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24 August, 2016 - 23:06
 

Barfuß oder Lackschuh: So laufen Kleinkinder gesund durchs Leben

Die ersten tapsigen Schritte sind ein Meilenstein im Leben eines Kleinkindes. Sie bringen eine große Portion Eigenständigkeit und viele neue Möglichkeiten mit sich. Hat der Nachwuchs schließlich gelernt, auf eigenen Beinen durch das Leben zu gehen, stellt sich für Eltern schnell die Frage, was ab jetzt an die Füßchen gehört. Lauflernschuhe, festes Schuhwerk, Rutschsöckchen oder vielleicht besser gar nichts? Für gesunde Kinderfüße ist die richtige Wahl entscheidend.

Für die ersten Schritte ins Leben brauchen Kinder nicht unbedingt Schuhe.(Bild: fotolia.com © Jenny Sturm)

Endlich ist es soweit: Das Kind macht die ersten Schritte und die Eltern platzen vor Stolz. Damit ist im wahrsten Sinne des Wortes ein wichtiger Schritt ins eigenständige Leben geschafft. Wenn Kinder Laufen lernen, ist das für sie eine völlig neue Welt – und die erkunden sie in den ersten Wochen und Monaten noch sehr wackelig. Da landet noch so mancher Schritt auf dem Popo. Aber Kinder sind lernwillig und erarbeiten sich jede neue Fähigkeit mit Feuereifer. Schnell geht es dann nur noch zu Fuß weiter.

Für Eltern wird jetzt die Frage nach dem passenden Schuhwerk wichtig. Kinderfüße sind noch stark im Wachstum. In den ersten Jahren bestehen sie noch zu großen Teilen aus Knorpel. Erst im Teenageralter bilden sich feste Fußknochen aus, die dann ein Leben lang erhalten bleiben. Um ein gesundes Wachstum zu gewährleisten, sollten Kinderfüße deshalb möglichst wenig eingeengt werden. Damit sie sich von Anfang an gesund entwickeln können, sollten Eltern sich ausführlich über das Thema Kinderschuhe informieren, damit sie für ihr Kind die richtige Wahl treffen können.


Gesunde Füße laufen barfuß

Die meisten Eltern können ein Lied davon singen: Stolz haben sie das erste Paar Laufschuhe für ihr Kind nach Hause getragen und ausgepackt, aber die Begeisterung lässt auf sich warten. Die meisten Kleinkinder, die gerade mit dem Laufen beginnen, können mit Schuhen an ihren Füßchen wenig anfangen. Manche lassen sich die Schuhe nur unter Protest oder überhaupt nicht anziehen.

Kinder lieben es, barfuß zu laufen und damit machen es die Kleinen instinktiv absolut richtig. Für die Füße gibt es grundsätzlich nichts Gesünderes als barfuß zu laufen. Erwachsene haben sich meist schon so sehr an das Tragen von Schuhen gewöhnt, dass sie mit Unverständnis reagieren, wenn die Kleinen lieber darauf verzichten. Nicht nur Kinderärzte halten aber immer wieder ein Plädoyer für das Barfußlaufen. „Füße sind die besseren Schuhe“ titelt auch die Techniker Krankenkasse in einem Ratgeber rund um die Fußgesundheit und weist darauf hin, dass häufiges Barfußlaufen auch bei Erwachsenen typischen Fehlbildungen wie Knick-, Senk- oder Spreizfüßen vorbeugen kann.

Aber warum ist Barfußlaufen so gesund? Ganz einfach: Barfußlaufen ist die natürlichste Form der Fortbewegung. Die Muskulatur im Fuß ist darauf ausgelegt, beim Gehen all die kleinen und großen Unebenheiten im Boden auszugleichen. Dadurch wird sie trainiert und bleibt gesund und aktiv. Kinderfüße verfügen noch über eine gänzlich unverfälschte Fußmuskulatur. Damit dies lange so bleibt, sollten sie so oft wie möglich barfuß laufen. Außerdem kommuniziert die Muskulatur im Fuß beim Gehen mit der Wirbelsäule. Erst das geübte Zusammenspiel aus beiden Körperbereichen führt schließlich zu einem stabilen und gesunden Laufen. Und noch jemand freut sich, wenn die Füße möglichst oft ohne Schuhe unterwegs sind: Das Immunsystem. In den Fußsohlen befinden sich zahlreiche Reflexzonen, die mit den Organen im Körper zusammenarbeiten. Werden sie durch häufiges Barfußlaufen stark stimuliert, regt das die Blutzirkulation an und das Immunsystem wird ganz natürlich gestärkt.

