können Sie Ihrem Kind auch andere Risiken wie zum Beispiel die Gefahr, die durch Strom oder Glasscherben droht, näherbringen.


Tiere quält man nicht
Auch das kann man schon sehr kleinen Kindern beibringen. Tiere haben ein Schmerzempfinden, aber das ist unseren Kleinen noch nicht klar. Wenn Ihr Kind einem Tier Schmerzen zufügt, sagen Sie ihm ein ganz klares Nein und erklären Sie ihm in altersgerechten Worten, dass das Tier Schmerz empfindet. Damit schützen Sie auch Ihr Kind, denn ein Hund oder eine Katze, denen weh getan wird, können sich auch einmal wehren und das mit üblen Folgen.


Hauen ist nicht erlaubt
Bringen Sie Ihrem Kind so früh wie möglich bei, dass man andere nicht schlägt, beißt oder kratzt. Dies ist Teil der Sozialisation. Hilfreich in diesem Lernprozess ist, Ihr Kind auf den Gesichtsausdruck oder die Empfindungen des Gegenübers aufmerksam zu machen: „Sieht Dein Bruder glücklich aus? Lacht er?“ Das können Sie fragen, wenn Ihr Kind zuschlägt. Sie schulen damit gleichzeitig seine empathischen Fähigkeiten.

 


Was Kinder im Vorschulalter wissen sollten

Kinder im Vorschulalter sind oft gar nicht mehr so klein, wie sie aussehen. Sie können schon viel und sollten das auch. Besonders folgende Fähigkeiten sollten im Vorschulalter bereits vorhanden sein.

 

Gute Manieren
Bitte, Danke, Guten Tag, Entschuldigung – Ihr Kind sollte die Grundregeln des höflichen Benehmens kennen und sich auch am Essenstisch einigermaßen manierlich benehmen, Essen mit Besteck können Kinder im vierten Lebensjahr meistens schon ganz gut. Achten Sie nur auf eines: Sehr schüchterne Kinder haben oft große Probleme mit Fremden Kontakt aufzunehmen. Wenn Sie der entfernten Tante nicht die Hand geben und Guten Tag sagen wollen, ist das kein Zeichen von Unhöflichkeit, sondern von Schüchternheit. Zwingen Sie Ihr Kind dann nicht zur Interaktion, sondern lassen Sie ihm etwas Zeit, sich an die neue Person zu gewöhnen.


Wie heißt Du und wo wohnst Du?
Auch das sollten Kinder im Vorschulalter bereits wissen. Stadtkinder sollten die wichtigsten Busverbindungen kennen. Sie sollten möglichst auch die Telefonnummer von Zuhause parat haben.


Anziehen, Ausziehen, Schuhe binden
Die meisten Kinder lernen das ganz nebenbei, beim Schuhe binden und Knöpfe schließen brauchen sie jedoch oft Anleitung und Hilfe. Ist der Knoten mal geplatzt, klappt auch das etwa ab dem dritten bis vierten Lebensjahr.


Der Gang aufs Klo
Mit vier Jahren sollte ein Kind selbst auf die Toilette gehen können und wissen, dass es sich danach die Hände waschen muss. Braucht es Sie allerdings noch zum Popo abputzen, ist das eben so – über kurz oder lang wird es auch das selber hinbekommen.


Im Straßenverkehr
Vermitteln Sie Ihrem Kind – natürlich ohne ihm Angst zu machen – wie gefährlich Autos und Motorräder sein können und dass die Straße kein Spielplatz ist. Die wichtigsten Regeln sollte Ihr Kind möglichst früh beherrschen: Man geht nicht bei Rot über die Ampel, sucht sich einen Zebrastreifen und guckt gründlich links und rechts, bevor man eine Straße überquert. Stadtkinder müssen hier diszipliniert erzogen werden und sich zuverlässig an die Regeln halten. Ab etwa vier Jahren sollten Kinder dann auch das Fahrrad fahren beherrschen und sich damit mehr Bewegungsspielraum verschaffen.


Geh niemals mit Fremden mit!
Auch das ist ein Punkt, den Ihr Kind so früh wie möglich lernen sollte. Die Vorsicht vor Fremden ist ein Aspekt, der auch eine Gratwanderung ist. Stellen Sie deshalb diese einfache Regel auf, an die Ihr Kind sich halten kann, ohne über die Gründe allzusehr ins Detail zu gehen.


Nein Sagen erlaubt
Bringen Sie Ihrem Kind bei, dass es immer das Recht hat, „nein“ zu sagen, wenn es sich unwohl fühlt. Das gilt Fremden, aber auch Bekannten gegenüber. Kinder, die von Anfang an ein Recht auf Mitbestimmung und eine eigene Meinung haben dürfen, lernen dies ohnehin ganz von selbst.


Achtung giftig
Besonders Kinder, die auf dem Land leben, sollten die wichtigsten Giftpflanzen kennen und wissen, wovon man die Finger besser lässt. Dieses Wissen können Sie Kindern ab drei Jahren beim Aufenthalt in der Natur beibringen.

 


Endlich Schulkind – Zeit für mehr Verantwortung

Schulkinder machen viele Schritte ohne die Eltern. Umso wichtiger, dass sie bestimmte Dinge aus dem Effeff beherrschen.


Schwimmen
Ein Schulkind sollte schwimmen können, über kurz oder lang möchte es sicher mit den Schulfreunden auch allein ins Frei- oder Hallenbad gehen. Das geht erst dann, wenn es absolut sicher schwimmt.


Fahren mit Bus und Bahn
Wieder besonders wichtig für Stadtkinder. Der Umgang mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sollte beherrscht werden. Dazu gehört auch, dass ein Kind sich traut, den Schaffner zu fragen, wo es lang geht.


Allein Einkaufen
Für schüchterne Kinder kann das schwierig werden, grundsätzlich sollten sich Schulkinder jedoch trauen, auch mal allein etwas in einem Geschäft zu kaufen. Das lässt sich klasse am Eisstand üben. Die Motivation ist hoch und sich die passenden Eissorten zu bestellen, nicht allzu schwer.


Vieles lernen Kinder mit den Eltern als Vorbild und ganz nebenbei, anderes müssen Sie Ihrem Kind gezielt beibringen. Vergessen Sie auch bei der wichtigsten Lektion nicht: Lernen soll Spaß machen und haben Sie Geduld, wenn Ihr Kind nicht so schnell begreift, wie Sie sich das gerade vorstellen.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de