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1 November, 2017 - 23:29
 

Aufklärung im Kleinkindalter

Warum hat Mama einen Busen und ein Loch zwischen den Beinen? Warum wird mein Penis manchmal ganz hart? Kriege ich auch einmal einen Busen? Wie kommt das Baby in Mamas Bauch? Fragen über Fragen, die einen Vater ganz schön ins Schwitzen bringen können.

© Pétrouche - Fotolia.com

Kinder sind neugierig. Sie nehmen ihre Umwelt genau wahr und circa ab drei Jahren beginnen sie, sich für andere menschliche Körper zu interessieren. Ihren eigenen Körper haben sie längst erkundet. Nun differenzieren sie die Unterschiede zwischen Mann und Frau und stellen entsprechende Fragen. Ob Sie sich bei den Erläuterungen zu den geschlechtlichen Unterschieden rein auf die biologischen Funktionen beschränken oder bereits über Sexualität zwischen Mann und Frau sprechen, bleibt Ihnen überlassen. Folgen Sie Ihrem Kind und dem, was es überhaupt wissen will. Welche Worte Sie dabei benutzen, bleibt Ihnen selbst überlassen. Sagen Sie das, womit Sie sich wohlfühlen, verwenden Sie Begriffe, die für Sie selbstverständlich sind.

Sie entscheiden, welche Informationen dem Alter und dem Entwicklungsstand des Kindes angemessen sind. Auch wenn Sie die Vorgänge kindgerecht verpacken, bleiben Sie bei der Wahrheit und verschonen Sie Ihr Kind mit Geschichten vom Klapperstorch. Kinder haben ausgezeichnete Mechanismen, um sich vor intellektueller Überforderung zu schützen. Sie blenden Unverständliches einfach erst einmal aus und kommen zu einem späteren Zeitpunkt wieder darauf zurück.

Kinder wollen einfache Fakten: Wo kommt das Baby her? Wie kam es in den Bauch hinein und wie kommt es wieder hinaus? Wo komme ich her? Wie sehr man ins Detail geht, hängt vom Entwicklungsstand des Kindes ab und ist Gefühlssache. Prinzipiell gilt: Fragen die Kinder nicht nach, wollen sie auch nicht mehr wissen, Sie müssen nicht mehr ins Detail gehen. Achten Sie auf Ihr Kind und sie merken schnell, wann es sich überfordert fühlt, wann die Konzentration nachlässt. Suchen Sie sich kindgerechte Aufklärungsbücher, die es speziell für die Unterschiede zwischen Mann und Frau, für den Geschlechtsakt und für Schwangerschaft und Geburt gibt. Die Bilder veranschaulichen das Erklärte und helfen den Kindern, die Zusammenhänge auch visuell zu erfassen.

 

Mama, tut Dir was weh?

Ihr Kind kommt ins Schlafzimmer, während Sie und ihre Partnerin gerade Sex haben. Ihr Kind will wissen, was Sie da machen. Kämpfen oder streiten Sie? Tut Mama was weh, weil sie so stöhnt? Papa, warum liegst du auf Mama drauf? Das Kind möchte die Fakten hören. Beschreiben Sie in einfachen Worten, was Sie miteinander tun. Der Penis von Papa wird ganz hart - Ihr Sohn kennt das bereits - und dann rutscht er wie von selbst in Mamas Scheide, die ganz feucht ist - dies wiederum ist Ihrer Tochter bekannt. Wir umarmen uns dabei ganz fest und küssen uns und das fühlt sich so gut an, dass Mama und Papa dabei auch Geräusche machen. Damit es sich noch besser anfühlt, bewegen wir uns dabei auch. Reichen Ihrem Sprößling diese Informationen nicht aus, wird er nachfragen. Kinder werten nicht moralisch und je unverkrampfter Sie sind, desto lockerer geht auch das Kind mit Sexualität um.

 

Wo kommen eigentlich die Babys her?

Der Zusammenhang von Geschlechtsverkehr und Zeugung kann gleich mit erklärt werden - wenn es denn gerade passt. Aus dem Penis von Papa kommen die Samenzellen und die treffen in der Gebärmutter von Mama auf eine Eizelle. Eine davon kriecht in die Eizelle hinein und die beiden tun sich zusammen. Daraus wächst dann in Mamas Bauch ein Baby. So oder so ähnlich können die Vorgänge bei der Zeugung erklärt werden.

Die Frage nach der Zeugung tritt auf, wenn sich das zweite Kind ankündigt. Was tut das Baby in Mamas Bauch? Wie kommt es heraus und vor allem wo? Nutzen Sie auch hier wieder Bücher, um den Wissensdurst Ihres Kindes zu stillen. Wenn das Baby zu groß für Mamas Bauch wird, kommt es durch die Scheide aus ihr heraus - reicht an Information aus. Beantworten Sie weitere Nachfragen wieder verständlich und altersgerecht.

Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, in dem es aufgeklärt werden will. Von ein bis drei Jahren interessieren sich Kinder in erster Linie für ihren eigenen Körper. Die Interaktion mit und das Interesse an anderen Kindern entsteht ab dem 4. Lebensjahr und äußert sich meist in den sogenannten Doktorspielen.   Die genauen biologischen Vorgänge und Details über Sexualität, Zeugung, Schwangerschaft und Geburt lernen die Kinder später in der Schule. Vorher sollten sie jedoch schon ihre Körperteile benennen können, die Funktionen der Geschlechtsorgane kennen und mit den körperlichen Unterschieden zwischen Mann und Frau vertraut sein. Im Alter zwischen 10 und 12 Jahren sind sie dann in der Lage die Vorgänge wirklich zu erfassen. Bereits jetzt kann man über Verhütung sprechen. Mädchen menstruieren oft bereits in diesem Alter und können theoretisch auch schon schwanger werden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten Ihre Kinder vollständig aufgeklärt sein.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de