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11 Juli, 2016 - 08:56
 

Zwillinge – Kinderspaß im Doppelpack

Erziehung hat viel mit Intuition zu tun, das ist bei Zwillingen nicht anders als bei anderen Kindern. Einige Besonderheiten im Alltag gibt es trotzdem - und es gibt auch eine Gefahr: Auch wenn sie sich sehr ähnlich sehen, ist jeder Zwilling doch eine ganz eigenständige Persönlichkeit und will auch so behandelt werden.

© ehrenberg-bilder - Fotolia.com

Für Eltern ist es meist ein Schock wenn sie erfahren, dass Zwillinge unterwegs sind. Alles im Doppelpack? Zunächst eine erschreckende Vorstellung. Letztendlich gibt es aber auch hier die gleichen Hürden wie bei anderen Kindern und mit der richtigen Organisation lässt sich auch ein Haushalt mit Zwillingen gut bewältigen.

 


Nicht beide Zwillinge in einen Topf werfen

Sie sehen gleich aus und sind sich in vielen Dingen sehr ähnlich. Groß ist also die Gefahr zu verallgemeinern und zu vergessen, jeden einzelnen Zwilling als eigenständiges Individuum anzuerkennen. Das ist aber besonders wichtig, da die Verbindung zwischen den Geschwistern – ob ein- oder zweieiig ohnehin schon sehr eng ist. Spricht man häufig von „den Zwillingen“ oder spricht man sie mit „Ihr beide“ an, verstärkt man diesen Effekt. Das Resultat ist, dass sich keiner von beiden so richtig angesprochen fühlt, wenn Kritik kommt oder es etwas zu klären gibt. Darüber hinaus sollte man nie vergessen, dass sich Zwillinge zwar in vielem ähnlich sind, sich aber auch teilweise sehr unterscheiden. Schert man die Persönlichkeiten über einen Kamm, wird man schnell keinem der beiden mehr gerecht. Ein Punkt ist zum Beispiel der Kindergeburtstag. Haben die Zwillinge einen gemeinsamen Freundeskreis (zumindest bei kleinen Kindern ist das in der Regel ist das der Fall) oder haben sie ganz unterschiedliche Freunde? Wenn ja, dann ist zu überlegen, ob die Geburtstage nicht getrennt gefeiert werden sollten. Auch was die Kleidung angeht, ist es nicht immer gut, die beiden Kinder gleich anzuziehen. Denn dadurch verschwimmt die Individualität noch zusätzlich und gerade die Außenwelt wie Freunde der Familie oder Verwandte werfen die Kinder in einen Topf. Hier sollten sich Eltern aber auch nach dem Bedürfnis der Kinder richten. Manche Zwillinge finden es toll, die gleiche Kleidung zu tragen, andere mögen es überhaupt nicht. Sobald die Kinder mitentscheiden können, sollten Sie ihnen in der Kleiderfrage freie Hand lassen.


Gemeinsam sind wir stark

Zwillinge haben in der Regel eine sehr innige Beziehung, das macht sie stark und manchmal auch ganz schön übermütig. Sie wissen immer den anderen Zwilling im Rücken und sind häufig entsprechend wagemutig. Sie halten sich weniger an Regeln, denn sie sind nicht so sehr darauf angewiesen, Zuwendung von den Eltern zu erhalten – sie haben ja sich. Zurechtweisungen und Sanktionen treffen sie weniger hart als Einzelkinder, Disziplin und Konsequenz sind ausgesprochen wichtig, um das Doppelpack im Zaum zu halten. Zwillingseltern, aber auch Lehrer und Erzieher im Kindergarten berichten, dass Zwillinge ihren Zusammenhalt oft recht demonstrativ nach außen zeigen. Sie verhalten sich „unmöglich“ und machen ganz klar deutlich, dass sie etwas verbindet, von dem andere ausgeschlossen sind. Diesen Schutzwall zu durchbrechen, ist schwierig – fast unmöglich wird es, wenn die Kinder in die Pubertät kommen.

Der übermäßige Zusammenhalt kann dann zum Problem werden, wenn das Kräfteverhältnis zwischen den Kindern ungleich verteilt ist. Ist der eine Zwilling sehr dominant und stark, der andere dagegen zurückhaltend und schüchtern, kommt es oft zu einer starken Abhängigkeit. Der starke Zwilling kümmert sich aufopferungsvoll um den schwächeren und nimmt ihm viele – manchmal zu viele – Aufgaben ab, räumt Hürden aus dem Weg. Das kann beide Zwillinge in der Entwicklung hemmen.


Manchmal muss es auch alleine gehen

Zwillinge machen gern alles gemeinsam und das ist auch in Ordnung. Trotz allem sollte es möglich sein, dass die Kinder auch ihre eigenen, getrennten Wege gehen. Ist eine sehr große Abhängigkeit vorhanden, dann ist auch zu überlegen, ob die Kinder in getrennte Kindergartengruppen oder Schulklassen gehen. Hier gibt es keine klaren Festlegungen - als Eltern müssen Sie selbst entscheiden, was in dem Fall das Beste für Ihre Kinder ist. Sorgen Sie am besten schon von klein auf dafür, dass die Kinder manchmal für einige Zeit getrennt sind. Bleiben Sie mit einem Zwilling zu Hause, während Ihre Frau mit dem anderen einkaufen fährt oder umgekehrt. Auch mal allein und eigenständig zu sein, wird dann für jedes der Kinder schon von Anfang an zur Selbstverständlichkeit.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de