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13 Mai, 2017 - 11:06
 

Lesen lernen vor der Schule – Sinnvoll oder nicht?

Manche Kinder können schon vor dem ersten Schultag lesen, andere brauchen dazu die erste und sogar noch die zweite Klasse. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Generell ist es kein Problem, wenn ein Kind früh lesen lernt – für die erste Zeit in der Schule kann das jedoch auch hinderlich sein.

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Entwicklungsunterschiede finden sich in nahezu jeder ersten Klasse. Häufig wissen Kinder mit älteren Geschwistern schon mehr übers Lesen und Schreiben als Einzelkinder, manche Kinder lernen schnell, andere langsam. Wird ein Kind in einer Form unterrichtet, in der diese Unterschiede berücksichtigt werden, ist es kaum ein Problem, wenn ein Kind bereits lesen kann, während andere sich noch mit dem Merken der Buchstaben abmühen. Beim klassischen Frontalunterricht kann es allerdings Probleme geben: Der größte Feind jedes Lernerfolges tritt in Aktion, die Langeweile.

Lesen lernen vor der Schule – ein Zeichen von Intelligenz?

Kinder, die bereits vor der Einschulung das Lesen lernen, werden oft von anderen Eltern teils bewundernd, teils neidisch zur Kenntnis gekommen. Dabei sind diese Kinder nicht unbedingt intelligenter als andere. Häufig macht es das Umfeld aus: So kann es einen Fünfjährigen sehr zum Selber Lesen und Schreiben motivieren, wenn es seine zwei Jahre ältere Schwester bei den Hausaufgaben beobachtet. Kinder, denen immer viel vorgelesen wird, lernen ebenfalls mitunter schon vor der Schule das Lesen, und nicht zuletzt gibt es Eltern, die das Lesen lernen gezielt fördern. Das Kind wird zum Lesen ermutigt und da die Lernfähigkeit für Sprache gerade in diesem Alter sehr groß ist, fällt es dem interessierten Kind nicht schwer, erste Wörter und Sätze zu erkennen.

Auf das Wie kommt es an!

Es gibt pädagogische Ansätze, die raten generell davon ab, dass mit einem Kind vor den ersten Grundschuljahren das Lesen geübt wird. Der Grund ist einfach: Fühlt das Kind sich gedrängt oder ist es noch nicht soweit, lernt es vielleicht die Wörter zu lesen, ihm entgeht aber der Sinn dessen, was das Gelesene bedeutet. Damit wird im Grunde genommen die Fähigkeit zu lesen, ad absurdum geführt. Wenn das Kind von sich aus lesen will, dann ist gegen diesen Wunsch jedoch überhaupt nichts einzuwenden

Wer mit seinem Kind das Lesen lernen und üben will, sollte sich deshalb informieren. Am besten bei der späteren Grundschule, welche Lernmethoden und Lernmittel verwendet werden. Auch der Kindergarten kann meistens informieren, gehört dort doch meist eine Lesevorbereitung für die Vorschulkinder zum Standardprogramm. Hilfreich zum Lesen und auch Schreiben lernen sind die sogenannten Anlauttabellen. Bei diesen Tabellen werden jedem Buchstaben Bilder zugeordnet mit Objekten, dessen Bezeichnung mit dem jeweiligen Buchstaben beginnt. Auch pädagogisch sinnvolle Lernspiele wie zum Beispiel Wortlegespiele führen das Kind spielerisch zum Lesen.

Generell lässt sich sagen: Es schadet einem Kind nichts, wenn es vor der Schule lesen lernt, wenn es das aus eigenen Stücken tut. Was das Argument der Langeweile angeht, wird sicher auch ein Kind, dass vor der Schule daran gehindert wird, lesen zu lernen, den anderen schnell voraus sein. Denn das Lerntempo von Kindern hängt auch von der Eigenmotivation ab. Was interessant für ein Kind ist, lernt es schnell. Hat es hingegen Angst oder verbindet es negative Gefühle mit einem bestimmten Lernthema, dann kann es bis zur Verweigerung kommen. Genau deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, dass ein Kind vor und auch noch nach dem Eintritt in die Schule möglichst positive Erfahrungen macht – ob es nun ums Lesen, Schreiben, Rechnen oder andere Lernthemen geht.

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