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4 Dezember, 2017 - 09:16
 

Einmal trocken – immer trocken? Warum trockene Kinder wieder in die Hose machen

Manchmal ist es zum Verzweifeln – da gehörten die Windeln längst der Vergangenheit an und plötzlich geht doch wieder etwas in die Hose. Die gute Nachricht: Das ist normal. Die Lösung für Eltern: Entspannen Sie sich, denn auch diese Zeiten gehen wieder vorbei.

© crestajohnson - Fotolia.com

Das Einnässen oder Einkoten bei einem längst schon „trocken“ geglaubten Kind kann viele Ursachen haben. Einige davon sind körperlich, meist führen jedoch äußere Faktoren dazu, dass die Hose plötzlich wieder nass ist und die längst vergessene Windel erneut ins Gespräch kommt. Oft ist das dem Kind selbst sehr unangenehm, eine ärgerliche Reaktion oder Strafen der Eltern verstärken das Problem in der Regel mehr als dass sie es beseitigen.


Erster Schritt: Der Gesundheitscheck

Nässt Ihr Kind plötzlich wieder ein, obwohl es seit Wochen oder Monaten trocken ist, sollte an erster Stelle Verständnis und gleich danach ein Gesundheitscheck stehen. Eine Blasenentzündung könnte die Ursache sein. Bei kleineren Kindern ist diese oft nicht mit Beschwerden verbunden, da die Schmerzrezeptoren noch nicht voll entwickelt sind. Klarheit schafft ein Urintest beim Kinderarzt. Er untersucht den Urin auf Bakterien und kann im Falle eines Falles die nötigen Therapien anordnen. Manche Kinder haben auch eine geringe Blasenkapazität. Verändert sich die Ernährung oder erhöhen sich die Trinkmengen, zum Beispiel durch einen Wachstumsschub, kann das dazu führen, dass Ihr Kind erst einmal nicht mehr abschätzen kann, wann es höchste Zeit für den Toilettengang.

In einzelnen Fällen kann die sekundäre Enuresis, wie das erneute einnässen wissenschaftlich genannt wird,  auch durch Erkrankungen wie Epilepsie oder Diabetes Mellitus ausgelöst werden. Auch hierauf sollte der Kinderarzt achten.


Ins Spiel vertieft

Waren Toilette oder Topf am Anfang der Sauberkeitserziehung noch etwas ganz Besonderes und der selbständige Gang dorthin mit Belohnung und Anerkennung verbunden, so wird – zumindest für die Erwachsenen – der neue Zustand schnell zur gewünschten Realität, die keiner besonderen Wertschätzung mehr bedarf. Für Kinder sieht die Sache manchmal anders aus. Fehlt der Anreiz in Form von Lob oder Belohnung, dann rückt der Toilettengang in den Hintergrund. Gerade dann, wenn Kinder allzu sehr ins Spiel vertieft sind, bleiben sie lieber dabei und warten so lange damit, aufs Klo zu gehen, bis es zu spät ist. Hinzu kommt, dass Kinder mit 2 oder 3 Jahren noch nicht abschätzen können, wie viel Zeit ihnen bleibt, bis es wirklich dringend und dann eben schnell mal zu spät ist.


Ursache Nummer eins: Ein Geschwisterkind kommt an

Gerade dann, wenn der Altersabstand zwischen dem Erstgeborenen und dem neuen Geschwisterkind gering ist, nutzen Kinder das erneute Einnässen auch als Mittel, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Sie sehen, welche große Rolle das Windeln wechseln beim Baby einnimmt und möchten nachziehen.


Stress in Familie und Umfeld

Auch Stress kann dazu führen, dass sich ein bereits trockenes Kind wieder einnässt. Es ist mit seinem ganzen Empfinden von der für es selbst unguten Situation beansprucht. Da rücken körperliche Bedürfnisse und Signale in den Hintergrund und der Toilettengang wird einfach vergessen. Besonders sensible Kinder können bereits durch kleinere Unregelmäßigkeiten oder gefühlte Spannungen und Probleme betroffen sein. Gerade in diesen Fällen ist die nasse Hose den Kindern selbst oft ausgesprochen unangenehm, zum Teil geht das so weit, dass sie versuchen, dies geheim zu halten.


Mein Kind nässt sich wieder ein – Was kann ich tun?

Verständnis ist die erste und einzig richtige Reaktion auf das ungewohnte Verhalten des Kindes. Auch wenn es einen Aufwand bedeutet, den Eltern schon längst abgehakt hatten, ist Gelassenheit an dieser Stelle der zielführende Weg. Seien Sie gewiss, dass auch wieder andere Zeiten kommen und dies nur eine Phase im Leben mit Ihrem Kind darstellt. Auf Strafen und Sanktionen jeder Art sollten Sie verzichten. Stattdessen ist es richtig, dem Kind beim Umziehen zu helfen und nur wenig Aufhebens um das Malheur zu machen. Bleibt die Situation nach einiger Zeit und viel Verständnis unverändert und sind körperliche Ursachen ausgeschlossen, dann können tiefere psychische Probleme zu Grunde liegen. In diesem Fall sollten Eltern sich fachliche Beratung suchen.

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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