Die meisten Eltern müssen sich trotzdem erst an den Gedanken gewöhnen, ihr Kind barfuß laufen zu lassen, denn sie möchten die kleinen, zarten Kinderfüße am liebsten in Watte packen, damit sie nicht frieren und bei den ersten wackeligen Gehversuchen nicht verletzt werden. Tatsächlich ist es aber so, dass feste Schuhe die empfindlichen Kinderfüße zu stark einengen können. Deshalb ist es besser, wann immer dies möglich ist, auf Schuhe zu verzichten.

In der kalten Jahreszeit können Söckchen eine gute Alternative sein. Sie halten die Kinderfüßchen warm, ohne sie einzuengen. Auf glattem Untergrund wie Laminat oder Bodenfliesen sind Rutschsöckchen mit Gumminoppen eine gute Wahl. Für den Winter gibt es auch spezielle Hausschuhe für Kinder. Sie sind besonders weich und dehnbar und umhüllen den gesamten Fuß. Ihre Sohle ist biegsam und passt sich damit jeder Bewegung des Fußes an. Außerdem ist sie rutschfest und bietet damit mehr Sicherheit. Hochwertige Hausschuhe sind im Winter eine gute Alternative zu Söckchen.


Kinder brauchen Qualitätsschuhe

Auch wenn Barfußlaufen ohne Zweifel die gesündeste Form der Fortbewegung ist, gibt es Situationen, in denen Kinder Schuhe brauchen. Bei Kälte und Regen oder auch auf besonders schwierigem Untergrund brauchen kleine Kinderfüße einfach einen zusätzlichen Schutz. Jedes gute Schuhgeschäft führt Kinderschuhe in großer Auswahl. Es gibt bezaubernde Modelle, die Eltern immer wieder in Verzückung geraten lassen. Aber so niedlich sie auch aussehen, nicht jeder Kinderschuh ist auch gut für die Entwicklung der kleinen Füße. An Kinderschuhe sollten Eltern einen besonders hohen Qualitätsanspruch stellen. Diese Kriterien sind dabei besonders wichtig:


Das Material
Das verwendete Material bestimmt maßgeblich die Qualität von Kinderschuhen. Das Außenmaterial muss dehnbar und strapazierfähig sein. Naturleder oder auch hochwertiges Kunstleder sind eine gute Wahl. Eine hochwertige Verarbeitung sorgt dafür, dass der Schuh nicht so schnell kaputt geht und zum Beispiel Feuchtigkeit und Kälte eindringen können.

Beim Innenmaterial sollten Eltern darauf achten, dass es weich und anschmiegsam und gleichzeitig atmungsaktiv ist. Naturwolle und Textilien haben sich hier besonders bewährt. Gute Kinderschuhe zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass das verarbeitete Material in seinen Eigenschaften an die jeweilige Jahreszeit angepasst ist.


Die Passform
Eine ideale Passform ist ein entscheidendes Kriterium bei Kinderschuhen. Eltern sollten die Füße ihres Kindes deshalb regelmäßig professionell ausmessen lassen, damit eine Veränderung frühzeitig erkannt wird. Worauf dabei zu achten ist, erklärt das Kinderfußzentrum Erlangen:
Kinderfüße wachsen besonders schnell. Im Kleinkindalter sind es noch ungefähr 1,5 Millimeter pro Monat. Das bedeutet, dass im Laufe einer Saison ein Wachstum von bis zu 12 Millimetern möglich ist. In Schuhgrößen gerechnet sind das ganze zwei Schritte. Das bedeutet, dass ein Kinderschuh mit zwei Größen Puffer gekauft werden sollte, damit er dem Fuß eine ganze Saison hindurch genügend Platz bietet.


Für die meisten Eltern ist es darüber hinaus wichtig, dass Schuhe ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ein ansprechendes Design haben. Es kann deshalb nicht schaden, sich für den Kauf der ersten Kinderschuhe ein bisschen Zeit zu nehmen und das vorhandene Angebot in Ruhe zu vergleichen. So finden sich garantiert die richtigen Begleiter für die ersten Schritte ins Leben.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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